The Greatest Showman [2017]

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© 2017 Twentieth Century Fox

Originaltitel: The Greatest Showman
Deutscher Titel: Greatest Showman
Produktionsland: Dtl.

Darsteller:
Hugh Jackman, Michelle Williams, Zac Efron, Zendaya, Rebecca Ferguson uva.

Regie:
Michael Gracey

Produzenten:
Peter Chernin, Laurence Mark, Jenno Topping

Länge: 105 Min.
FSK: 6
Verleiher: 20th Century Fox

US-Premiere: 08. Dezember 2017
Deutscher Kinostart:
 04. Januar 2018

Trailer


P.T. Barnum (Hugh Jackman), Sohn armer Leute, hat seine Arbeit verloren. Dennoch hat er eine leidenschaftliche Idee im Gepäck. Entschlossen gründet er Barnum’s American Museum of Curiosity, ein Kuriositätenkabinett mit Wachsfiguren und ausgestopften Tieren. Schon bald heuert er einen kleinen Menschen und eine bärtige Frau an. Doch damit nicht genug. Er möchte eine noch nie dagewese Show auf die Beine stellen, in der außer der menschlichen Kuriositäten auch Akrobaten, Artisten und Tänzer auftreten sollen. Nach anfänglichen Widrigkeiten kommt die Show in Schwung. Doch im Jubel des Erfolges treten schon bald Probleme auf…

Die Biografie von Barnum wird nur sperrlich beleuchtet. Schnell befindet man sich im eigentlichen Geschehen, wo die Entwicklung seiner Show aufgezeigt wird. Dabei bekommt er es auch mit Menschen zu tun, die der ganzen Sache nicht über den Weg trauen, und sogar radikal zur Sache gehen. Gegen Ende des Films kommt es hier zu einem dramatischen Höhepunkt. Wie erwähnt blieb hier die biografische Entwicklung aus. Doch man bekommt im Verlauf der Handlung mehr von Barnums Ehe mit Charity Barnum (Michelle Williams) zu sehen. Sie füllt diese Rolle gerade zu Beginn des Films mit viel Leidenschaft aus, verleiht ihr sogar einen gewissen Zauber. Aber leider kann sie dies nicht über die gesamte Spieldauer tragen. Ein tieferes Profil des Charakters wäre hier durchaus ein gutes Mittel gewesen. Hugh Jackman ist natürlich der Hauptprotagonist. Er fühlt sich in Musicals sichtlich wohl. Hat er doch u.a. schon in Les Misérables (2012) als Sänger und Schauspieler für Aufsehen gesorgt. Nun nahm er diese Rolle erneut ein. Doch wie bei Michelle Williams fehlt es auch hier an Tiefgang. Er selbst kann am wenigstens dafür, da sein Schauspiel und Gesang erneut in großer Leidenschaft entwachsen. Man merkt einfach, dass er mit seiner Präsenz was ganz besonderes auf die Beine stellen kann. Gerade er ist es, der den Schwächen des Films entgegenwirkt. Es ist einfach großartig ihn auf der Leinwand zu sehen, da er in jeder seiner Rollen förmlich aufgeht. Passend dazu fand er ein paar Worte:

„P.T. Barnum ist jemand, den man heute wohl als Macher bezeichnen würde, der auf Althergebrachtes wenig gab. Er war der Meinung, dass das Leben aus Spaß, Einbildungskraft und harter Arbeit bestehen sollte”, sagt Hugh Jackman, der in die Rolle von THE GREATEST SHOWMAN schlüpft. „1850 waren die USA nicht so, wie wir sie heute kennen. Man gehörte der Klasse an, in die man hineingeboren wurde.
Die Idee, sich zu vergnügen, war damals fast ein Sakrileg. Aber genau das bestärkte Barnum. Er wollte ausbrechen, Grenzen überschreiten. Er wollte seinen Traum leben. Und das tat er dann auch.”

Auch Zac Efron wusste als Phillip zu überzeugen. Vorher war ich von seinem Schauspieltalent wenig angetan, weil er seinen bisherigen Rollen nur ein oberflächliches Profil verliehen hatte. Doch nun konnte er mich überzeugen, und liefert gemeinsam mit Zendaya ein Zusammenspiel ab, was einer sehr guten Performance gleichkommt. Zu erwähnen seien die Trapezkünste in der Lüfte.

Michael Gracey mit Regidebüt

The Greatest Showman ist sein erster Film. Davor arbeitete er im Bereich der Spezialeffekte. U.a. für Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly und Cubbyhouse – Spielplatz des Teufels (2003). Am Drehbuch wirkte u.a. Bill Condon mit. Er selbst war als Regisseur für die The Twilight Saga Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht verantwortlich. Auch Die Schöne und das Biest (Beauty and the Beast) (2017) gehört zu seiner Vita. Als Drehbuchautor ist er schon seit 1981 tätig. Bekannteste Werke sind u.a. Chicago (2002) und Dreamgirls (2006). Gedreht wurde in der Upper East Side in New York. In der näheren Umgebung befinden sich einige Museen. Die Filmmusik stammt von John Debney und Joseph Trapanese. Dort sind Musiker dabei, die bereits für den Musicalfilm La La Land (2016) komponiert hatten. Der Soundtrack von The Greatest Showmen stieg am 22. Dezember 2017 auf Platz 4 der US Soundtrack Album-Charts ein.

