Deutscher TItel: Batman hält die Welt in Atem
Produktionsland: USA

Regie: Leslie H. Martinson
Darsteller:
Adam West: Batman / Bruce Wayne, Burt Ward: Robin / Dick Grayson, Lee Meriwether: The Catwoman / Kitka,
Cesar Romero: The Joker, Burgess Meredith: The Penguin, Frank Gorshin: The Riddler, Alan Napier: Alfred u.v.a.

Genre: Komödie, Abenteuer
FSK: 6
Länge: 105 Min.
Produktionsfirma: Marvel Enterprises, William Dozier Productions (Greeenlawn Productions)
Verleiher: Twentieth Century Fox

Filmstart USA: 30. Juli 1966 (Premiere)
Filmstart Dtl.: 10. Februar 1967 (West Germany)


,,Wir danken den Kämpfern gegen das Verbrechen auf der ganzen Welt für die Inspiration. Dieser Film ist ihnen gewidmet, und den Liebhabern von Abenteuern, Fantasie, unverfälschter Unterhaltung und von purem Spaß. Falls wir eine Gruppe übersahen, entschuldigen wir uns.“

Autor dieser Worte unbekannt

Diese Worte zieren den Vorspann, welcher den eigentlichen Vorpsann mit den Credits einleitet. Danach wird der Zuschauer Zeuge, wie eine Yacht, eine revolutionäre Erfindung nach Gotham City gebracht werden soll. Doch währenddessen kehren Bruce Wayne und Dick Grayson nach Wayne Manor zurück, da sie durch einen anonymen Hilferuf als Batman und Robin einschreiten müssen. Die besagte Jacht soll sich samt der geheimnisvollen Erfindung und seinen Hüter in höchster Gefahr befinden.

Von oben lässt es sich besser beobachten. Auch wenn es sich dabei um Schandtaten handelt, die unten geschehen. ©20th Century Fox

,,Der Film sollte zuerst kommen. Die Serie war als Spin-Off gedacht.Jedoch hatte ABC TV für 1966 ein katastrophales Programmschema.Darum haben sie alle Serien, die für Ende 1966 geplant waren, in einem Anflug von Panik bereits im Januar anlaufen lassen. Das war Batmans Einstieg, und er schlug ein wie eine Bombe“

Mark Waid (Comicbuchschreiber)

Banalitäten sorgen für Unterhaltung

Sofort machen sich die beiden Gesetzeshüter mit dem Batmobil auf den Weg, um der Gefahr Einhalt zu gebieten. Doch während der Fahrt ruft Robin auf dem Flugplatz an, damit der Batkopter startklar gemacht wird. Dort angekommen steigen sie sofort in die Maschine und das Batmobil bleibt zunächst ohne Einsatz auf dem Flugplatz stehen. Einen Umstand, den es nur in dieser Umsetzung von Batman zu bestaunen gibt. In aller Regel startet Batman mit dem Gefährt in der Bathöhle, welches er auch benötigt. Doch in diesem Film und der bekannten Serie ist halt vieles anders als es sein müsste. Lange Rede, kurzer Sinn: Batman und sein junger Mündel beobachten die Jacht natürlich von oben und gelangen so zu einigen Erkenntnissen. Batman wagt sich an einer Strickleiter zu dem Wasserfahrzeug hinunter, um selbiges genauer zu untersuchen. Doch dann verschwindet das schwimmende Gefährt und Batman landet zum Teil im Wasser. Als Robin die Leiter nach oben zieht, hat sich ein Hai an Batmans Beinen geklammert. Nun kommt das Anti-Haifisch-Spray zum Einsatz. Kurz darauf explodiert der arme Fisch. Dies erscheint schon fast makaber, wenn man bedenkt, wie sehr sich Batman für die Umwelt einsetzt und den Moralkodex vertritt. Trotzdem ist das Anti-Haifisch-Spray bis heute ein Klassiker und wird Zuschauer, ob Fan oder nicht, gehörig zum lachen bringen. In keiner weiteren Verfilmung mit Batman kam so ein Notbehelf zum Einsatz. Das Equipment der Fledermaus hat sich mit den Jahren stark verändert und wurde bis in die heutige Zeit entsprechend angepasst. Bestes Beispiel dafür dürfte die TDK-Trilogie von Christopher Nolan sein.

Was führt diese Bande nur im Schilde? Egal was, Batman und Robin müssen es verhindern. ©20th Century Fox

Vier Schurken auf großen Kurs

Zufällig sind einige Schurken nicht im Gefängnis und scheinen hinter dem Vorhaben, die Weltherrschaft mit der Erfindung von Schmidtlapp an sich zu reißen zu stecken. Dabei handelt es sich um den Joker (Cesar Romeo), Pinguin (Burgess Meredith), Riddler (Frank Gorshin) und Catwoman (Lee Meriwether). Damit die Schandtat auch klappt, gehen sie ihr großes Unternehmen mit einem U-Boot an. Eben solches haben sie einen anderen Look verpasst. Es sieht tatsächlich wie ein schwimmender Vogel aus, was auf eine Idee des Pinguins zurückzuführen ist. Doch auch in diesem Fall wird es noch absurder. Das U-Boot kaufte der Pinguin unter falschen Namen als Restbestand bei der Marine auf. Erstens dürfte sowas unmöglich sein, und zweitens hat der Käufer nicht einmal seine vollständige Adresse angegeben. Aber im Comicuniversum scheint sowas nicht nötig zu sein. Wie dem auch sei. Langeweile kommt keinesfalls auf.

