Bohemian Rhapsody [2018]

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© 2018 20th Century Fox

Originaltitel: Bohemian Rhapsody
Produktionsland: USA, Vereinigtes Königreich

Regie: Bryan Singer, Dexter Fletcher (nicht genannt)
Drehbuch:
Anthony McCarten (story by & screenplay by) & Peter Morgan (story by)

Darsteller:
Rami Malek: Freddie Mercury, Gwilym Lee: Brian May, Ben Hardy: Roger Taylor, Joseph Mazzello: John Deacon, Lucy Boynton: Mary Austin, Aidan Gillen: John Reid uva.

FSK: 6
Länge: 135 Min.
Produktionsfirma: 20th Century Fox
Verleiher: 20th Century Fox Home Entertainment (Blu-ray)

Filmstart in den USA: 30. Oktober 2018
Filmstart in Dtl.: 31. Oktober 2018
BD/DVD Start:
14 März 2019


Ende der 1960er Jahre: Farrokh Bulsara aka Freddie Mercury (Rami Malek) ist Design-Student und arbeitetet als Kofferträger an einem Flughafen. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht ganz klar, was wirklich aus ihn werden könnte. Dann wäre da noch Mary Austin, die schon bald eine Beziehung mit Farrokh beginnt…


Bestnote für die Ausstattung

In Sachen Kleidung, Frisuren, Bühnenbild oder die Ausstattung von Häusern oder Wohnungen waren die 1970er Jahre bunter und verrückter den je. Da war es Kameramann Newton Thomas Sigel (Drive (2011), Die üblichen Verdächtigen (1995)) vorbehalten, tolle und realistische Szenen einzufangen. Im Mittelpunkt steht natürlich Freddie, der schon immer anders war als Andere. Nicht selten wurden dabei Bars oder Clubs angesteuert. Mitunter traf er auch Lastwagenfahrer, die er sich dann ausgeguckt hatte. Einer davon wurde von Adam Lambert in einem Cameo-Auftritt gespielt. Schon bald feierte Freddie erste Erfolge mit Queen und entwickelte einen extravaganten Auftritt in den Shows und präsentiert stets seinen mutigen Kleidungsstil. Anzumerken sei dabei, dass er nie sein vorstehendes Gebiss richten ließ. So musste sich Freddie-Darsteller Rami Malek an eine Zahnprothese während der Dreharbeiten gewöhnen, die er nun sein Eigen nennen darf. Nicht nur das. Er ließ das gute Stück sogar vergolden, was er stolz in einer Fernsehshow präsentiert hatte. Ansonsten wuchs er auf beeindruckende Weise in seine Rolle hinein und lieferte eine Meisterleistung ab, die im Live-Aid-Auftritt mündete. Er überzeugte nicht nur beim Gesang, sondern ließ Mimik und Körperhaltung  in besonderer Art sprechen, die dem echten Freddie mehr als sehr nahe kommt.  Für diese Darbietung gab es den Golden Globe und Oscar als Bester Haupdarsteller. Nicht nur das Schauspiel als öffentliche Person stand im Mittelpunkt, sondern auch die Beziehung zu seiner Freundin Mary Austin (Lucy Boynton), die Fan der ersten Stunde war und stets hinter Freddie stand. Während der Arbeit im Studio kam es immer wieder vor, dass es zu Reibereien wegen künstlerischer Differenzen kam, was zu ziemlich normal in einer Band ist. Im gleichen Atemzug erlebt man so die Zerrissenheit eines einstigen Helden, was durchaus als mutiges Statement angesehen werden kann.

Humor kommt nicht zu kurz

Queen entwickelten sich musikalisch stets weiter, was auch im Film realistisch umgesetzt wurde. Mike Mayers hörte und sang in der Komödie Waynes World (1992) den Song „Bohemian Rhapsody“. 26 Jahre später gab es im Biopic eine Anspielung darauf, als es darum ging den Song zu veröffentlichen. In diesen Szenen gab es Streit mit dem Manager Ray Foster (Mike Mayers), der fiktiv ist und lose an den realen Labelchef Roy Featherstone angelehnt wurde. Diese Szenen sind nicht nur ikonisch, sondern schließt auch den Kreis für Mayers selbst. Auch das Gitarrenspiel von Brian May-Darsteller Gwilem Lee hatte eine interessante Komponente. May und Taylor waren stets am Set anwesend, um das Projekt zu begutachten. May fand dabei die Zeit, um G. Lee einiges an der Gitarre zu zeigen. So blieb die Musik stets authentisch, die bei den Academy Awards 2019 für den Besten Tonschnitt und Besten Ton ausgezeichnet wurde. Das 20th Century Fox „Fox-Fanfare“ zu Beginn des Films wurde eigens dafür für eine arrangierte Version umgesetzt, was auf einer Idee von Brian May selbst zurückging. Wie schon erwähnt wurde er von Gwilym Lee dargestellt, der nicht nur alle Erwartungen übertreffen konnte, sondern auch genauso aussah wie der echte May in jungen Jahren.