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P.T. Barnum (Hugh Jackman) mit seiner Frau Charity Barnum (Michelle Williams) und den beiden Töchtern © 2017 Twentieth Century Fox

Erfolgreiches Einspielergebnis

Am Startwochenende konnten 8,8 Mio. US-Dollar verbucht werden. Am darauffolgenden Wochenende belief sich die Zahl auf 15,5 Mio. US-Dollar. Dies bedeutet eine Steigerung von 77 Prozent. Zwischenzeitlich konnten weltweit 105 Mio. US-Dollar verbucht werden.

Preisverleihungen werfen ihr Schatten voraus

U.a. hat der Song „This Is Me eine Nominierung als Bestes Lied bei den Critics’ Choice Movie Awards 2018 und den Academy Awards erhalten. Die Verleihung findet am 11. Januar 2018 statt.  Bei den Golden Globe Awards 2018 (Austragung 7. Jan. 2018) wurden es sogar drei Nominierungen in den Kategorien Bester Film, Beste Haupdarsteller (Hugh Jackman) und Bester Filmsong („This Is Me“). Auch bei den Academy Awards befindet sich dieser Song in der Vorauswahl von insgesamt 70 Songs. Die Bekanntgabe der Nominierungen wird es am 23. Januar 2018 geben. Aber bis der Song „This is Me” stand, hat es seine Zeit gebraucht. Benj Pasek und Justin Paul, die für den Soundtrack im Film sorgten, sagten folgendes dazu:

„Wir brauchten jemanden, der rohe Kraft besaß, eine Frau mit einer wirklich starken, eindringlichen Stimme, der man es abnimmt, wenn sie davon singt, dass man zu sich selbst stehen muss, wenn man reüssieren will – selbst, wenn die ganze Welt das bezweifelt und einem das Recht auf Liebe abspricht”, sagt Pasek. „Als wir uns endlich darüber klar waren, was wir wollten, kamen die Musik und der Text fast wie von selbst”. Paul fährt fort: „Dieser Song ist stark von der aktuellen Popmusik beeinflusst, so etwas könnten auch Katy Perry, Kelly Clarkson oder Pink singen – starke Frauen mit Autorität, die es verstehen, auf moderne Art Botschaften zu vermitteln. Genau das hat Keala Settle verstanden und umgesetzt.”

Hintergrund

Phineas Taylor Barnum, geboren am 5. Juli 1810 in Bethel, Connecticut, in Bridgeport, Connecticut, war ein US-amerikanischer Zirkuspionier und Politiker. Er war der Sohn eines Gastwirts und Ladenbesitzers. 1834 zor er mit seiner Frau nach New York. Schon bald zog er mit verschiedenen Wanderzirkussen durch den Osten und Süden der USA. Er starb am 7. April 1891 im Alter von von 80 Jahren, und wurde auf dem wurde auf dem Mountain Grove Cemetery in Bridgeport, Connecticut, beigesetzt.

Fazit: Der Film selbst spielt im 19. Jahrhundert, und die Ereignisse wurden mit Popsongs aus der Gegenwart angereichert. Eine ungewöhnliche Maßnahme, wenn man bedenkt dass der Film auf wahren Ereignissen beruht. Dennoch wird auf solche nur lose eingegangen, und es fehlt zeitweise an entsprechende Tiefe. Dennoch bekommt man ein Musical serviert, was eigens für die Leinwand geschaffen wurde. Die Show ist der Mittelpunkt, und wird mit mitreißenden Gesang und tollen Kostümen zelebriert. Wenn man in Betracht zieht, dass der tiefgreifende Fokus der Figuren mit Absicht außen vorgelassen wurde, dann funktioniert dieser Film durchaus. Aber wer gerade das erwartet hat, könnte enttäuscht werden. Festzuhalten ist, dass die Chemie der Darsteller stimmt, und man eine tolle Show geboten bekommt. Auch die visuelle Aufmachung an sich weiß zu überzeugen. Der Geist des 19. Jahrhunderst kommt durch die Kulissen glaubhaft rüber. Ob der Film ewig in Erinnerung bleiben wird, sei mal dahingestellt. Gute Unterhaltung bietet er auf jeden Fall, und sorgt vielleicht für den ein oder anderen Ohrwurm.


Quelle: Pressematerial 20th Century Fox

3 Gedanken zu “The Greatest Showman [2017]

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