Sing Street [2016]

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Foto: Studiocanal

Originaltitel: Sing Street
Produktionsland: Irland
Regie: John Carney
Darsteller: Ferdia Walsh-Peelo, Lucy Boynton, Mark McKenna, Ben Carolan u.a.

Verleiher: Studiocanal (Kino), Arthaus Filmverleih (Blu-ray/DVD)
Länge: 106 Min.
FSK: 6

Dublin, Irland in den 1980er Jahren, wo eine Familie mit ihren Finanzen zu kämpfen hat. Da beschließen die Eltern Conor (Ferdia Walsh-Peelo) von der Privatschule abzumelden. Stattdessen kommt er auf die öffentliche Schule namens Synge Street. Und als wären die Streitereien seiner Mutter (Maria Doyle Kennedy) und Vater (Aidan Gillen) nicht schon genug, bekommt er es auf der Schule mit dem Halbstarken Barry (Ian Kenny) zu tun. Auch der Schulleiter Bruder Baxter (Don Wycherley) macht ihm das Leben schwer. Da kommt Schulkamerad Darren (Ben Carolan) gerade recht, um den Außenseiter wichtige Tipps zu geben…

„Zu den vielen Spannungen, die die Ehe von Conors Eltern belasten, gehört nicht zuletzt die Tatsache, dass beide aus einer Zeit stammen, als man unverheiratet noch keinen Sex haben durfte“, so Produzent Anthony Bregman. Weiter führt er aus:

„Also haben sie viel zu früh und aus den falschen Gründen den Bund der Ehe geschlossen. Und später konnten sie sich nicht wirklich trennen, weil eine Scheidung damals noch ein absolutes Tabu war. Sie sind also in dieser Ehe gefangen, in der sie weder mit sich noch mit der Situation glücklich sind, was natürlich auf die Kinder abfärbt. Es ist eine vergiftete Atmosphäre entstanden, aus der heraus unsere Geschichte entsteht.“

An dieser Stelle würde ich anfangen über die Leistungen der Darsteller zu philosophieren. Von diesem Weg komme ich mal mit Absicht ab. Es wäre falsch einzelne Darsteller hervorzuheben. Für mich haben sie alle aus einem Guss gespielt und ihre Probleme als auch Leidenschaft für die Musik realistisch und hingebungsvoll dem Publikum vermittelt. Sie ziehen den Zuschauer einfach mit. Und davon geht eine große Faszination aus. Und auch die Liebe spielt dabei eine große Rolle, als Conor sich in die hübsche Raphina (Lucy Boynton) verknallt. Zu dieser Zeit haben sie schon die Band Sing Street gegründet. Und spätesten dort ist man mitten im Geschehen angelangt.

Nämlich der Musik. Und die wird als Kunst zelebriert. Schräge Klamotten, Schminke im Gesicht und gefärbte Haare holen den Flair der 1980er Jahre zurück. Was zunächst ziemlich schräg aussieht, entwickelt sich schnell als neues Lebensgefühl. Die alltäglichen Probleme werden einfach positiv gelebt und münden so in tollen Songs aus einer längst vergangenen Zeit. Da werden sicher viele Erinnerungen wach, wenn eben diese Stücke gespielt werden. Und diese Epoche hatte wirklich einiges an Künstlern und Bands zu bieten. Im Film vertreten sind Motörhead, Duran Duran, The Jam, The Cure, Hall and Oats, Joe Jackson und M. Man könnte noch viel mehr Acts aufzählen. Jedoch haben es nur die bereits genannten Interpreten auf den Soundtrack geschafft. Nun sagt man sich doch: ,,Hä, sind doch viel zu wenig Songs! Wo ist der Rest?“

Ganz einfach. Es wurden neue Songs komponiert, die aus der Feder von Regisseur John Carney und Songwriter Gary Clark (Ex-Mitglied der Bands Danny Wilson und Transister) stammen. Die Up-Tempo-Nummer „Drive It Like You Stole It“ ging als Inspiration von der Band Hall & Oates hervor. Ein echter Geniestreich, der so richtig abrockt und ein Ohrwurm für die Ewigkeit werden könnte. Eigens für den Film wurde die Sing Street Band aufgestellt. Dabei performte Hauptdarsteller Ferdia Walsh-Peelo nicht nur diese fetzige Nummer eindrucksvoll und charismatisch. Die tiefsinnige Ballade ,,To Find You“ wird ebenfalls großen Anklang bei den Hörern finden. Und das popige ,,Brown Shoes“ steht für die Erlebnisse des Hauptdarstellers und findet damit einen gewisssen Symbolcharakter, wenn man sich denn näher mit dem Text des Liedes befassen möchte.