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Die Bandmitglieder können in den 1970er Jahren auf eine rosige Zukunft bauen. © 2018 20th Century Fox

Chronologie der Ereignisse ist nicht linear

Und es ist nicht der erste Film, der dieser Vorgehensweise folgt. Straight Outta Compton (2015), Great Balls Of Fire (1987) oder What’s Love Got To Do With It (1993) sind nur einige Beispiele dafür, die sich gewisse Freiheiten in der zeitlichen Anordnung genommen haben. „We Will Rock You“ wurde im Film während einer Probe im Jahr 1980 komponiert. Doch Brian May schrieb diesen Kassenschlager bereits 1977 und war Bestandteil des Albums News Of The World. Auch der Fakt, dass Freddies Solopläne von den restlichen Bandmitgliedern negativ aufgenommen wurden, stimmt so nicht. Brian May als auch Roger Taylor waren solo unterwegs und haben keineswegs die Band gefährdet. Auch der Zeitpunkt der die Bekanntgabe, dass Freddie AIDS hat, ist bis heute eine viel diskutierte Kontroverse. Im Film teilt er seinen Bandmitgliedern einige Tage vor Live-Aid 1985 mit, dass er ernsthaft krank sei und HIV-Positiv hat. Doch die Angaben von verschiedenen Zeitgenossen gehen teilweise sehr weit auseinander. So soll es David Wigg bereits 1984 gewusst haben. Freddies frühere Freundin Mary Austin sagte Anfang der 2000er Jahre, dass Freddie ihr 1985 davon erzählte, was letztendlich auch im Film gezeigt wurde. Die Angaben von Brian Mays Angaben von 1986, 1987 bzw. kurz vor Freddies Tod 1991 schwanken hingegen beträchtlich. Jim Hutton gab einmal an, es 1987 erfahren zu haben und Freddie habe wohl nie jemanden erzählt, dass er krank sei. In dieser Hinsicht werden wohl nie erfahren, wann es genau passiert ist. Aber die im Film gezeigte Variante scheint mir die sinnvollste Lösungen zu sein.

Live-Aid 1985 im Wembley-Stadion

Das Benefiz-Konzert ist damals wie heute legendär. Jedoch konnte dort nicht mehr gedreht werden, da das Stadion bereits 2007 abgerissen und auf gleichen Boden das neu und doppelt so große Wembley-Stadion errichtet wurde. Deshalb entschieden sich die Produzenten des Films dazu, eine genaue Kopie des alten Wembleys für das Biopic zu bauen. Dazu diente ein Flugplatz in London, wo auch der Leiter von Live-Aid vor Ort war und das Prozedere begutachtete. Er zeigte sich sehr begeistert, wie realistisch die Kopie umgesetzt wurde. Jedoch gab es im Film eine Unstimmigkeit gegenüber dem historischen Ereignis, wo die Protagonisten von Queen Bedenken zu Live-Aid hatten. In Wirklichkeit aber waren sie dazu mehr als bereit, da sie ein Jahr zuvor auf großer Tournee waren.

Die Gesamtproduktion an sich war sehr aufwendig und wurde bereits vor zehn Jahren geplant. Das Budget betrug rund 52,000,000$. Allein am ersten Wochenende in den USA hatte er mit 51,061,119$ fast den Großteil dieser Summer wieder eingespielt. Weltweit steht ein Einspielergebnis von 875,79 Mio. US-Dollar und weltweit Platz 1 am Startwochenende  der Kino-Charts zu Buche. Damit ist er der finanziell erfolgreichste Musikfilm. Bis Ende Februar 2019 konnten mit 3,28 Mio. Besucher und Einahmen von rund 30,4 Millionen Euro mehr als zufriedenstellende Zahlen in Dtl. verzeichnet werden.

Fazit: Festzuhalten bleibt, dass der Film einige geschichtliche Lücken aufweist und ein paar Ereignisse in der Chronologie falsch angeordnet wurden. Zudem hat das Biopic eine FSK 6 Freigabe bekommen. Und Freddies Leben war alles andere als FSK 6. Fakten, denen eingefleischten Fans ein Dorn im Auge sein dürfte. Doch so ziemlich jedes Biopic hält sich nicht explizit an die exakte Chronologie. So auch Bohemian Rhapsody. Dieser spektakulären Biografie tut dies aber keinen Abbruch. Auch dass bei den Live-Aid Szenen zum Ende des Films Songs weggelassen wurden, stieß bei Fans auf Unverständnis. Doch diese Verfahrensweise ist durchaus verständlich, da es den Film noch länger gemacht hätte, als er ursprünglich geplant war. Sollte es mal eine Fortsetzung geben, dann können die fehlenden Songs immer noch verwendet werden. Ohnehin konnte man für den gesamten Film nicht alle Songs berücksichtigen. Dennoch ist mit der vorhandenen Auswahl ein besonderer Zauber entstanden, der elf Songs enthält, die so vorher in dieser Qualität noch nicht zu hören waren.

Folgende Worte kann ich dazu noch äußern:

Der Film Bohemian Rhapsody zeigt auf, dass zu jeder Zeit alles möglich ist und dass man sich nicht von Ereignissen, seien sie noch so schlimm, abbringen lassen sollte. Die Songs selbst sind nicht nur Musik, sondern die puren Emotionen einer großartigen Band. Dieser Film ist nicht nur Lebenseinstellung, sondern auch ein Lebensgefühl. Man lebt die Ereignisse des Freddie Mercury hautnah mit, der beeindruckend von Rami Malek dargestellt wird. Allein wegen dem großartigen Cast und Musik ist dieser Film auf jeden Fall eine Sichtung wert.“

 

 


Interessante Clips auf YouTube

Bohemian Rhapsody | Offizielle Featurette: Becoming Queen | Deutsch HD German (2018)

Bohemian Rhapsody | Featurette | Influencer singen Queen Songs

 


 

 

 

2 Gedanken zu “Bohemian Rhapsody [2018]

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