Love, Simon Universum
zum Film Love, Simon |


©Hulu

20 Folgen in 2 Staffeln

Produktionsjahre: 2020/21

Sender: Hulu

Genre: Drama, Hulu

FSK: 12

Erstausstrahlung: 17. Juni 2020
Fortsetzung: 2. Staffel (2021)


Idee: Isaac Aptaker & Elizabeth Berger
Drehbuch: Danny Fernandez, Jess Pineda, Jeremy Roth
Romanvorlage: Becky Albertalli: (Roman „Simon vs The Homo Sapiens Agenda“)
Regie: Jason Ensler (3 Folgen, 2020-2021), Alex Hardcastle (2 Folgen, 2021) u.v.a.

Darsteller

Michael Cimino: Victor Salazar
Rachel Hilson: Mia Brooks
Anthony Turpel: Felix Weston
Bebe Wood: Lake Meriwether
Mason Gooding: Andrew
George Sear: Benjamin ‚Benji‘ Campbell
Isabella Ferreira: Pilar Salazar
Nick Robinson: Simon Spier (Voice)
u.v.a.

Musik in der Serie:
Siddhartha Khosla (10 Folgen, 2020), Lauren Culjak (8 Folgen, 2020)


Infos zur Serie:

Die Serie spielt etwa ein Jahr nach den Ereignissen in Love, Simon. Jener Simon hat die Schule längst verlassen. Aber dessen Erlebnisse wirken noch immer nach. Damit ist diese eine direkte Fortsetzung des Films. Victor zieht mitten im Schuljahr mit seiner Familie um und geht von nun an der Creekwood High zur Schule. Jene High School, die auch Simon Spier besuchte.

Die Serie startete im Juni 2020 auf der VoD-Plattform Hulu und kam im Februar 2021 auch nach Deutschland. Dort sicherte sich Disney+ die Rechte. Konzipiert wird Love, Victor von Isaac Aptaker und Elizabeth Berger, die auch das Drehbuch für Love, Simon verfassten. Der Hauptdarsteller des Films, Nick Robinson, fungiert für die Serie als Produzent.


1. Willkommen an der Creekwood High (Welcome to Creekwood), 28 Min.

Der 15-jährige Victor Salazar ist mit seiner Familie nach Atlanta Georgia gezogen, um ein neues Leben zu beginnen. Zu dem Zeitpunkt ist Victor noch sehr unsicher, wie sein sozialer Status an der Schule sein wird.

Diese erste Folge zeigt auf, dass die Spuren zu Simon aus dem Film Love, Simon unverkennbar sind. Die stellvertretende Direktorin Ms. Albright vertritt den eigentlichen Direktor aus dem Film und war natürlich schon im selbigen zu sehen. Sie lässt im Dialog mit Victor erkennen, welch ein Status Simon Creekwood High School hat. Ansonsten ist diese Folge von Victors Unbehagen in einer neuen Umgebung geprägt. Hier laufen die Geflogenheiten anders und auch mit seiner Familie hat er eine gewisse Verantwortung. Doch aber auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Musik in dieser Folge
Damato – „Great Intentions“
Ben J. Pierce (as Miss Benny) – „Rondezvous“
Courtney Barnett – „Pedestrian At Best“
Davie – „Testify“
The Japanese House – „Wild“
St. Lucia – „Bigger“
Wrabel – „We Could Be Beautiful“


2. Creekwook-Party (Stoplight Party), 27 Min.

Die Mitschüler von Victor erfahren von seiner Riesenrad-Geschichte mit Mia. Und dann passiert etwas, mit was er im Leben nicht gerechnet hat. Seine Beliebtheit an der Schule steigt in die Höhe. Doch wie wird Victor den neuen Sozialstatus einordnen?

