25. Film des Marvel Cinematic Universe
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Originaltitel: Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
Produktionsland: USA
Darsteller:
Simu Liu: Shaun / Shang-Chi, Tony Leung Chiu-wai: Xu Wenwu, Awkwafina: Katy, Ben Kingsley: Trevor Slattery, Meng’er Zhang: Xialing, Fala Chen: Li, Michelle Yeoh: Ying Nan u.v.a.
Drehbuch: Dave Callaham, Destin Daniel Cretton & Andrew Lanham
Buchvorlage: Steve Englehart & Jim Starlin (Marvel Comic Buch)
Regie: Destin Daniel Cretton
Genre: Action, Abenteuer, Sci-Fi, Fantasy
FSK: 12
Länge: 132 Min.
Produktionsfirma: Marvel Studios
Verleiher: Walt Disney Studios Motion Pictures
Filmstart in den USA: 16. August 2021
Filmstart in Dtl.: 2. September 2021
Vor einer sehr langen Zeit, also um die Tausend Jahre, kam Wenwu in den Besitz der zehn Ringe. Welche ganz besondere Exemplare sind, die ihren Trägern nicht nur zu großer Macht, sondern auch zur Unsterblichkeit verhelfen. Er nutzte diese Gabe aus und führte eine Armee von Kriegern an, welche sich fortan die Zehn Ringe nannten. In den weiteren Jahren machte er sich unzählige Königreiche untertan. Im Jahr 1996 wollte er im Dorf Ta Lo zu größerer Macht kommen. Jedoch wurde er daran gehindert, in das Dorf zu gelangen. Schon bald verliebte sich Wenwu und bekam mit seiner Frau die Kinder Shang-Chi und Xialing.
Die Wunden der Vergangenheit
Wenwu erlangte dank seiner jetzigen Frau die Bodenständigkeit, die dafür sorgten, dass er seine exzentrischen Lebensziele aufgab. Doch ein Zwischenfall änderte alles und er nahm seine einstigen Aktivitäten wieder auf. Auch sein Sohn Shang-Chi soll diese Machenschaften verinnerlichen. Doch der Junge flüchtet mit 14 Jahren, um nicht so zu werden wie sein Vater. Nun nennt sich Shang-Chi lieber Shaun und lebt in San Francisco ein anständiges Leben.

Und dieses eigenständige Leben sieht vor, dass Shaun einer geregelten Beschäftigung nachgeht. Dabei ist er nicht allein und kann auf die Unterstützung und Freundschaft von Katy bauen. Beide gehen durch dick und dünn und können einander vertrauen. Schön zu sehen ist auch, dass Shaun Katy von zu Hause abholt und dabei einen lockeren Plausch mit ihrer Familie hält. Mitunter kommt dabei die ein oder andere Angewohnheit zutage, die man aber liebend gern verbergen möchte. Doch schon bald wird Shaun von seiner Vergangenheit eingeholt, sodass Katy inzwischen berechtigte Zweifel an der Freundschaft hegt.
So brechen alte Wunden auf, sodass sich Shaun seiner Vergangenheit stellen muss. In Rückblenden wird erkenntlich, was für Schmerzen er unter dem Training seines Vaters erleiden musste. Blutige Abschürfungen an seinen Händen sind nur ein oberflächlicher Schmerz. Viel mehr ist es die Tatsache, dass man geliebte Menschen hinter sich lässt, auch wenn man einen scheinbar grausamen Ort endlich verlassen kann. Aber die Nachwirkungen sind für die Charaktere noch Jahre später spürbar. Und diese Aspekte werden tiefgreifend und realistisch eingefangen. Wut ist in dieser Hinsicht ein Teil, welcher eine große Rolle spielt. Doch Shaun hatte einst auch glückliche Tage, als er liebevoll von seiner Mutter umsorgt worden war.
Ein echtes Erlebnis mit verschiedenen Kampfkünsten
,,Es war faszinierend, Simu trainieren zu sehen. Kampfkunst spielt offenbar eine große Rolle bei diesem MCU. Und wie Wushu, Tai Chi in diesem Film präsentiert wird, von den Besten der Besten, mit größtmöglichem Respekt für die Kunst und ihre Bedeutung.“
Awkwafina über den Umgang mit der Kampfkunst im Film während des kurzen Disney+ Making-ofs ,,Ein Vermächtnis aufbauen“.

