geschichte2017
© Studiocanal GmbH Filmverleih

Originaltitel: D’après une histoire vraie
Produktionsland: Frankreich

Regie: Roman Polanski
Drehbuch: Olivier Assayas und Roman Polanski

Darsteller:
Emmanuelle Seigner, Eva Green, Vincent Perez, Dominique Pinon uva. 

FSK: 12
Länge: 100 Min.
Produktionsfirma: 
Verleiher: Studiocanal GmbH Filmverleih

Filmstart in den USA: 27 Mai 2017
Filmstart in Dtl.: 17. Mai 2018

Trailer


Seit der persönliche Roman von der Pariser Autorin Delphine (Emmanuelle Seigner) über ihre Mutter zu einem Bestseller wurde, leidet sie an einer Schreibblockade. Die Lesetouren, Signierstunden und vereinzelte Drohbriefe nehmen kein Ende und setzen ihr zu. Doch dann tritt die attraktive Elle (Eva Green) in ihr Leben. Schlagartig ändert sich alles. Schnell fasst Delphine Vertrauen zu der geheimnisvollen Frau, die als Ghostwriter ihr Geld verdient. Selbstlos übernimmt Elle immer mehr Aufgaben für Delphine, beantwortet Mails und zieht sogar bei ihr ein. Als Delphine schließlich feststellt, dass ihr die Kontrolle entgleitet, muss sie sich fragen: Wer ist Elle wirklich? Will sie Delphines Leere füllen oder stiehlt sie ihr das Leben?

Hauptakteure mit perfekten Katz-und-Maus-Spiel

Alles scheint zunächst völlig normal zu sein. Eine Signierstunde mit großen Andrang macht die Autorin Delphine (Emmanuelle Seigner) völlig zu schaffen. Sie beschließt die Veranstaltung abzubrechen, um sofort ins Hotel zu fahren. Doch bevor sie dies tut, hat sie eine kurze aber intensive Begegnung mit einer geheimnisvollen Frau, die sich ebenfalls ein Buch signieren lässt. Tags darauf treffen sie sich in einem Café und sehen sich danach häufiger. Schon bald beginnt sich die Unbekannte, die sich inzwischen als Elle herausgestellt hat, um Delphines Angelegenheiten zu kümmern. U.a. beantwortet sie wichtige Mails, die Delphine noch nicht einmal gelesen hat. Zudem ist Elle als Ghostwriterin tätig. Mit der Zeit nimmt sie einen größeren Platz in Delphines Leben ein und passt sich sogar ihrer Kleidung und Frisur an. 

Und je mehr sie sich in Delphines Leben einschleicht, desto faszinierender wird die Figurenzeichung, die Eva Green in ihrem Charakter einarbeitet. Und auch Regisseur Roman Polanski war schnell begeistert von ihr. Auch Emmanuelle Seigner war längst in sein Visier gerückt:

Mir war klar, das Emmanuelle die Schriftstelllerin spielen würde. Eva Green hatte ich niemals kennengelernt. kannte aber ihre Filme. Besonders gefiel sie mir in Sin City II: A Dame to kill for (2014) von Roberto Rodriguez. Eva ist ebenso schön wie angsteinflößend. Sie wäre perfekt in der Rolle der Stiefmutter in Schneewittchen.

Polanski mit großen Vertrauen in Hauptdarstellerin

Seigner arbeitete schon viel früher mit Polanski zusammen. Bereits 1992 spielte sie in Frantic eine wichtige Rolle neben Harrison Ford. Auch in Die neun Pforten mit Johnny Depp ging es mysteriös zu. Auch für Venus im Pelz (2013) schenkte ihr Polanski das Vertrauen in seinem Film. Auch in Nach einer wahren Geschichte weiß die französische Schauspielerin zu begeistern. Es macht einfach Spaß mit ihr mitzufiebern oder auch zu leiden. Zu jeder Zeit nimmt man ihr die Rolle der gestressten aber erfolgreichen Buchautorin ab. Auch der Gedanke, dass ihr die eigene Familie zu schaffen macht, kommt glaubhaft rüber. Dennoch bleibt die anbahnende Bedrohung in Person von Elle im Mittelpunkt. 

Polanski arbeitete auch mit einigen Elementen bzw. Stilmitteln, die sehr überspitzt dargestellt worden sind. U.a. fliegt ein Netbook in Zeitlupe aus dem Fenster und zerschellt auf der gegenüberliegenden Hausseite. Und in Sachen Fanbesessenheit wird man sich an einer Szene aus Misery (1990) erinnern. Auch Polanskis frühere Regiearbeit Der Ghostwriter (2010) fand hier seine Inspiration. In gewisser Hinsicht wird man hier Parallelen erkennen, wenn man denn diesen Film gesehen hat. In einem Interview sagte er dazu folgendes:

Nun, das sind Motive, die in meinen Filmen häufig vorkommen: die Konfusion zwischen Traum und Wirklichkeit in Der Mieter (1976) oder die Buchverfilmungen von Die neun Pforten (1999) oder Der Ghostwriter (2010).

Oscarpreisträger sorgt für musikalische Untermalung

Für den tiefgründigen und passenden Score sorgte Alexandre Desplat, der für die Musik von Grand Budapest Hotel (2014) und Shape of Water (2017) jeweils den Oscar für die Beste Filmmusik gewonnen hat. Für sieben weitere Filme (u.a. Argo (2012)) war er nominiert. Seine Musikthemen passen sich optimal der Situationen in Nach einer wahren Geschichte an und ziehen den Zuschauer so in das Geschehen mit hinein. Doch das Drehbuch weißt in der Mitte des Films einige Längen auf, so dass die Spannung zeitweise etwas verloren geht. Auch die Figurenzeichnung der Darsteller leidet in dieser Phase etwas. So fehlt es dann auch an vollkommender Entfaltung der Figuren.

Fazit: Mit diesem Psychothriller kehrte der gefeierte Regisseur und Oscar-Preisträger Roman Polanski (Rosemaries Baby) zum Thrillergenre zurück. Seine Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Delphine de Vigan ist ein hintersinniges Spiel um Macht und Identität, um Wahrheit und Fiktion – ein großartiges Pas de Deux für die französischen Charakterdarstellerinnen Emmanuelle Seigner (Venus im Pelz) und Eva Green (Casino Royale). Doch der Film schafft es leider nicht ganz zur völligen Entfaltung zu kommen. Das Schauspiel der Hauptakteure ist überzeugend und nehmen den Zuschauer richtig mit. Mit einem höheren Spannungsbogen in der Mitte des Films hätte man ein Meisterwerk kreieren können. Stattdessen bleibt ein Thriller, der mit interessanten Elementen und einem guten Score aufwartet, dem es aber an einer expliziten Ausarbeitung der Charaktere fehlt. Dennoch ist es ein typischer Polanski-Film, der zeitweise faszinierend wirkt.

 


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Quelle: Presseheft STUDIOCANAL

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