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© Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Originaltitel: Searching
Produktionsland: USA

Regie: Aneesh Chaganty
Drehbuch: Aneesh Chaganty, Sev Ohanian
Darsteller:
John Cho: David Kim, Michelle La: Margot Kim, Debra Messing: Detective Rosemary Vick

Genre: Thriller, Mystery, Drama
FSK: 12
Länge: 102 Min.
Produktionsfirma: Sony Pictures Germany

Premiere in den USA: 21. Januar 2018  (Sundance Film Festivals)
Filmstart in Dtl.: 20. September 2018


David Kim (John Cho) ist Vater von der 16-jährigen Margot (Michelle La), zu der er ein gutes Verhältnis hat. Doch sie lernt an einer Schule, die sich weiter weg von ihrem Zuhause befindet. Deshalb kommunizieren die Beiden über ihre Laptops, die sie via Skype oder im Chat nutzen. Doch plötzlich ist Margot verschwunden. Ihr Vater versucht vergebens, sie wieder zu erreichen. Nun soll es die Polizei richten. Detective Rosemary Vick (Debra Messing) nimmt sich diesem Fall an. Jedoch schafft sie es nicht brauchbare Hinweise zu finden. 37 Stunden vergehen, ohne dass sich was tut. Nun sieht sich David den Laptop von Margot genauer an, um endlich Hinweise über ihr Verschwinden zu finden. Jedoch muss er nun feststellen, dass er seine Tochter wohl doch nicht so gut kannte, wie er immer angenommen hat…

Computer-Bildschirm als Szenenbild

Schauspielerisch agieren die Protagonisten mit viel Dialog. Allen voran David Kim (John Cho) (American Pie (1999), Star Trek (2009)), der im Mittelpunkt des Geschehens steht. Seine Tochter Margot sieht man nur zu Beginn, bzw. in späteren Einblendungen, wo die Familiengeschichte näher beleuchtet wird. Fast die ganze Spieldauer entfaltet sich das Szenenbild auf einem Computer-Bildschirm, auch “Screen Movie (Desktop-Film)“ genannt. Der Horrorfilm Unknown User (2014) wurde ebenfalls mit dieser Methode umgesetzt. Zunächst hat man das Gefühl, es würde sich um ein Drama handeln. Zwar werden dramatische Elemente des Genres verwendet, aber dank seiner Steigerung mit zunehmender Dauer hat man es hier mit einem Mystery-Thriller zu tun. Und maßgeblich einen Anteil daran hat John Cho, der den Film fast im Alleingang trägt. Je länger die Suche nach seiner Tochter erfolglos ist, desto verletzlicher wird David. Wie im wahren Leben, wenn es einen Verlust zu beklagen gibt, reagiert man oft zu emotional auf alle Gegebenheiten, die auf einen einprasseln. Dies bringt J. Cho glaubhaft rüber und nimmt den Zuschauer dank seiner tiefgreifenden Spielweise richtig mit, so dass es einen selbst nicht kalt lassen kann, was da geschehen ist. Natürlich fügen sich auch die anderen Darsteller nahtlos in das Geschehen ein. Aber aufgrund der Wendung im weiteren Verlauf der Handlung bleiben diese Charaktere unerwähnt. So ist gegeben, dass sich der Zuschauer selbst den Überraschungen im Film hingeben kann.

Preise beim Sundance Film Festival

Bereits im Januar 2018 feierte der Film seine Weltpremiere auf dem Sundance Film Festival. Dabei konnten Regisseur Aneesh Chaganty und Drehbuchautor Sev Ohanian den Alfred P. Sloan Feature Film Prize gewinnen. Chaganty erhielt dazu noch den Audience Award. Seine Geschichte im Film beginnt zunächst harmonisch. Aber als Davids Tochter verschwunden ist, gewinnt der Film an Dramatik und Tempo. Es gibt mehrere Anhaltspunkte, die das Verschwinden der Tochter erklären könnten. Dabei wird man immer wieder in verschiedene Richtungen gelenkt und man weiß mitunter nicht genau, was nun eigentlich wirklich geschehen ist. Auf diese Weise konnte der Spannungsbogen stets aufrechterhalten werden. Doch es dreht sich nicht alles um die Suche nach der Tochter, sondern zeigt auch Einblicke in die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Die eigentliche Szenerie wird so immer wieder unterbrochen, um diese zwischenmenschlichen Aspekte in die Story einzubinden. Regisseur Aneesh Chaganty schafft es dabei, nicht zu übertreiben und bringt die tiefgründigen Elemente mit der Hauptstory in Einklang.

Fazit: Mit Searching bekommen wir einen Film geliefert, der sehr nahe an der Realität inszeniert wurde und auf Effekthascherei verzichtet. Die ganze Zeit über ist man nahe am Geschehen, wo Vater David nach einer Erklärung für das Verschwinden seiner Tochter sucht. Dass man dabei fast den gesamten Film in der Desktop-Perspektive verfolgt, ist für einen Thriller sehr außergewöhnlich und interessant zugleich. Die technische Umsetzung erfährt so einen Mehrwert. Das originelle Drehbuch sorgt stets für Spannung und kommt weitestgehend ohne Gewalt aus. Stattdessen werden Aspekte wie Beziehungsarmut bzw. Beziehungslosigkeit in Familien thematisiert. Außerdem wird aufgezeigt, dass Plattformen und Netzwerke im Internet nicht immer die richtige Zuflucht sind. Ein Film, der sich bis zum Ende lohnt und mit einer eindeutigen Botschaft aufwartet.

Ihr habt Lust auf den Film bekommen und wollt die letzte Chance nutzen ihn zu sehen? Dann wird euch der von mir verlinkte Kinofinder weiterhelfen.

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