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Die Oscarverleihung 2018 ist längst in den Filmgeschichtsbüchern festgehalten und die Verleihung im Jahr 2019 steht kurz bevor.

Nun nehme ich mir wieder die unterschiedlichsten Kategorien vor und gehe dabei auf Nominierungen und Auszeichnungen etwas näher ein. Nach dem letzten Artikel über die Kategorie Bester Animationsfilm folgen nun die Kategorien Bestes Kostümdesign und Bestes Make-Up. Die Reise führt dabei in die Verleihungsjahre 2009 und 2000.


Diese Kategorie gibt es seit 1949 und wurde zunächst bei den Ehrungen zwischen Schwarzweiß- und Farbfilme getrennt. Erst seit 1968 ist es eine einheitliche Kategorie.

Es war nicht die erste Zusammenarbeit mit Regisseur Tim Burton, als er Colleen Atwood das Kostümdesign für seinen Film Sleepy Hollow (1999) anvertraute. Bereits in Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands) (1990)  sorgte sie für außergewöhnliche Kostüme, die genau in die Stimmung des Films passten.

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In Sleepy Hollow war das komplette Kostümdesign düster ausgelegt und strahlte bei Miranda Richardson als Lady Van Tassel irgendwie auch etwas Böses aus. Und wenn man sich so Christopher Walken als toten Hessian Horseman ansieht, möchte man da lieber nicht in der Nähe sein. Der große Gürtel und der lange Umgang haben ihren eigenen Stil. Man beachte auch das detailreiche Kleidungsstück am Oberkörper. Doch bei der 72. Oscar-Verleihung im Jahr 2000 ging C. Atwood leer aus. Doch in den Folgejahren arbeitete sie weiterhin mit Tim Burton zusammen und sollte schließlich noch ihren Oscar bekommen.

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© allaccess

Colleen Atwood (* 25. September 1948 in Yakima, Washington) ist eine feste Größe als  Kostümbildnerin in Hollywood. Nach ihrem Modedesignstudium am Cornish College of the Arts in Seattle kam sie ab 1981 mit dem Film in Verbindung. Als Ragtime gedreht wurde, war sie die Assistentin von Patrizia von Brandenstein. Eigene Entwürfe für einen Film wurden für den Konzertfilm Bring on the Night des Musikers Sting verwendet. Der Mann im Hintergrund (Someone to Watch Over Me) (1987) und Die Mafiosi-Braut (Married to the Mob) (1988) gehören zu ihrer frühen Vita. Aber bereits mit Das Schweigen der Lämmer (The Silence of the Lambs) (1991) und Philadelphia (1993) waren Filme dabei, die sich zu recht als Kassenschlager avancierten. C. Atwood wurde bisher elfmal für den Oscar nominiert. Ganze viermal durfte sie die Trophäe mit nach Hause nehmen und erhielt sie zum ersten mal 2003 für das Musical Chicago (2002). Unter der Regie von Tim Burton konnte sie sich 2011 für Alice im Wunderland (2010) über den Goldjungen freuen.

Auch in den Social Medias ist Colleen vertreten. So könnt ihr ihren Account auf Instagram folgen.

Die Nominierten Kostümdesigner bei der 72. Verleihung
Lindy Hemming – Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt
Colleen Atwood – Sleepy Hollow
Jenny Beavan – Anna und der König
Milena Canonero – Titus
Gary Jones, Ann Roth – Der talentierte Mr. Ripley


Die Kategorie Bestes Make-Up wird seit 1982 ausgezeichnet und wurde nur 1984 nicht berücksichtigt. 2012 erweiterte die Academy die Kategorie mit beste Frisuren, so dass auch Haarstylisten die Möglichkeit haben nominiert oder ausgezeichnet zu werden.

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©Warner Bros. Pictures Germany

Der seltsame Fall des Benjamin Button (2008) ist ein außergewöhnlicher Film, der aber nicht zwingend jeden Zuschauer gefallen wird, da es mehr ein Liebesgeschichte, als eine authentische Romanumsetzung ist. Lange galt diese Literaturverfilmung als unverfilmbar und schaffte es letztendlich doch, visuell vollends zu überzeugen. Gerade der im Film spielende rückwärts gerichtete Alterungsprozesses hat selbst mich fasziniert.  Allein die Kombination von Masken und digitaler Technik ließen einen gewissen Zauber entstehen. Make-up-Designer Greg Cannom tat dazu sein übriges und wurde völlig zu Recht mit dem Oscar für das Beste Make-Up ausgezeichnet.

Die Nominierten Make-Up Designer bei der 81. Verleihung
Greg Cannom – Der seltsame Fall des Benjamin Button
John Caglione junior, Conor O’Sullivan – The Dark Knight
Mike Elizalde, Thom Floutz – Hellboy – Die goldene Armee (Hellboy II: The Golden Army)

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Cannom bei der Oscarverleihung 2009 © mptvimages.com

Gregory Cannom, der 1951 geboren wurde, war in Hollywood für sein Make-Up sehr bekannt und konnte dafür einige Oscars abräumen. Außerdem bekam er gemeinsam mit Wesley Wofford 2005 einen Spezial-Oscar für die Entwicklung eines speziellen Silikonmaterials in der Kategorie Technische Verdienste.

Zunächst gestaltete er die Masken für unbekanntere Filme wie Der Planet Saturn läßt schön grüßen (1977) und Hot Tomorrows (1977), ehe er 1978 in Teufelskreis Alpha für Regisseur Brian De Palma arbeitete. Im weiteren Verlauf seiner Karriere erweiterte er seine Vita mit Das Geheimnis der fliegenden Teufel (1980), Cocoon (1985) oder Michael Jacksons Musikvideo zum Song „Thriller“ (1983). Noch größere Bekanntheit erlangte er durch Nightmare III – Freddy Krueger lebt (A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors) (1987). Richtig erfolgreich war er in den 1990er Jahren, als er den Oscar für das Beste Make-Up für die Filme Bram Stoker’s Dracula (1992) und Mrs. Doubtfire (1993) bekam. Weitere Nominierungen gab es u.a. für Hook (1991) oder Titanic (1997). Für Tim Burtons Batmans Rückkehr (1992) designte er die Hände des Penguins. In den 2000er Jahren war Cannom weiterhin gefragt, als er u.a. Arbeiten für Ali (2001), A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn (2001) oder Fluch der Karibik (Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl) (2003) ablieferte. Später kamen noch Master & Commander – Bis ans Ende der Welt (Master and Commander: The Far Side of the World) (2003), Die Passion Christi (The Passion of the Christ) (2004) oder Babel (2006) hinzu. Zu seinen bekannteren Projekten in den 2010er Jahren zählt u.a. der Film Die Unbeugsame – Jane Got a Gun (2015). 2019 erhielt er eine weitere bzw. seine zehnte Oscarnomierung für das Biopic Vice: Der zweite Mann (2018). Von diesen zehn Nominees konnte er bisher drei Trophäen gewinnen.

Ein Gedanke zu “Special zur Oscarverleihung 2018, Teil 13 & 14: Kategorie Bestes Kostümdesign & Bestes Make-Up #1

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