So richtig in den Genuss der Kampfkunst kommt man, als Shaun während einer Busfahrt erkannt und herausgefordert wird. Fortan herrscht dank des Kampfes ein reges Treiben, welches die Busfahrt unvergesslich für alle Insassen macht. Spektakulär sind nicht nur die Kämpfe zwischen Shaun und dem vermeintlichen Widersacher, sondern auch die Busfahrt an sich, welche den fahrbaren Untersatz in arge Mitleidenschaft bringt. Kamera und Schnitt mussten alles dafür geben, dass diese Szenen ein Erlebnis für uns alle Zuschauer sind. Aber es ist auch möglich, auf engem Raum zu kämpfen. So geschehen auf einem schmalen Baugerüst an einem Hochhaus. Jeder Schritt und Kick möchte gut überlegt sein, denn die Absturzgefahr ist extrem hoch. Und dies fingen die Kameras auch hier prima ein. Teilweise muss es rasanten, was eine echte Herausforderung für den ganzen Stab war, aber auch glaubhaft gemeistert wurde. Glaubhaft verankerte man Elemente des Wuxia-Genres, welches bis ins Jahr 1928 zurückreicht.
Kung-Fu ist schon eine lange Zeit im Film verankert. Bereits in der Mitte der 1960er Jahre wurden Filme mit ebendieser Kampfkunst gedreht, die durch Bruce Lee in den 1970er Jahren immer populärer wurden. Aus filmischer Sicht dürfte auch Jackie Chan ein Begriff sein, der seine ganz eigenen Kampfkünste mit Humoreinlagen zu versehen verstand. Sehr populär waren auch die Serien Kung-Fu (1972-1975) und Kung-Fu – Im Zeichen des Drachen (1993-1997). In beiden Formaten agierte David Carradine als Hauptdarsteller.
Dem Kampfsport wurde schon sehr früh in der Zeit nachgegangen. So geschehen in der Qin-Dynastie in den Jahren 221–207 v. Christus. Allerdings waren damals mehr die daoistischen Priester daran beteiligt. Vom tiefsten Ursprung her waren es Übungen zum Erhalt des Gleichgewichts mit dem Himmel. Später kam dann der Einfluss des Buddhismus hinzu, als Bodhidharma im Jahr 527 nach Christie in das chinesische Kloster Shaolin einkehrte. So hielt die Shaolin-Kampfkunst im 6. und 7. Jahrhundert Einzug in China und entwickelte sich stetig weiter.
Der Antagonist hat endlich etwas zu bieten

