Ghostbusters Filmfranchise
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Originaltitel: Ghostbusters
Produktionsland: USA

Darsteller:
 Bill Murray: Dr. Peter Venkman, Dan Aykroyd: Dr. Raymond Stantz, Sigourney Weaver: Dana Barrett, Harold Ramis: Dr. Egon Spengler, Ernie Hudson: Winston Zeddemore, Rick Moranis: Louis Tully, Annie Potts: Janine Melnitz u.v.a.
Drehbuch:
Dan Aykroyd, Harold Ramis
Produzenten: Bernie Brillstein, John de Cluir
Regie: Ivan Reitman

Genre: Fantasy, Sci-Fi, Komödie
FSK: 12
Länge: 105 Min.

Produktionsfirma: Columbia Pictures
Verleiher: Sony Pictures Home Entertainment

Filmstart (USA): 7. Juni 1984 (Premiere)
Filmstart (Dtl. West): 25. Januar 1985
Start der Blu-ray: 18. Juni 2009


„Bin stolz darauf, dass der Film so zeitlos geworden ist.“

Dan Aykroyd , als er den restaurierten ECTO-1 im Making-Of „ECTO-1: Die Wiederbelebung eines Oldtimers“ begutachtet.

Als Wissenschaftler sind Peter, Ray und Egon gescheitert und fliegen darüber hinaus von der Uni. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, um als selbstständige Geisterjäger aktiv zu werden. Ein Service rund um die Uhr, welcher den bösen Geistern Einhalt geboten werden soll. Doch damit nicht genug. Schon bald bekommen sie es mit einer uralten sumerischen Gottheit zu tun, die mitten in der City von New York ihre Wiedergeburt plant. Ein Ausmaß, dessen sich die „Ghostbusters“ erst noch bewusst werden müssen.

Auch das Filmteam, welches „Ghostbusters“ realisieren wollte, gingen mit einem bestimmten Bewusstsein oder auch Gedanken an die Arbeit, wie das folgende Zitat von Ivan Reitman beweist:

„Es war am ersten Drehtag. Eine dieser Bildmontagen in der vier Kerle in voller Montur und mit Rucksäcken mit Geisterfällen herumrennen. Ich hatte die Aufnahme vorbereitet und plötzlich kam der Trupp. Es war das erste Mal, dass ich sie in voller Montur am Drehort sah. Und mir lief ein Schauer über den Rücken. Es war ein vollkommen neuer Anblick. Und dieser Anblick fühlte sich richtig an.

Regisseur Ivan Reitman über seine Gedanken während des Drehstarts

Eine Mischung aus Humor und Geistermythologie

Wie ihr oben bereits erfahren habt, schrieb Dan Aykroyd das Drehbuch zum Film. Auch die erste Drehbuchfassung, gegen Ende 1981 entstanden, stammt aus seiner Feder. Doch so völlig ausgedacht ist das Script nicht, weil es auf die Forschungen seiner Familie seit den 1920er Jahren beruht, die sich eingehend mit das Paranormale beschäftigt und intensiv erforscht haben. Da Blues Brothers (1980) ein großer Hit war und D. Aykroyd mit John Belushi in den Hauptrollen sehr gut harmonierten, sollte Belushi definitiv erneut eine Hauptrolle spielen und somit in Ghostbusters mitwirken. Auch Eddie Murphy war für den Cast vorgesehen. Leider wurde daraus nichts und Murphy drehte etwas später Beverly Hills Cop (1984). Bevor das Drehbuch überhaupt fertig war starb John Belushi im März 1982. Doch Aykroyd ließ sich nicht entmutigen und schrieb das Drehbuch zuende.

Auch die Nebenrollen waren u.a. mit Sigourney Weaver gut besetzt. So improvisierte auch sie in einigen Szenen und belebte mit ihrer Interpretation der Rolle den Film deutlich. Außerdem stammte die Idee des Schlüsselwächters von ihr. © 1984 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Als dann schlussendlich die Geisterjäger gegründet waren, wurden sie natürlich von allen Seiten kritisch beäugt und gingen zu dritt ihren Weg. Das Team bestand aus Peter Venkman, Ray Stantz, Egon Spengler. Winston Zeddemore stieß etwas später zum Team. Winston wurde von Ernie Hudson gespielt und wäre im ursprünglichen Drehbuch ab Seite 28 vorgekommen. Letztendlich ist er ab Seite 65 zu finden hat im Film bedeutend weniger Text. Aber was er hat, nutzt er verbuchte einige Momente für sich. Eben solche hat auch Bill Murray als Peter Venkman für sich ausgekostet und improvisierte viele Szenen, die im Drehbuch nicht vorgesehen waren. Würde man ein Superlativ für seine Spielweise verwenden, könnte wohl brilliant am besten passen. Aber kurz vor Drehbeginn wusste keiner, ob Murray überhaupt am Set erscheinen würde. Ob dahingehend die Zweifel bei Dan Aykroyd sehr groß waren, ist leider nicht übermittelt. Aber die Wege der Beiden hatten sich bereits in Saturday Night Live gekreuzt.

