Deine Juliet [2018]

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© STUDIOCANAL

Originaltitel: The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society
Produktionsland: Vereinigtes Königreich,

Romanvorlage: Mary Ann Shaffer, Annie Barrows

Regie: Mike Newell
Drehbuch: Kevin Hood, Thomas Bezucha, Don Roos
Darsteller:
Lily James, Michiel Huisman, Matthew Goode, Glen Powell, Katherine Parkinson uva.

Genre: Drama
FSK: 6
Länge: 124 Min.
Produktionsfirma: STUDIOCANAL

Premiere im Vereinigten Königreich: 09. April 2018
Filmstart in Dtl.: 09. August 2018


London 1946: Die Journalistin Juliet Ashton (Lily James) verliebt sich in den attraktiven Mark Reynolds (Glen Powell). Schon bald ist sie bereit seinen Heiratsantrag anzunehmen und ein neues Leben in den USA zu beginnen. Doch Juliet ist auch eine gefragte Journalistin und Schriftstellerin, obwohl ihr Buch, eine kritische Biographie über Anne Bronté nur 28 Mal verkauft wurde. Doch dann erhält sie einen unerwarteten Brief von Dawsey (Michiel Huisman) aus London. Im Brief handelt es sich um einen Buchclub, der ihren Humor zu treffen scheint…

Gutes Zusammenspiel aller Protagonisten

Der literaturbegeisterte Farmer Dawsey Adams lebt auf der abgelegenen Kanalinsel Guernsey. Er sucht ein besonderes Buch, wofür er Juliet um Hilfe bittet. Dann macht sie sich auf die Reise, um den Geschichten in den Briefen auf den Grund zu gehen. Dabei erfährt sie auch, dass Dawsey und einige Bewohner einem Literaturverein namens Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf“ angehören, der mehr oder weniger in der Not geboren wurde. Die anwesenden Protagonisten weisen sowohl exzentrische als auch liebenswerte Charaktereigenschaften auf, die auch in dramatischen Momenten zu überzeugen wissen. Schon bald stehen Juliet Ashton (Lily James) und Dawsey (Michiel Huisman) mehr und mehr im Mittelpunkt des Geschehens, wo es irgendwann auch darauf ankommt eine Entscheidung zu treffen. Mögen die Umstände noch so niederschmetternd sein. Das Schaupiel aller Darsteller gewinnt eine unaufgeregte Darbietung, die auch sehr gut ihre Körpersprache um Ausdruck bringen. Egal ob verspielte Blicke oder kurze Berührungen, langweilig wird es dabei nie, sondern auch mal ganz witzig.

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© STUDIOCANAL

Literarische Vorlage diente dem Drehbuch

Der Film basiert auf dem historischen Roman The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society, der US-amerikanischen Autorin Mary Ann Shaffer. Schlussendlich hat ihre Nichte Annie Barrows das Buch fertiggestellt. Zunächst war Shaffers Recherche erfolglos, als sie noch eine andere Biografie schreiben wollte. Doch als sie am Flughafen der  Guernsey-Insel festgesessen war, fand sie in einem Buchladen viele Werke zur deutschen Besetzung der Inseln im 2. Weltkrieg. Dadurch ließ sie sich inspirieren und schrieb The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society. Allerdings kam es aufgrund ihrer Gesundheit nicht zur Fertigstellung. Dies übernahm dann schließlich ihre Nichte Annie Barrows. Dazu sagte sie folgendes:

„Mary Ann rief mich an und sagte: ,Du bist der andere Schriftsteller in der Familie. Wirst du dieses Buch für mich zu Ende schreiben?’“, erinnerte sich Barrows.  „Ich setzte mich hin und las es, und ich war begeistert. Es war, als hörte man Mary Ann sprechen, und es gab nichts Interessanteres, als Mary Ann sprechen zu hören.“ „Es gab viel zu tun“, fuhr sie fort. „Ich dachte erst, es sei unmöglich. Dann setzte ich mich hin und schrieb. Nach zweo Stunden, sagte ich mir: Das ist nicht unmöglich. Das wird wunderbar“.

2008 kam das Buch auf den Markt und erschien in Dtl. unter dem Titel Deine Juliet – Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf

Regisseur Mike Newell setzte auf die Dramaturgie, die fast durchgängig als Stilmittel diente. Ergänzt wurde dies mit witzigen Dialogen, die dosiert ihre Anwendung fanden. Zentrales Thema ist auch der Zustand der Ab- und Selbstständigkeit einer Frau, die für die gesellschaftliche Emanzipation steht. Newell verfilmte hier nicht zum ersten Mal eine Buchvorlage. Allerdings standen in Große Erwartungen (2012) und Harry Potter und der Feuerkelch (2005) männliche Protagonisten im Mittelpunkt, die um Anerkennung oder um ein besseres Leben rangen.

Kamera mit beeindruckenden Bildern

Gedreht wurde nicht nur in England, wo auch schöne Landschaftsaufnahmen entstanden sind. U.a. in Clovelly (UNESCO-Biosphärenreservat), ein Fischerdorf an der Nordküste Devons oder an der Princes Wharf in Bristol. Guernsey ist eine Vogtei und eine Insel, die kurz vor der Küste der französischen Normandie im Ärmelkanal liegt. Zac Nicholson, der zuvor die Kameraarbeit für The Death of Stalin (2017) leistete, fing tolle Bilder mit kräftigen Farben ein und versetzte das Publikum in längst vergangene Zeiten zurück. Auch die Kostüme und das Make-Up wurden entsprechend der Zeit realistisch umgesetzt. Die Filmmusik wurde von Alexandra Harwood komponiert, die eigentlich selten für größere Produktionen zu haben ist. In der Regel liefert sie die Musik für Dokumentation bzw. Doku-Kurzfilme. Aber auch in Deine Juliet kann sich ihr Score hören lassen. Es passt einfach wunderbar in die Geschichte und in deren Zeit, in der sie spielt. 

Fazit: Ein Film, der allein mit seinen tollen Kulissen und Landschaften beeindruckt. Die Geschichte mag zwar recht dünn gestrickt sein, überzeugt aber dank seiner mit viel Leidenschaft aufspielenden Darsteller. Deshalb sind die Emotionen der Darsteller und die Erzählung des Regisseurs in einem gewissen Einklang.

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