Alle Phasen des Marvel Cinematic Universe
4. Phase des Marvel Universum
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9 Folgen in 1. Staffel

Produktionsjahre: 2021

Sender: Disney+

Genre: Drama, Action

FSK: 12

Erstausstrahlung: 11. August 2021
Fortsetzung: folgt…


Idee: A.C. Bradley
Drehbuch: Matthew Chauncey, A.C. Bradley u.v.a.
Regie: Bryan Andrews

Darsteller

Jeffrey Wright: The Watcher 9 Episoden
Samuel L. Jackson: Nick Fury, 4 Episoden
Chadwick Boseman: Black Panther, 4 Episoden
Mick Wingert: Iron Man, 4 Episoden
Lake Bell: Black Widow, 3 Episoden
Jeremy Renner: Clint Barton, 3 Episoden
Benedict Cumberbatch: Doctor Strange, 3 Episoden
Josh Keaton: Captain America, 3 Episoden
Ross Marquand: Sub-Ultron Sentries, 3 Episoden
Tom Hiddleston: Loki, 3 Episoden
u.v.a

Musik in der Serie: Laura Karpman


Die erste Ausgabe von vielen verrückten Geschichten. © 1977 Marvel Characters, Inc.

Infos zur Serie: Es ist keine Fortführung der Geschehnisse im eigentlichen Sinne. Viel mehr handelt es sich hier um Paralellwelt des Universums, welches wir aus den vorangegangenen 25 Spielfilmen kennen. Auf die Filme wird lose Bezug genommen, bzw. deren Ereignisse abgeändert. Dabei ist es nicht zwingend, alle MCU-Filme gesehen zu haben. Aber von Vorteil ist es natürlich immer. Jedes Ereignis in der jeweiligen Episode steht erst einmal für sich und könnte später zu etwas noch größeren zusammenlaufen. Eines steht jedoch fest: Der Watcher wird niemals in die Geschehnisse eingreifen…

Aber wo liegt der Ursprung von What If…? Tatsächlich auf einer Comicreihe, die erstmals im Februar 1977 erschienen ist und viele sonderbare als auch verrückte Geschichten an den Tag gebracht hat. In der ersten Ausgabe ging es darum, wenn Spider-Man den Fantastic Four begetreten wäre. Insgesamt gab es zwei Comicreihen die im klassischen Stil bis zum Jahr 2011 veröffentlicht worden sind. Ab 2004 gab es unterschiedliche Themenausgaben im modernen Stil.


Die Folgen der 1. Staffel
Anm.: Bisher seid ihr es gewohnt gewesen, dass die anderen MCU-Serien mit dem Podcast Flimmerkiste mit Marco besprochen wurden. Bei What if…? haben wir uns bewussst anders entschieden. Von daher bekommt ihr wieder hier ein schriftliches Fazit von mir, so wie er es schon Beispiel bei der 1. Staffel von Love, Victor gewohnt gewesen seid.


1. Was wäre, wenn Captain Carter die erste der Avengers geworden wäre? (What If… Captain Carter Were the First Avenger?), 33 Min.

Steve Rogers wird schwer verletzt und kann deswegen nicht in die Kapsel steigen. Stattdessen tut dies Peggy Carter und wird zur ersten Supersoldatin.

©Disney+

Womit haben wir es in dieser Episode zu tun? Es wird noch einmal der Film Captain America: The First Avenger aufgegriffen und in abgeänderter Form noch einmal erzählt. Es wird die Geschichte von Peggy Carter erzählt, die statt Steve Rogers zur Supersoldatin wird. Aber was nimmt man aus dieser Folge mit? Die Chemie zwischen Peggy und Steve ist auch hier wieder zu spüren und Steve bekommt trotz Soldatenserum etwas zu tun und kann so dem Krieg dienen. Eine technisch gute Umsetzung mit tollen Kameraperspektiven, zeigt zwei Charaktere die sich beweisen müssen, weil sie nicht akzeptiert werden. Insgesamt eine solide Episode, die viel Luft nach oben hat, weil sie die angekündigte Verrücktheit noch nicht ausspielt. Aber das Potenzial wurde definitiv angedeutet.

Musik in dieser Folge
Benny Goodman and His Orchestra – „Bugle Call Rag“
Werner Tautz – „Manhattan Calling“
David Lindup – „Midnight Serenade“


2. Was wäre, wenn T’Challa zu Star-Lord geworden wäre? (What If… T’Challa Became a Star-Lord?), 35 Min.

Die Weltraumpiraten, die auch als „Ravagers“ bekannt sind, entführen statt Peter Quill den jungen T’Challa. Doch der hat seine eigentliche Heimat nicht vergessen…

©Disney+

Vom Prinzip her wird wie in der Captain Carter Folge ein Ereignis durch ein anderes ersetzt. Zeitlich befindet man sich hier im Jahr 2014 wo Peter Quill den Orf stehlen möchte. Doch hier ist nicht Peter Quill, sondern T’Challa a.k.a. Black Panther der Star Lord. Er wird selbst von seinen Feinden verehrt und als etwas Unbesiegbares angesehen, was storytechnisch nicht gerade spannend ist. Diese Folge lebt von ihrer Verspieltheit und Easter Eggs und nimmt sich dabei selbst nicht so ernst. Allerdings ist interessant, was man hier aus dem Collector gemacht hat. Der ganz große Wurf ist auch diese Episode nicht, welche aber dennoch gut unterhält.

