The 80th Anniversary Special: Superman in Comics, Serien und Filme Teil 1

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Clark Kent: „Als der Daily Planet gegründet wurde, stand er für etwas.“
Perry White: „Das könnten sie auch, wenn 1938 wäre. Nur leider ist es das nicht. Roosevelt ist nicht der Präsident, Äpfel kosten nicht mehr 5 Cent.“
Dialog aus Batman v. Superman: Dawn of Justice (2016)


Besser als mit solchen Eingangsworten kann so ein großes Special nicht beginnen. Herzlich willkommen im ersten Teil des „80th Anniversary Special“ von Superman. Wer kennt ihn nicht? Den stählernden Helden vom Planeten Krypton. In den Comics begeistert er seine Leser seit 1938. Aber auch in anderen M edien wie TV und Kino ist der Man of Steel nicht mehr wegzudenken. Anlässlich dieses Jubiläums gibt es nun das Superman Anniversary Special. Im Mittelpunkt stehen die Anfangsjahre in den Comics und der Beginn seiner Fernsehpräsenz sowie die Entwicklung in der selbigen.

An dieser Stelle möchte ich Patrick Stigler vorstellen, der sich mit großer Hingabe diesem Artikel gewidmet hat. Vielen Dank dafür, Patrick. Alles was in Sachen Comics hier zu lesen ist, stammt von ihm. Nur in Sachen TV- bzw Filmpräsenz habe ich meinen Senf beigetragen.


Die Entstehung des Superman und das Golden Age


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© DC Comics Inc.

Wir schreiben die frühen dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die beiden Freunde Jerry Siegel und Joe Schuster entwickeln das Grundkonzept für einen Charakter, der in naher Zukunft zum Archetyp des Superhelden werden sollte. Im selbst erstellten Laienmagazin Science-Fiction veröffentlichten die beiden Science-Fiction-Fans 1933 die Kurzgeschichte The Reign of the Super-Man, die von einem glatzköpfigen Bösewicht handelt, der die Welt mit seinen übermenschlichen Kräften erobert.

Anschließend wurde die Figur einer Generalüberholung unterzogen. Aus Super-Man wurde der Held Superman, ein Kämpfer für das Gute und aus seinen Anfangs psychischen Fähigkeiten wurden physische Superkräfte um das Erdzählpotenzial zu steigern und die Action besser zu inszenieren. In den Jahren 1934 bis 1938 versuchten die beiden Freunde, leider erfolglos, verschiedene Zeitungen davon zu überzeugen ihre Figur als Comicstrip zu veröffentlichten. Als dieses Vorhaben scheiterte, wanden sich Siegel und Schuster an verschiedene Verlage, die das neue Medium „Comicheft/buch“ veröffentlichten. Auch dieses Vorhaben war von Enttäuschungen und Begründungen, wie das Konzept sei unreif, pubertär und zum Scheitern verurteilt, geprägt bis zum Frühjahr 1938 als National Publications, der Vorläufer von DC Comics, beschloss den „Superman“ in Ausgabe 1 der neuen Action Comics zu veröffentlichen.

Kleiner Trivia am Rande. Von der 200 000 Exemplaren der dieser Ausgabe von Action Comics existieren heute nur noch geschätzt 100 Stück. Lag der Preis 1938 noch bei 10 Cent, sind die Comics heute mehrere Millionen Dollar wert.

Im Juni 1938 wurde Action Comics #1 auf dem amerikanischen Markt veröffentlicht und entpuppte sich als phänomenaler Verkaufserfolg. Überrascht von diesem Erfolg stellte National Publications Marktforschungen an und erkannte schnell den Grund für den hohen Absatz des Comics. Die Abbildung des Superman sorgte durch das neuartige Konzept für Neugierde bei den Lesern. Der weitere Weg für die Action Comics war klar, Superman wurde der Hauptheld der Action Comics, während andere Geschichten nach hinten verlagert wurden. Somit begann das „Golden Age“ der Comics.

Im Golden Age der Superhelden entstanden viele weitere bekannte Figuren wie Batman, Wonder Woman, The Flash aber auch Captain America, Namor the Submariner und The Human Torch von Timely Comics, dem späteren Marvel Comics. Zu dieser Zeit sprang Superman aus dem Comicbereich in andere Medien und war in Dutzenden Zeitungen als Comicstrips (oftmals Nachdrucke der Action Comics) zu sehen und es gab sogar eine eigene Radiosendung (The Adventures of Superman) mit Millionen von Zuhörern. Ergänzend dazu erschienen diverse Zeichentrick- sowie Fernseh- & Kinofilme.

Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges war Superman neben Captain America, die wichtigste Comicfigur im Kampf gegen die Feinde der Alliierten (Nazi-Deutschland und das Kaiserreich Japan). Tötete Superman zu Beginn relativ gnadenlos Verbrecher, setzte er sich später einen Moralkodex vor, der das töten ausschloss, da durch die Gewalt eine kleine Kontroverse über die Tötung von Figuren in Comics ausgelöst wurde.

Durch den wachsenden Erfolg von Superman stieg auch die Nachfrage an weiteren Geschichten um den Mann aus Stahl. Das Team um Jerry Siegel und Joe Schuster wuchs weiter an, ebenso wie die Anzahl an Supermancomics. Neben Superman gab es noch Superboy in denen die Geschichten des jungen Superman sowie dessen Leben in Smallville erzählt wurden sowie More-Fun Comics (Superboy) und Worlds-Finest Comics, in denen das Duo Batman und Superman Abenteuer erlebte.