SING STREET
Hatte sich nicht nur mit den Mitschülern auseinanderzusetzen, sondern auch mit den Regeln der Schule. Teenager Conor im Zimmer des Direktors. Foto: Studiocanal

Große Leistung auch an die Kamera, die hier tolle Bilder einfängt. In den richtigen Momenten bleiben bestimmte Einstellungen länger stehen, um den Zuschauer den Realismus der Situation besonders nahe zu bringen. Unterschiedliche Kameraschwenkungen fangen zudem die wechselnden Emotionen der Protagonisten super ein, was auch ein echtes visuelles Erlebnis ist. Und wenn man tolle Songs hat, dann gehören auch entsprechende Bilder dazu. So wurde es damals schließlich auch umgesetzt, als die Künstler zur Single-Auskopplung ein Video drehten. Auch dieser Aspekt geht in Sing Street super auf. Auch Hauptdarsteller Ferdia Walsh-Peelo hatte in einem Interview eine klare Meinung:

„Die Filme der 80er, DER FRÜHSTÜCKSCLUB und ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT hatten Herz. Genau das fängt SING STREET ein. Gefühle, die die Leute ansprechen.“

Handlung hat realen Bezug

John Carney, der sich für die Regie und Drehbuch verantwortlich zeigte, brachte seine eigenen Erfahrungen aus der Kindheit als auch Jugend als Haupthandlung in den Film und übertrug dies auf die Hauptfigur Conor. Man bekommt auch einen guten Eindruck von den damaligen Lebensverhältnissen in Dublin geboten. Nichts mit Friede, Freude, Honigkuchen. Rezession, Armut oder Zukunftsängste waren Dinge, mir den man sich ständig auseinanderzusetzen hatte. Folglich wurde der Regisseur auch entsprechend von den Medien zitiert:

„Ich hatte kein Interesse daran, einfach nur irgendeine Geschichte mit Musik zu erzählen. Sondern ich wollte etwas wirklich Persönliches machen.“

Schließlich war es nicht seine erste Arbeit zum Thema Musik. Mit Once (2007) und Can a Song Save Your Life? (2013) schuf er Filme, die ebenfalls in diversen Bestenlisten weit oben zu finden sind. Bei letzteren Titel waren Keira Knightley und Mark Ruffalo in den Hauptrollen zu sehen. Adam Levine trat dazu in einer Nebenrolle auf. Im übrigen schrieb und sang er den Song „Go Now“ für Sing Street.

Fazit: Was soll man sagen? Einfach ein toller und mitreißender Film über glaubhafte als auch teils tragische Figuren,  die dem Film eine gewisse Bodenständigkeit verleihen. Eine Geschichte über Verwirklichung von Träumen, die noch lange im Gedächtnis bleiben wird, wenn man sich auf die Faszination einlässt.

Lucas P. – Filmemacher aus Österreich fand dazu folgende Worte:

Sing Street ist für mich einer der unterschätztesten Filme aus dem Jahr 2016. John Carney gibt dem Musikfilm mit stimmungsvollen Aufnahmen einen angenehmen Flair, dem mit dem Song „Drive it like you stole it“ die Krone aufgesetzt wird. Sing Street ist sicher ein Film, den man einmal gesehen haben muss und einer, der einem länger in Erinnerung bleibt. 9/10“

Dazu kann es nur folgende Schlussworte geben: Feel Good Movie!

 


Interessante Links

www.singstreet.de/


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4 Gedanken zu “Sing Street [2016]

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