Musik in dieser Folge
A Flock of Seagulls – „Space Age Love Song“


3. Was wäre, wenn die Welt ihre mächtigsten Helden verloren hätte? (What If… The World Lost Its Mightiest Heroes?), 33 Min.

Nick Fury möchte die Avengers zu einer Einheit zusammenbringen. Jedoch machen Zwischenfälle dies völlig unmöglich…

©Disney+

Gegenüber den ersten beiden Episoden haben wir es hier mit dem ersten echten Highlight dieser Staffel zu tun. Zum ersten, weil hier kein Ereignis aus den Filmen ausgetauscht wird und zweitens eine eigenständige Geschichte erzählt wird. Die Mystery-Crime-Story bringt reichlich Spannung mit und hält sich sichtlich mit den Gags zurück, was der Erzählung der Geschichte sehr zu gute kommt. Außerdem erlebt man hinten raus die ein oder andere Überraschung…

Musik in dieser Folge
Stan Erivan – „Love is a Game“


4. Was wäre, wenn Doctor Strange statt seiner Hände sein Herz verloren hätte? (What If… Doctor Strange Lost His Heart Instead of His Hands?), 36 Min.

Statt seiner Hände verliert Doctor Strange etwas anderes und möchte diesen Umstand nicht akzeptieren. Daraufhin trifft er eine folgenreiche Entscheidung.

©Disney+

Außer der tiefsten Finsternis erwartet uns hier echte Dramatik, Verluste und eine ganz wichtige Erkenntnis im Bezug auf Zeit. Doctor Stephen Strange fällt es schwer loszulassen und möchte genau deswegen alles tun, um alles wieder rückgängig zu machen. Aber wie so oft im Leben hat alles seinen Preis. Und die inneren Dämonen spielen auch eine ganz wichtige Rolle. Eine tolle Ergänzung zum Film Doctor Strange (2016) und natürlich der Figur selbst.


5. Was wäre, wenn … Zombies?! (What If… Zombies?!), 32 Min.

Die Welt wird von einem Zombie-Virus heimgesucht. Die übrig gebliebenen Avengers kämpfen gegen den Rest der Welt und wollen ein Heilmittel finden.

©Disney+

Eine starke Idee, die man hier aufgegriffen hat. Die Avengers in einer Zombie-Apocalypse? Warum nicht? Zeitlich befinden wir uns in dem Moment, wo Bruce Banner in die Haustreppe von Doctor Strange kracht. Aber eben dieser ist nicht zuhause, so wir es eigentlich aus Infinity War kennen. Draußen trifft er dann auf jenen Strange bzw. auch Tony, die beide, wie viele andere zu Zombies mutiert sind. Zum Glück findet Bruce Verbündete, mit denen er flüchten kann. Anders als bei den typischen Zombies, behalten diese hier ihre eigentlichen Fähigkeiten. Strange kann noch zaubern und Tony seine Technologie benutzen. Insgesamt eine etwas andere Episode, die sich durchaus was traut, aber zu sehr im marveltypischen Humor verfällt. Zwar ist es zum großen Teil sehr witzig, aber dann irgendwie doch eine Spur drüber. Aber definitiv ist es eine Episode, die man zumindest mal gesehen haben sollte.


6. Was wäre, wenn Killmonger Tony Stark gerettet hätte? (What If… Killmonger Rescued Tony Stark?), 33 Min.

Tony Stark wird in Afghanistan von Killmonger gerettet und wird damit nicht ein Opfer seiner eigenen Bombe. De fakto wird also verhindert, dass Tony zu Iron Man wird. Doch tut er dies völlig uneigennützig?

©Disney+

Thematisch befinden wir uns hier beim Anfang von Iron Man. Anders als im Film entkommt er dem Anschlag und wird gerettet. Was dazu sehr interessant erscheint, ist die Tatsache, dass Tony ein A****loch bleibt und dazu mit Killmonger einen engen Vertrauten gewinnt. Eines Tages blüht ein ganz großes Geschäft, wobei Killmonger Grenzen zu überschreiten scheint. Eine Episode, die nicht nur die menschliche Moral hinterfragt, sondern sich Gedanken macht, was daraus noch folgen kann. Gerade zum Ende hin entsteht ein größerer Spannungsbogen.