Noch nicht nur Victor steht hier Mittelpunkt. Sondern auch seine Schwester Pilar, die von ihrer Mutter in einer verfänglichen Situation erwischt wird. Und das hat natürlich einen Grund, was gut aufgelöst wird. Zudem erhält man einen Einblick darüber, wie Victors Vater Armando einst Isabel gedatet hat. Eine schöne Ausgewogenheit der Folge, die mit entsprechenden Wortwitz dosiert ist.

Musik in dieser Folge
Tyler Glenn – „Somebody to Tell Me“
Lex Junior feat. Just John – „Pop Panic“
Lucky Daye – „Real Games“
Black Caciar feat. G.l.a.m. – „Killa Shit Funk“
Silk City and Dua Lipa – „Electricity“
Twin Shadow – „Too Many Colors“


3. Band-Wettbewerb (Battle of the Bands), 25 Min.

Victor ist sich seiner Gefühle noch unsicher und ist bereit dies zu ändern. Er spürt, dass er sich immer mehr Mia hingezogen fühlt und möchte es mit einem Date darauf ankommen lassen.

Die Stimmung zwischen Mia und Victor kommt hier sehr gut zur Geltung und erhält dadurch eine tiefgründige Stimmung. Armando verbringt endlich mehr Zeit mit Isabel und geht mit ihr aus. Nur der Bandwettbewerb der Schule kommt etwas chaotisch daher, wenn man mal von dem tollen Coversong absieht.

Musik in dieser Folge
Tyler Glenn – „Somebody to Tell Me“
George Sear – „Call Me Maybe“
Carly Rae Jepsen – „Call Me Maybe“
Tia P. – „Butter“
Greyson Chance – „Athlete“


4. Die Wahrheit tut weh (The Truth Hurts), 28 Min.

Pilar ist skeptisch, was ihre Eltern Armando und Isabel betrifft. Sie tut sich mit Victor zusammen und geht dem ganzen auf den Grund.

Victor versucht die Umstände von sich abprallen zu lassen. Schließlich hat er ein wichtiges Basketballspiel. Doch während des Spiels ist er nicht er selbst und es kommt zu einer Aussprache. Auch die Beziehung zum elterlichen Vorbild kann durchaus mal Risse bekommen. Und in dieser Folge wird das wunderbar aufgezeigt bzw. einfühlsam damit umgegangen.


5. Süße Sechzehn (Sweet Sixteen), 27 Min.

Die Stimmung bei den Salazars ist etwas angespannt. Trotzdem soll die Party für Victors 16. Geburtstag steigen. Zunächst scheint alles glatt zu laufen. Doch dann scheint die Situation aus dem Ruder zu laufen.

Und das liegt nicht zwangsläufig an den Ereignissen der vorangegangenen Folge, sondern fast noch viel mehr an die anwesenden Gäste, die nicht nur mit Intoleranz glänzen, sondern auch viele Vorwürfe parat haben. Im Eifer des Gefechts steht Victor zu seinen Ansichten und nimmt all seinen Mut zusammen.


6. Nächte in Creekwood (Creekwood Nights), 24 Min.

Die Beziehung zwischen Mia und Victor könnte nicht besser laufen. Doch so langsam möchte Mia mehr. Aber das lässt Victor unsicher werden.

Und diese Stimmung begleitet quasi die ganze Folge, in der auch Mias Gefühlswelt eine Rolle spielt. Es ist mehr als realistisch, wenn sie bemerkt, dass etwas nicht stimmt.


7. Kleines Geheimnis (What Happens in Willacoochee), 29 Min.

Die Kaffeemaschine im Geschäft gibt ihren Geist auf. Und es liegt es an Victor und Benji, sie reparieren zu lassen. Deswegen kommt es zu einem spontanen Roadtrip.

Doch dieser Ausflug gestaltet sich anders als gedacht, in dem sich Victor über seine Gefühlswelt im klaren zu sein scheint. Doch er sucht noch einen direkten Draht, was dies betrifft und setzt schon mal Spannung für die achte Folge frei. Einiges klar scheint auch für Isabel zu sein, die wieder eine alte Leidenschaft aufleben lassen möchte. Auch in der Hinsicht haben wir sicher noch was in den restlichen Folgen zu erwarten.


