Die Farbe des Horizonts [2018]

Die Farbe des Horizonts dfdh_01_unit_01236r_c_tobis_film
© Tobis Film

Originaltitel: Adrift
Produktionsland: USA, Hong Kong, Island

Regie: Baltasar Kormákur

Darsteller:
Shailene Woodley, Sam Claflin, Grace Palmer, Jeffrey Thomas, Elizabeth Hawthorne u.a.

FSK: 12
Länge: 97 Min.
Verleiher: Tobis Film

Premiere in den USA:  1. Juni 2018
Filmstart in den Österreich: 13. Juli 2018
Filmstart in Dtl.: 12. Juli 2018


Tami Oldham (Shailene Woodley) sticht mit ihrem Verlobten Richard Sharp (Sam Claflin) von Tahiti aus in Richtung Kalifornien in See. Doch der Segeltörn verläuft nicht wie erhofft, als das Boot in einen starken Sturm gerät. Richard wird von Bord gefegt, Tami erwacht erst Stunden später alleine auf offener See. Sie klammert sich an die Überreste ihres Bootes, doch zwischen ihr und der rettenden Küste liegen mehr als 1.500 Meilen. Auch die noch verwertbaren Lebensmittel sind irgendwann aufgebraucht…

Erzählung erfolgt nicht chronologisch…

…sondern verschachtelt. Dies war ein gute Entscheidung vom isländischen Regisseur Baltasar Kormákur (Contraband (2012), Everest (2015)). Im Angesicht des Todes mit der See und der Hoffnung endlich gefunden zu werden, wechselt das Szenenbild immer wieder in die Vergangenheit zurück, als die große Liebe zwischen Tami und Richard begonnen hat. Egal ob segeln, surfen oder an der Bar Cocktails schlürfen, die Liebe füreinander und die Lust auf das Abenteuer kommen sehr glaubhaft rüber. So entwickeln man gar ein Mitgefühl mit den Beiden, als wieder die gewaltigen Szenen bei stürmischer See einsetzen. Doch die wunderbare Chemie, die zwischen beiden Protagonisten herrscht, driftet hin und wieder zu sehr in die kitschige Schiene hinein, so dass das Oberwasser im positiven Sinne nur schwer erreicht wird. Doch Kormákur äußerte sich sehr zufrieden über Hauptdarstellerin S. Woodley:

„Sie hat sich voll reingehängt“, erklärte er. „Ihr Feedback war mir extrem wichtig. Ich wusste, dass sie eine starke Frau mit Herz und Tiefe spielen konnte. Aber da es ein Film über eine junge Frau ist und ich ein Mann bin – besser gesagt: ein Dinosaurier –, war es mir wichtig, von jemandem unterstützt zu werden, der viel besser versteht, was es bedeutet, eine 23-jährige Frau zu sein.“

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Wird ihre leidenschaftliche Liebe das Unwetter überdauern? © Tobis Film

Drehlocation war ein Inselstaat

Entstanden ist der Film auf der Insel Fidschi und wurde an den Orten Rakiraki, Suva und Pacific Harbour gedreht. Während die Geschichte erzählt wird, bekommt man vom Szenenbild wunderschöne Eindrücke vermittelt. Auf dem Wasser fängt die Kamera atemberaubende Bilder ein, die einen fast zu erschlagen scheinen. Verantwortlich dafür war Robert Richardson, der schon mit Regisseuren wie Oliver Stone, Martin Scorsese und Quentin Tarantino zusammengearbeitet hat. Und damit nicht genug: Richardson gewann jeweils einen Oscar für die Filme JFK – Tatort Dallas (1991), Aviator (2004) und Hugo Cabret (2011) in der Kategorie Beste Kamera. Für sechs weitere Filme wurde er nominiert. Zuletzt für The Hateful 8 (2015) Der beklemmende Score von Volker Bertelmann bestärkt die gewaltigen Bilder, als es darauf ankommt um das Überleben zu kämpfen. Überzeugend ist hierbei auch die Schnittarbeit von John Gilbert, der schon für Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (Hacksaw Ridge) (2016) zu gewaltigen Szenen eine exzellente Schnittarbeit ablieferte. Das Budget betrug rund 35 Mio. US-Dollar. Am ersten Wochenende in den USA wurden rund 11,6 Mio. US-Dollar eingespielt. Am 10 Juli 2018 belief sich die Summe auf ca. 30,9 Mio US-Dollar. Weltweit waren es bis zum 8 Juli 2018 rund 39,6 Mio. US-Dollar.

Das Drama basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1983, als eine junge Frau und ihr Verlobter mit ihrem Boot in See stechen. Doch die Segeltour im Pazifischen Ozean auf ihrem Weg von Tahiti nach Kalifornien scheint in einer Katastrophe zu enden.

Fazit: Dieses Drama hat eigentlich alles was so ein Film braucht. Eine Liebesgeschichte, die alles Glück der Welt verdient und auf ein großartiges Abenteuer aufbricht. Im großen und ganzen überzeugen die Darsteller Shailene Woodley (Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014)) und Sam Claflin (Ein ganzes halbes Jahr (2016)). Doch zum Ende hin wird es etwas kitschig, wobei auch die Glaubwürdigkeit etwas leidet. Überragend ist das Szenenbild, welches bei stürmischer See und auch nach der Katastrophe zu überzeugen weiß. Die Erzählweise ist abwechslungsreich und wird mit einem tollen Score ergänzt. Alles in allem ein gelungenes Drama, was leider an Authentizität verliert, als zu doll auf die Tränendrüse gedrückt wird. Aber dank der wahren Hintergründe aus dem Jahr 1983 ein packender Katastrophenfilm.

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