Musik in dieser Folge
Ludwig Göransson – „Killmonger“
Ludwig Göransson – „Burn It All“


7. Was wäre, wenn Thor ein Einzelkind gewesen wäre? (What If… Thor Were an Only Child?), 35 Min.

Thor ist ein Einzelkind und lernte niemals ein richtiger Held zu sein. Stattdessen feiert er intergalaktische Partys auf der Erde. Kommt der angebliche Donnergott doch noch zur Vernunft?

©Disney+

Was zum Donner ist denn hier los? Eine Episode für die Krabbelgruppe? Okay, wie Thors Zeit als Einzelkind gewesen sein könnte, ist dann doch irgendwie ein interessanter Gedanke. Aber was man letztendlich daraus machte, ist bestenfalls ungenügend. Obwohl, Loki als Dunkelelf in Interaktion mit Thor hat mich dann doch aufhorchen und schmunzeln lassen. Insgesamt betrachtet konnte dieser Aspekt diese Episode nicht retten. Aber zum Glück folgen in der Regel wieder bessere Episoden.


8. Was wäre, wenn Ultron gewonnen hätte? (What If… Ultron Won?), 30 Min.

Eine schlimme Katastrophe hat sich zugetragen. Nun liegt es an Natasha Romanoff und Clint Barton eine Lösung zu finden.

©Disney+

Ultron will wie genau wie im Film für Frieden sorgen, indem er alles vernichtet, was sich ihm in den Weg stellt. Und hier kann er seinen Plan besser verwirklichen, da er es schafft einen Körper zu besetzen. Und wie man mit der Figur umgeht, als er kein Ziel mehr zu haben scheint, ist einfach mal grandios. Allein wie er Thanos in Sekundenbruchteil erledigt, hätte man sich nie und nimmer getraut in einem Film umzusetzen. Doch hier hat man die Möglichkeit und weiß darüber hinaus noch mehr zu nutzen. Ultron hat nun ein echtes Profil und man versteht seine Beweggründe. Eine Folge, die den Film Age of Ultron (2015) mehr als in den Schatten stellt.


9. Was wäre, wenn der Watcher seinen Schwur gebrochen hätte? (What If… The Watcher Broke His Oath?), 35 Min.

Der Watcher scheint seinen Schwur gebrochen zu haben? Doch wird dies die Lösung des Problems sein?

©Disney+

Die Ereignisse aus der vorangegangenen Folge werden weitergeführt. Und der Watcher muss eine Entscheidung treffen, um überhaupt eine Chance zu haben Ultron aufzuhalten. Der hat sich mittlerweile das Ziel gesetzt noch mächtiger zu werden und möchte fortan das komplette Multiversum auslöschen. Doch die Guardians of the Multiverse haben dem etwas entgegenzusetzen und treten nun erstmalig als Gruppe in Erscheinung. Kommt einen doch ziemlich bekannt vor. Hier erlebt man ein ordentliches Feuerwerk und anständiges Staffelfinale, ohne sich selbst neu zu erfinden. Es ist eben die typische Marvel-Formel. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht sehr gut.


Meine Sternenbewertung der 1. Staffel lautet folgendermaßen:

Bewertung: 5 von 5.

Bewertung: 3 von 5.

Warum reicht es für mich nur zu diesen 8 statt 10 Sternen? Ganz einfach, die Serie leidet meiner Meinung nach an einer schlechten Ausgewogenheit. In den ersten beiden Folgen traute man sich zu wenig und machte es sich einfach, indem man nur ein bestimmtes Ereignis des jeweiligen Filmes vertauschte und leicht abgeändert erzählte. Eine wirkliche Charaktertiefe sucht man vergebens. Episode drei und vier haben dies sehr viel besser eingefangen und trauten sich zudem etwas zu. Auch die Zombie-Episode weiß zu gefallen, leidet aber an zu vielen Gags. Hier wollte man nur familientauglich bleiben und schaffte es nicht die Komfortzone zu verlassen. Gleiches gilt auch für die siebte Folge mit Thor, nur dass man es hier viel schlimmer machte. Die Frage der Moral und Werte wird in Episode sechs beleuchtet und könnte, wenn man es richtig anstellt, clever weitererzählt werden. Ein absolutes Highlight ist die achte Folge und zeigt uns einen Ultron, der in seinem Element ist und den Film Age of Ultron in den Schatten stellt. So erzählt man Geschichten und beleuchtet einen Antagonisten mit einzigartigen Blickwinkeln und Dimensionen. Bitte mehr davon! Die letzte Folge macht gewohnt Spaß, ohne dabei was Besonderes zu sein. Es gibt also genügend Ansetze, um es in der 2. Staffel besser zu machen. Einige Highlights dürften wir schon erleben und das Potenzial ist da, um was sehr innovatives zu gestalten. Allerdings müsste Marvel dafür seine Formel etwas abändern.



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Titelbild ©Marvel Studios


What If… ansehen

Disney+


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

2 Gedanken zu “What If…? (2021) oder die Ergründung des Multiversums

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