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Tony Leung Chiu Wai, der 2002 in Infernal Affairs (Remake: Departed) mitspielte, in Shang-Chi die Rolle des Bösen und gleichzeitig den Vater des Hauptcharakters mimt. Xu Wenwu fand einst die große Liebe, verlor sie aber später, was ihn in dunkle Muster fallen ließ. Dabei schreckte er auch vor Mord nicht zurück. Sein großes Ziel ist es, seine alte Liebe wiederzufinden, was seinen Antrieb dadurch bestärkt, dass er alles dafür tun würde. Im schlimmsten Falle bedeute dies, dass er gegen seinen eigenen Sohn antreten müsste. Aber Xu war nicht immer so und führte einst ein bürgerliches Leben. Es ist interessant zu verfolgen, ob er nun mehr der Böse oder vielleicht doch der Gute ist. Man erlebt unfassbar gute und abwechslungsreiche Facetten, was man allein darauf münzen könnte, dass Chiu Wai eine langjährige Erfahrung mitbringt und auch im Genre des Dramas durchaus zu Hause ist. Man denke dabei nur mal an die Romanze In the Mood for Love (2002). Xu ist nicht nur ein Mann, der den 10 Ringen verfallen ist, sondern auch als Ehemann und mehrfacher Vater etwas zu erzählen hat. So gut ausgereift war ein Antagonist im MCU selten.
Ein großes Lob gebührt der Ausstattung, die ein ganzes Dorf entstehen ließ und nicht sowohl an der Decken- als auch Bodenkunst gespart hat. Alles erleuchtet in hellen und natürlichen Farben und man neigt dazu, zumindest gedanklich, dort einmal Urlaub zu machen. Dafür, dass es nur Filmkulissen sind, stattete man die einzelnen Häuser mit sanitären Anlagen aus. Die Filmmusik von Joel P. West bietet chinesische Elemente, die sehr traditionell angehaucht sind und uns so in die Welt der chinesischen Welt atmosphärisch eintauchen lassen. Einziger Wermutstropfen ist, dass man die Klänge mit auditivem Hip-Hop-Content ergänzte. Mit weniger neumodischem Musikkram wäre es tatsächlich perfekt gewesen.

Shang-Chi ist eine Figur, welche noch aus der klassischen Zeit stammt. Zum ersten Mal erschien der tapfere Kämpfer in der Special Marvel Edition #15 (Dez. 1973). In ebensolcher Geschichte reist Shang-Chi zu Fu Manchus Heiligtum. Dort stellt er sich fünf Kämpfern entgegen und wird indes von seinem Vater Fu Manchu über ein Kamerasystem beobachtet. Dann denkt Shang-Chi an die Zeit zurück, als sein Vater ihn auf die erste Mission geschickt hatte. Denn der Junge soll für seinen Vater Morde begehen.

Seine eigene Comicreihe startete am 30. September 2020 mit Shang-Chi. In einer Welt mit Menschensterben und Zerstörung rückt Shang-Chi in den Mittelpunkt und soll sich nun in dieser Welt behaupten. Dabei muss er sich häufiger mit der Gegnerin Sister Hammer auseinandersetzen. Aber es sollte auch eine Reise in die Vergangenheit werden. Ab dem Jahr 2021 gab es dann auch das Aufeinandertreffen mit Captain America oder den Fantastic Four. Im Juli 2022 startete dann die Comicreihe Shang-Chi and the Ten Rings, welche sechs Ausgaben beinhaltete und im Dezember 2022 endete.
Fazit: Dieser MCU-Film wartet erstmals mit einem asiatischen Hauptcharakter auf, der bereits mit der Kampfkunst vertraut war. Dabei wurde der Superhelden-Blockbuster mit Elementen der Komödie und des Eastern zu einer fast perfekten Formel entwickelt. Die Darsteller samt Nebenrollen machen Spaß und bringen ihren ganz eigenen Charme mit. Tolle Schauwerte gibt es mit dem Bambuswald und dem Dorf Ta Lo, welche den Film erinnerungswürdig machen. Ebenso verschiedene Kampfkünste wie Taekwondo oder Tai-Chi zu bestaunen. Allerdings wird im Finale erneut die typische Marvel-Formel angewandt, welche es mit den Special Effects übertreibt und so ein wenig den Zauber der Kampfkünste nimmt. Sieht man darüber hinweg, wird man mit Shang Chi einen unterhaltsamen Filmabend erleben.
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Titelbild: ©Marvel Studios
Quellen:
marvel.fandom.com
Chinesische Kampfkünste
superheldenfilme.net
Disneyplus-Serie: Gemeinsam unbesiegbar – The Making of Shang-Chi and the Legends of the Ten Rings
Vielen Dank, dass Ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…
nice!!
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