8. Männerausflug (Boys‘ Trip), 30 Min.

Victor fährt nach New York, um sich über einiges in seinem, Leben klar zu werden. Doch der Trip verläuft anders als er es sich vorgestellt hat.

Victor macht einen Ausgflug und landet auf einer Drag-Party. Doch kurz darauf macht ihn etwas sehr wütend. Eine Folge die sehr gut seine Gefühlslage als auch Findung in den Mittelpunkt stellt. Aber auch die Selbsterkenntnis und Mut stehen stark im Fokus. Auf Felix wird ebenfalls näher eingegangen und es findet eine Weiterentwicklung statt.


9. Wer zur Hölle ist B? (Who the Hell is B?), 28 Min.

Victor ist von seiner Reise aus New York zurück und nimmt sich nun vor mit seinen Freunden über seine Gefühle zu sprechen. Aber auch Felix und Lake haben etwas zu besprechen.

Was Felix und Lake betrifft, erleben wir nun eine stetige Weiterentwicklung. Dazu erfährt man mehr über deren Mütter. Zwischen Victors Eltern scheint sich auch etwas anzubahnen. Allerdings muss es nichts Gutes bedeuten. Auch Victors Weg ist noch nicht abgeschlossen. Der Plot dieser Folge schreitet sehr gut voran und legt quasi den Grundstein für das Staffelfinale.


10. Frühlingsfest (Spring Fling), 30 Min.

Das Frühlingsfest steht kurz bevor. Jedoch muss Victor noch reinen Tisch machen. Er hat sich vorgenommen beim Fest einen perfekten Abend mit Mia zu verbringen.

Es ist die finale Folge der ersten Staffel. Und in eben solcher ist eine ganze Menge passiert. Was diese Folge ausmacht, ist die Tatsache, dass es sowohl ein Happy End als auch ein tragisches Erkenntnis gibt, welches in der 2. Staffel eine zentrale Rolle einnehmen dürfte. Auch die Musik weiß wieder zu punkten und hebt sich sogar etwas vom typischen Mainstream ab.

Musik in dieser Folge
– „The Boy“
Tyler Glenn – „Somebody to Tell Me“
Jennifer Lopez – „Waiting for Tonight“
Conan Gray – „Maniac“
Shadow Puppets – „Les Cactus“
Robyn Carlsson – „Missing U“
Freya Ridings – „Lost Without You“
Dejavoo – „Infinity“
Morgxn – „Home“
Instrumental
„Slide“


Charaktere mit Einfühlungsvermögen und dosierten Humor

Wie oben bereits erwähnt ist es die Fortsetzung von Love, Simon. Eben solcher begleitet uns bzw. Victor über gesamte Staffel. Zwar sehen wir Simon nicht, aber er ist via SMS bzw. Social Media für Victor erreichbar. Und mentale Unterstützung kann Victor gerade jetzt sehr gut gebrauchen. Wie aus heiterem Himmel musste er mit seiner Familie umziehen und muss sich nun in einer völlig neuen Umgebung zurechtfinden. Auch sexuell ist er noch völlig unschlüssig und lässt alles erst einmal auf sich zukommen. Der Aspekt, Simon virtuell in der Serie einzubauen ist ein guter Schachtzug. Damit schwingt der Geist des Films mit und der unsichere Victor kann so auf bodenständige Unterstützung bzw. einen Mentor bauen, was dem ganzen natürlich auch etwas Charme verleiht.

