Originaltitel: Brad’s Status
Produktionsland: USA, Kanada

Regie und Drehbuch: Mike White
Darsteller:
Ben Stiller, Austin Abrams, Jenna Fischer, Michael Sheen, Jemaine Clement uva.

Genre: Drama, Komödie
FSK: 0
Länge: 102 Min.
Produktionsfirma:
Plan B Entertainment, Sidney Kimmel Entertainment

Verleiher (Dtl.):
Weltkino Filmverleih (Kino)
Universum Film (BD/DVD)

Filmstart in den USA: 15. September 2017
Filmstart in Dtl.: 29 March 2018


Brad (Ben Stiller) hat eigentlich keinen Grund sich zu beschweren. Er führt eine glückliche Ehe mit seiner Frau Melanie (Jenna Fischer). Seine Arbeit kann nicht erfüllender sein und Sohn Troy (Austin Abrams) beabsichtigt ein renommiertes College an der US-Ostküste zu besuchen. Brad begleitet Troy bei der Besichtigung. Dabei erinnert sich Brad an seine damalige Studienzeit.

Film setzt auf viel Dialog

Nicht erst jetzt denkt Brad über sein Leben nach. Schon vor der Abreise hat er sich so seine Gedanken gemacht und es mit seiner Frau diskutiert. Nun, als er mit seinem Sohn an der Ostküste weilt, kommt er immer mehr ins Grübeln, je intensiver er sich mit der Situation beschäftigt. Dabei scheint er auch betrübt zu sein, als er erfährt, dass er zu Partys seiner Freunde nicht eingeladen war. In seinen Augen haben sie mehr erreicht als er selbst. Was macht wirklich Sinn im Leben? Ist Erfolg wirklich eines der wichtigsten Faktoren, um ein perfektes Leben zu führen? Diesen Fragen geht Ben Stiller als Familienvater Brad genauer auf den Grund. Der in New York geborene Schauspieler hat in der Vergangenheit schon viele Rollen gespielt und war auch stets in der Lage eine gewisse Dramatik in seinen Rollen zu verankern. So auch u.a. in Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (2013). Aber das Entscheidene an seiner Rolle als Brad ist, dass er einen gewissen Charme an den Tag legt und mit viel Herz und Humor überzeugt. Was auch an dem Stilmittel liegt, dass seine Gedanken und Kommentare im Kopf auditiv veranschaulicht werden. Die Melancholie Brads in einem bestimmten Lebensabschnitt wird so sehr gut vorstellbar, was schon mal in komische Peinlichkeiten enden kann.

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Bringt auch eine gehörige Portion Humor ins Spiel: Ben Stiller als Brad (© 2017 Amazon Studios LLC and Kimmel Distribution LLC)

Preisgekrönter Komponist steuert Score bei

Für die musikalische Untermalung sorgte Mark Mothersbaugh, der u.a. Die Royal Tenenbaums (2001) mit einem Score ausstattete. Mothersbaugh gewann bei den BMI Film & TV Awards sieben Auszeichnungen und war drei Mal für einen Daytime Emmy Award nominiert. In Im Zweifel glücklich dringt die Musik schon zu Beginn des Films ins Ohr und begleitet Brads Gedanken so, dass es zum einen prima zur Situation passt und gleichzeitig einen gewissen Unterhaltungswert besitzt. Im Verlauf der Handlung werden auch ruhige Elemente eingebracht, die u.a. Brads Verzweifung zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig versucht Brad das Bestmögliche für seinen Sohn Troy zu erreichen. Auch Austin Abrams geht in seiner Rolle als Teenager auf und muss nicht nur ein College finden, sondern auch Konflikte mit seinem Vater bewältigen. Schließlich kann eine Entscheidung ein ganzes Leben bestimmen. Brad möchte ihn dabei bestmöglich unterstützen, er verzettelt sich aber zusehends zu tief in seiner Vergangenheit und ist in der Folge zu sehr mit sich beschäftigt. Ständig macht er sich Gedanken über seine Freunde: Craig Fisher (Michael Sheen) hat für das Weiße Haus gearbeitet und ist anschließend zum Bestseller-Autor avanciert. Jason Hatfield (Luke Wilson) hat seinen eigenen Hedge Fund gegründet und damit seine finanzielle Zukunft auf ewig gesichert. Und auch Billy Wearsiter (Jemaine Clement), der eine erfolgreiche Technik-Firma gegründet hat, konnte diese verkaufen, mit 40 in Rente gehen und fortan das süße Leben genießen. Nick Pascale (Mike White) wiederum ist nicht nur reich, sondern auch noch berühmt.

Fazit: Ben Stiller verkörpert einen Menschen, der eine Sinneskrise durchlebt und mit sich selbst unzufrieden ist. Selbstzweifel sind dabei die logische Folge. Und er möchte nicht, dass es seinem Sohn Troy auch einmal so gehen wird. Jedoch merkt er nicht, dass er allmählich den Bezug zu seinem eigen Fleisch und Blut verliert. Und da fand Regisseur Michael White genau die richtige Balance, der hier erst seinen zweiten Spielfilm abliefert. Ihm gelingt es die Situation von Brad realistisch zu erzählen, ohne dabei die Beziehung zwischen Vater und Sohn aus den Augen zu verlieren. Einfühlsam werden beide Komponenten miteinander vereint, so dass man nicht nur einen spannenden Film erlebt, sondern sich auch in die Charaktere reinversetzen kann. Wer hat nicht schon darüber nachgedacht, ob das eigene Umfeld vielleicht mehr erreicht hat oder man überhaupt noch in der Lage ist mitzuhalten. Eine typische Midlife-Krise eben. Es sind auch solche Situationen, die man selbst nur mit einer Portion Humor verkraften kann. Und so wird es dank der großartigen Schauspielleistung von Ben Stiller spielend umgesetzt.

 

 


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