Damalige Tricktechnik begeistert noch heute

Im Einsatz mit den Nutrona-Stäben, die aus dem Ideenreichtum des Special Effects Teams entsprungen sind. © 1984 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Spezialeffekte funktionierten zur damaligen Zeit noch anders als heute. Alles musste auf Anhieb klappten und konnte nicht eben mal schnell am Computer korrigiert werden. Aber dieser Aspekt hatte auch seine Vorteile. Das gesamte Team agierte stets als Gruppe und legte die bestmögliche Akribie in das Projekt und ließ großartige Kulissen und furchteinflößende Gestalten auf das Publikum los. Und eben solche mussten natürlich von den Geisterjägern bekämpft werden. Und sowas funktioniert natürlich nicht mit normalen Waffen. Zum Einsatz dafür kamen die sogenannten Nutrona-Stäbe, die auf den ersten Blick wie normale Schusswaffen aussehen. In der späteren Cartoonserie The Real Ghostbusters (1986) hießen die Schussgeräte Protonstrahler. Aber bereits in diesem Film stehen die Stäbe für ein außergewöhnliches Merkmal und präsentieren den Film auf vielen Plakaten. Dazu machte Robert Edlung, der u.a. für solche Dinge zuständig war, folgende Bemerkung:

„Eine Signatur des Films ist die Animation des Nutrona-Stabs also die Idee, Licht zu gummieren eine komisch wirkende Animation zu erfinden, sobald diese Jungs mit den rasenden Nutrona-Stäben mit den Dingern loslegen.

Robert Edlung, A.S.C. Visual Effects Supervisor

„Der Zeitplan für dieses Projekt ist sehr kurz und beinhaltet sehr viel Arbeit. Wir könnten es ohne die Mischung von Talent und der Erfahrung von anderen Spezialeffektefilmen wie Star Wars: Empire Strikes Back, Raiders, Poltergeist, E.T. nicht zustande bringen. Wir haben Glück gehabt. Ich glaube, wir haben das beste Effekteteam zusammengestellt, das es jemals gab.“

Richard Edlund, A.S.C. Visual Effects Supervisor

Ohnehin war die Produktion mit einer genehmigten Produktionszeit von 13 Monaten sehr knapp bemessen. Bei der Vollendung des Scripts hatte Aykroyd Hilfe von Harold Ramis, der im Film Egon Spengler mimte und der Figur den gewissen Touch verpasste. Eigentlich sollte seine Figur noch eine Romanze beinhalten. Eben solche ging dann aber an einen anderen Charakter. Nach und nach tat sich Böses in New York auf und die Geisterjäger mussten sich auch mit dem Umweltschutz auseinandersetzen. Auch während des Drehs selbst gab es so einige Hürden zu meistern. So war nicht klar, ob man den Titel „Ghostbusters“ verwenden konnte. Schließlich musste das Namensschild getauscht werden und dazu noch mit „Ghostbreakers“ gedreht werden, was Columbia Pictures veranlasst hatte. Doppelte Arbeit für das Team also, bis es dann endlich sicher war, dass man ersteren Namen verwenden konnte. Die Rechte dafür hatte die Produktionsfirma Filmation.

Doch die Visionen des gesamten Teams haben sich bezahlt gemacht und Regisseur Ivan Reitman sicherte sich zudem alle Freiheiten für das Marketing und arbeitete Tag und Nacht. Tagsüber wickelte er den Dreh des Films ab und schnitt die Szenen in der Nacht. Zwar war das Drehbuch alles andere als tiefgreifend, machte aber dank der groß aufspielenden Darsteller Spaß. Insbesondere die Arbeit hinter der Kamera war mehr als anstrengend als auch erfolgreich. Alle Figuren, inklusive Geister, unterstrichen den Humor des Films.

„Ich zeigte meinem achtjährigen Sohn die Ghostbusters-Filme. Ich hatte damit gewartet. Mein Vierjähriger kam auch dazu. Ich wollte, dass sie die Filme mögen, ohne Angst zu haben. Beide liebten die Filme und sahen sie immer wieder. Und mein Vierjähriger sagte mir einmal nach Ghostbusters II: „Dad, du bist ein toller Wissenschaftler.“ Das war das schönste Kompliment von allen.“

Harold Ramis über die Erfahrung, als sich seine Kinder die Ghostbusters-Filme angesehen habe.

Fazit: An dieser Stelle muss ich nicht mehr viel schreiben. Das Zitat von Harold Ramis, im Jahr 2014 verstorben, bringt es perfekt auf den Punkt. Man merkt einfach, dass im ganzen Projekt viel Herzblut steckte und man dazu fähig war das Publikum zu begeistern. Die Menschen liefen damals scharenweise in die Kinos und bescherten Columbia Pictures einen sehr großen Erfolg, was eine Fortsetzung im Jahr 1989 nach sich zog. Ich konnte ich den Film nicht im Kino genießen, weil ich schlichtweg zu jung oder noch nicht geboren war. 😉 Aber dank der Projekttage im Schulalltag der 1990er Jahre war es möglich den Film mit der Klasse auf Video zu schauen. Dazu wurde einfach der Fernseher und Videorekorder im transportfähigen TV-Schrank angeschmissen, um uns als Kinder für den Film zu beGEISTERN. 😉 Ein Zauber, welcher bis heute anhält und vielleicht auch weitergetragen werden kann. Die Geisterjäger sind eine schöne Erinnerung an die Kindheit und haben eben solche geprägt und das Franchise unsterblich gemacht. Zeitlos, abstrus, aber auch besonders witzig und unterhaltend. Eben die Ghostbusters in Reinkultur. Gute Unterhaltung!


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Inhaber des Titelbilds: © 1984 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Natürlich habe ich auch hier wieder eine große Recherche betrieben, die besonders durch die Extras der Blu-ray möglich waren. Daraus stammen die Zitate, die ich hier genutzt habe. Eben solche fand ich auch in der Netflix-Serie Filme – Das waren unsere Kinojahre.


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

2 Gedanken zu “Ghostbusters [1984] – Mehr als nur eine Geisterkomödie

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