Love, Simon war der erste Mainstreamfilm, der sich der Thematik Homosexualität angenommen hat. Eine mutige Entscheidung des damaligen Studios. Aber das Risiko sollte sich lohnen und spülte einige Dollar in die US-Kinokassen. Nun haben wir das Thema auch in Serienform und dürfen Victor nun auf seinen Weg begleiten, der einige Höhen und Tiefen für ihn parat hat. Wie auch in vielen Hollywoodfilmen begegnen wir auch hier Stereotypen, wie die nervigen Lehrer, was hier aber eher marginal der Fall ist. Oftmals sind diese Lehrer bzw. die Lehrerin eher selbst genervt, wenn ein Schüler mal wieder dumme Bemerkungen ablässt. Apropos Schüler. Kommen wir doch gleich mal zu den Mitschülern von Victor. Zum einen ist da Mia, die er echt hübsch findet und die obendrein nicht nur Köpchen hat, sondern auch ihre Bodenständigkeit auszuspielen weiß. Es gibt auch diese Mädchen, denen es wichtig ist, wie andere Mitmenschen über sie denken. Und dann dieser schwule Junge, der sich bereits geoutet hat. Andere wiederum sind irgenwie nerdig und müssen schauen ihren Platz richtig zu erkämpfen. Es sind vielschichtige Charaktere, die einfühlsam geschrieben sind und auch die entsprechende Portion Humor mit sich bringen. Gerade die Aufrichtigkeit des Hauptcharakters Victor nimmt man ihm zu jeder Zeit ab. Eine gute Entscheidung die Rolle mit Michael Cimino zu besetzen.

Religion ist ein zentrales Thema

Dies betrifft Victors Familie und im weiteren Verlauf auch die Großeltern, wenn sie zu Besuch sind. Eben solche sind in ihrer Weltanschauung eingefahren und lassen eher selten bis nie Toleranz walten. Da ist es leicht verständlich, dass sich Victor vor solchen Menschen eher nicht outen würde. Zu groß ist hier die Angst, als anderer Mensch hingestellt zu werden, obwohl jeder das Recht hat das Leben nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Gerade im Bezug auf die Großeltern kommt es indirekt zu einem Konflikt, von dem Victor aber nicht selbst betroffen ist, aber trotzdem aufzeigt, was für Probleme es gerade in der heutigen Zeit im Bezug auf die Toleranz gibt. Das Ideal des Menschen ist nicht perfekt bzw. weist einige Tücken auf. Und so auch Victors Eltern, die nach außen hin sehr glücklich scheinen. Aber nach und nach bekommt man hier Risse zu spüren. Und da liegt die größte Stärke dieser Staffel. Es wird großartig vermittelt, wie Victor zur Familie und die Familie zu Victor steht und wie sie in bestimmten Situationen zueinander agieren. Realistischer hätte man diesen Ansatz nicht ausbauen können. Werte und Normen spielen ebenfalls eine große Rolle, die in den Autoritäten der handelnen Personen exakt beschrieben werden.

Fazit: Die Serie, die auf das jugendliche Publikum zugeschnitten ist, bringt ein gewisses Einfühlungsvermögen mit, welches entsprechend mit Humor kombiniert wurde. An manchen Stellen kommt oftmals der Kitsch zu Tage und man fragt sich, ob es in Wirklichkeit auch so laufen würde. Aber noch jede so kleine oder im Ansatz witzige Situation wird von den Darstellern mit einer Herzenswärme gespielt, so dass man irgendwie immer mitfühlt oder auch mal schmunzeln kann. Eben solche haben ihre Figuren weiterentwickelt und bringen sogar eine gewisse Message mit. Erzählerisch hat das im Gesamten aber viel Spaß gemacht und man erfuhr einiges über die Gefühle von Victor und deren Mitmenschen, was den authentischen Aspekt in dieser Hinsicht sehr hervorgehoben hat. Da darf man auf jeden Fall auf die 2. Staffel gespannt sein.


Meine Sternenbewertung der 1. Staffel lautet also folgendermaßen

Bewertung: 5 von 5.

Bewertung: 4 von 5.



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Titelbild © 2021 20th Television


Love, Victor ansehen:

Disney+


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

3 Gedanken zu “Love, Victor (2020) oder die Fortführung einer besonderen Geschichte

  1. Pingback: Love, Simon [2018]

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