,,Als BATMAN, die Fernsehserie, Premiere auf ABC hatte, war ich in der siebten Klasse. Mit drei Jahren war ich Comicfan. Ich hörte, Batman soll im Fernsehen kommen. Ich konnte es kaum erwarten. Für mich war es das erste Mal seit SUPERMAN mit George Reeves, dass eine große Comicfigur eine bedeutende Rolle einnehmen sollte. Ein noch nie dagewesener Geldbetrag ist pro Folge druafgegangen. Und für damalige Verhältnisse war es etwas Besonderes, dass die Serie in Farbe ausgestrahlt werden sollte.“

Michael Uslan (Batman-Historiker und Filmproduzent)

Als tiefgründige Verarbeitung kann diese Umsetzung ohnehin nicht angesehen werden. Für entsprechenden Tiefgang, den man nur sporadisch ausmachen kann, sorgt Adam West in Person von Bruce Wayne, als er mit dem Gedanken spielt endlich wieder eine feste Bindung einzugehen. Eine Verarbeitung des düsteren Helden sucht man hier natürlich vergebens. Aber so banal wie (fast) alles in diesem Film erscheint, wird er dennoch dem Comicrelikt mehr als gerecht. Bunt her geht es nicht nur in den Farben, sondern auch in der Story, die eigentlich ist. Aber mitte der 1960er Jahre hat das sicherlich nur wenigen Zuschauern gestört. Es war ohnehin das jahrzehnt der banalen, aber dennoch witzigen Komödien. Der Farbfilm nahm zu jener Zeit so richtig an Fahrt auf und findet im bunten Batma-Film seinen Meister.

Regisseur mit großer Bekanntheit in Fernsehserien

Leslie H. Martinson hat mehr Regiearbeiten in TV-Serien vorzuweisen. Bis Ende der 1980er Jahre war er dort sehr aktiv. Auch für die Batman-Serie führte er in zwei Folgen Regie. In den 1970er Jahren kehrte er noch einmal in den DC-Bereich zurück, als er für einige Folgen die Regie für Wonder Woman (1975-1979) übernahm. Egal ob Fantasy, Action oder Comedy. Martinson war in den Genres sehr vielfältig und konnte so eine große Auswahl in seiner Vita aufweisen. Er starb im September 2016 und wurde stolze 101 Jahre alt.

Doch ein klein wenig Trivia gehört auch zu alten Filmen. Das Filmplakat zeigt Batman in einem roten statt grauen Kostüm. Dies ist aber kein Fehler, sondern eine Hommage an das Originalkostüm, das Bob Kane entworfen hat, um Batman zu erschaffen. Kurze Zeit später wurde es vom Karikaturisten Bill Finger überarbeitet, der die Farbe der Strumpfhose von Rot zu Grau änderte.

Fazit: Es war die Zeit der bunten Unterhaltung. Und als solche steht auch dieser Film, der zumindest dem Comicrelikt mehr als gerecht wird und zu jener Zeit die jungen Zuschauer begeistert hat. Batman in Farbe und dazu in einem Spielfilm war zur damaligen Zeit ein echtes Erlebnis. Die Fangemeinde um die heldenhafte Fledermaus wurde dank des Films nur noch größer, welcher einst große Erfolgswellen schlug. Um Batman als tiefgründigen Helden zu sehen, musste man allerdings noch viele Jahre warten. Aus heutiger Sicht ist diese Komödie mehr als banal. Die Story ist von vielen Ungereimtheiten geprägt und lässt einen eigentlich nur den Kopf schütteln. Aber sie steht sinnbildlich für den Einfallsreichtum der Autoren und schafft es darüber hinaus echten Charme auszustrahlen. Eine filmische Umsetzung, an der nicht nur die Darsteller, sondern auch deren Zuschauer große Freude entwickeln konnten.


Quellen:

imdb.com
Die Blu-ray Extras von Batman hält die Welt in Atem
Bildquelle Titelbild und Szenenbilder: ©20th Century Fox


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

6 Gedanken zu “Batman [1966] – Eine Comicverfilmung in Reinkultur

  1. Ich finde die 60er Serie und damit diesen Film, nachwievor ganz grandios. Auch wenn man sie aufgrund ihrer Formelhaftigkeit, kaum „bingen“ kann. Aber durchaus clevere Hintergrundgags, der Kontrast zwischen den gnadenlos overactenden Schurken (gerade Gorshin erhebt das ja zur Kunstform) und dem stets vollkommen ernsthaften, Moralbotschaften herunterbetenden Batman (die Tatsache, dass Adam West auch mal Gags haben wollte ist eines der großen Probleme der letzten Staffel…), das war seiner Zeit einerseits weit vorraus, andererseits, gerade mit seiner Veralberung aller Autoritätsfiguren, voll in den späten 60ern verwurzelt. Und Commodore Schmidtlapp ist einfach einer der besten Namen aller Zeiten. 😉

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