Die Origin Story (Herkunftsgeschichte) von Superman geht ebenfalls auf das Golden Age zurück und ist, natürlich mit entsprechenden Anpassungen im Laufe der Jahre, immer noch gültig. Superman, Geburtsname Kal-El, stammt vom Planeten Krypton. Sein Vater, der Wissenschaftler Jor-El, entdeckt den drohenden Untergang Kryptons und all seiner Bewohner. Da die Kryptonier nicht in der Lage waren sich zu retten schickt Jor-El seinen Sohn mit einem Raumschiff zur Erde um ihn zu retten. Kal-El wird auf der Erde vom Ehepaar Kent aufgenommen und wächst auf der Kent Farm auf. Nach dem Tod seiner Eltern und der Entdeckung seiner Superkräfte beschließt Kal-El, inzwischen Clark Kent, als Kämpfer für das Gute aufzutreten. Er zieht nach Metropolis, arbeitet bei der Zeitung Daily Star (inzwischen Daily Planet) und feiert bald sein Debüt als Superman.

Das Golden Age war der Grundstein für die bis heute anhaltende Existenz von Comics, aber in den späten vierziger Jahren braute sich ein Sturm am Horizont zusammen. Immer wieder wurden Comics für die ansteigende Jugendkriminalität verantwortlich gemacht, wodurch die Comics auch zum Teil selbst Schuld sind, wenn Superman zum Beispiel einen Verbrecher tot prügelt. Ein bemerkenswerter Kritiker war Fredric Wertham der mit seinem 1954 erschienenen Buch, Verführung der Unschuldigen, versuchte die Schuld für die Jugendkriminalität von den Eltern der kriminellen Kinder/Jugendlichen auf die Comics zu verlagern. Das Buch erfuhr in der Öffentlichkeit viel Resonanz und um die Bevölkerung zu beruhigen, wurde 1954 die Comic Code Athority ins Leben gerufen um die Gewalt in Comics einzudämmen und zu regulieren. Somit endete das Golden Age der Comics und das Silver Age (1956 bis 1970) brach an.


Der Beginn im Fernsehen und auf der Leinwand


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© Warner Bros. Television

Man möchte meinen der erste Auftritt in anderen Medien war im Film bzw. Fernsehen. Dies ist aber nicht so, weil es mit The Adventures of Superman eine Radiosendung gab, die 1940 startete und bis 1951 gesendet wurde. Im Laufe der Jahre übernahmen 62 Sender die Serie, die drei bis fünf Mal pro Woche gesendet wurde. Erzählt wird die Geschichte Supermans bzw. wie er als Clark Kent die Menschheit besser kennenlernt. Jede Folge beginnt mit dem später vom Fernsehen übernommenen Jingle: „Up in the sky! Look! It’s a bird. It’s a plane. It’s Superman!“ 

Die erste animierte Serie war eine Folge von achtminütigen Cartoon-Kurzfilmen, die von Max und Dave Fleischer für Fleischer-Studios produziert wurden. Ab 1941 produzierten sie neun animierte Segmente von Superman, woraufhin die Produktion auf Famous Studios umgestellt wurde, wo die Serie bis 1943 fortgesetzt wurde. Am Ende kam man auf siebzehn Episoden. Später erschienen sie auch auf  VHS- als auch DVD. In der Serie selbst möchte ein verrückter Professor Metropolis mit einer Superwaffe bedrohen, die er um Mitternacht aktivieren will.

Superman and the Mole Men (1951) ist der erste Kinofilm über Superman. Bereits hier war George Reeves in der Hauptrolle zu sehen.  Der 58-minütige Film wurde nie in Deutschland gezeigt. Clark Kent ist bereits als Reporter unterwegs und reist mit Lois Lane in die Kleinstadt Silsby. Der Anlass dafür ist die tiefste Ölbohrung, die es je gegeben hat. Bei der Bohrung wurde fast der Erdkern erreicht und die Heimat der Maulwurfsmenschen beschädigt. Unter der Führung von Luke Benson sollen diese Wesen getötet werden. Nun liegt es an Superman dieses Unterfangen zu verhindern. Dieser Film kann als Werbung für die 1952 gestartete Serie angesehen werden und wurde später für das Finale der ersten Staffel verwendet. Unter dem Folgentitel  The Unknown People ließ man eine Doppelfolge entstanden. Es blieb die einzige in dieser Serie.

Adventures of Superman wurde 1952 ausgetrahlt und erstreckte sich bis 1958 auf sechs Staffeln in 104 Episoden. Die ersten beiden Staffeln wurden noch in schwarz/weiß gezeigt. Ab Staffel 3 gab es dann die volle Farbpracht. Zunächst wird hier erzählt, wie Kal-El zur Erde gelangt und von einem Ehepaar entdeckt wird. Dieses Paar kennt man als Jonathan und Martha Kent. Doch nicht in dieser Version. Hier heißen sie Eben und Sarah Kent.

Doch bereits 1948 hat es eine Fernsehserie gegeben, die als Filmserie zusammengefasst wurde. Spencer Gordon Bennet war der Regisseur und Kirk Alyn der Darsteller von Superman. Die Serie beinhaltete 15 Kapitel und kann als erster Live-Action-Auftritt angesehen werden. Sie Kapitel Sie haben eine Gesamtspieldauer von 244 Minuten.  Thomas Carr leitete die Serie. Später inszenierte er die ersten Folgen von Adventures of Superman.


Und hier endet der 1. Teil meines Superman Specials, der mit großer Unterstützung entstanden ist. Weil die Comics so erfolgreich liefen, entschied man sich schnell eine Trickfilmserie zu produzieren. In den ersten 20 Jahren seines Bestehens behauptete Superman sich im Radio, Fernsehen und Kino. Interessant wird es auch im zweiten Teil meines Artikels. Dort erfahrt ihr u.a. wie Pilotfilme gedreht worden sind, aber nie als Serie in Produktion gingen. Und was hat es mit „Atom Man“ auf sich?

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