– 8FFC Films in the Race for the „Foreign Oscar“

– Independent, fearless, indomitable: the heroines of the 31st FFC

– This mixture cracks! – Thrilling genre diversity between humor, provocation and action at the 31st FFC

– The FFC in cooperation with the Slovak Film Institute

Anmerkung: Dieser Text stammt aus der Pressemitteilung des Cottbuser FilmFestivals und wurde 1:1 für diesen Artikel übernommen. Ich habe lediglich die Farben und den Blocksatz geringfügig angepasst.


8 FFC-Filme im Rennen um den „Auslands-Oscar“


Ende März 2022 ist in Los Angeles zum 94. Mal die sogenannte „Oscar-Verleihung“, die Verleihung der „Academy Awards“, geplant. Unter den Auszeichnungen wird auch ein „Oscar“ für den Besten Internationalen Film vergeben. Der Preis, der bis 2019 „Academy Award für den besten fremdsprachigen Film“ hieß, wurde erstmals 1957 vergeben, als er an Federico Fellinis „La Strada – Das Lied der Straße“ ging. Inzwischen wurden zahlreiche Kandidaten für den prestigeträchtigen Preis nominiert, die hoffen, es auf einen Platz in der Shortlist  zu schaffen, aus der dann wiederum der Gewinnerfilm gewählt wird. Unter den von den jeweiligen nationalen Filmzentren bzw. Kulturministerien ins Rennen geschickten Filme sind acht Titel, die letztes Jahr beim FFC liefen bzw. vom 2. bis 7. November dort zu sehen sind, darunter die diesjährigen Wettbewerbsbeiträge COMPARTMENT NO. 6, 107 MOTHERS, LEAVE NO TRACES und BRIGHTON 4TH, während OASIS 2020 im FFC-Wettbewerb lief. Das Laiendarstellerensemble Marijana Novakov, Tijana Marković und Valentino Zenuni gewann damals den Preis für die Beste darstellerische Leistung. Hier eine Auflistung der FFC-Titel, die derzeit um eine Nominierung für den Academy Award für den Besten Internationalen Film konkurrieren (die Länder, von denen sie eingereicht wurden, sind unterstrichen). BRIGHTON 4TH, SISTERHOOD und LEAVE NO TRACES wurden in der Drehbuch-Entwicklungsphase auf unserem Koproduktionsmarkt connecting cottbus gepitcht.

107 Mothers (Slowakei, Tschechische Republik, Ukraine) – Wettbewerb Spielfilm FFC 2021

After the Winter/Posle Zime (Montenegro, Kroatien, Serbien) – Spectrum FFC 2021

Brighton 4th (Georgien, Bulgarien, Russland, Monaco, USA) – Wettbewerb Spielfilm FFC 2021

Compartment No. 6/Abteil Nr. 6 (Finnland, Russland) – Wettbewerb Spielfilm FFC 2021

Hive/Zgjoi (Kosovo, Schweiz, Albanien, Nordmazedonien) – Hits FFC 2021

Leave No Traces/Żeby nie było śladów (Polen, Frankreich, Tschechische Republik) – Wettbewerb Spielfilm 2021

Oasis (Serbien, Slowenien, Niederlande, Bosnien und Herzegowina, Frankreich) – Wettbewerb Spielfilm FFC 2020

Sisterhood/Sestra (Nordmazedonien, Montenegro) – U18 Wettbewerb Jugendfilm FFC 2021


Unabhängig, unerschrocken, unbeugsam: Die Heldinnen des 31. FFC


Das FilmFestival Cottbus wird in seiner 31. Ausgabe sektionsübergreifend insgesamt 61 Filme aus 33 (Ko-)Produktionsländern von und über Frauen präsentieren. Die Filme zeugen von einer Welt, in der Frauen gleichermaßen einfühlsame Filme über Männer machen können wie Männer feinsinnige Filme über Frauen.

Thematisch dreht sich in den Beiträgen des 31. FFC vieles um starke Frauen und ihre alltäglichen, teilweise dramatischen Geschichten. Man erlebt Heldinnen, aber auch Anti-Heldinnen. Oft steht dabei die Überwindung von archaischen und patriarchalen Hackordnungen im Vordergrund, aber auch das unsichtbare Private und die Konfrontation mit den eigenen Ängsten, bis hin zur turbulenten Patchwork-RomCom über die Folgen des lesbischen Coming Outs einer Familienmutter, die ausgerechnet im katholischen Polen zum Kassenschlager avancierte.

Im Wettbewerb Spielfilm suchen zwei Teenagerinnen in LOOKING FOR VENERA (KO, MZ) von Norika Sefa im patriarchalisch geprägten Umfeld der kosovarischen Provinz zwischen den Ruinen des Krieges und den Überbleibseln der Tradition nach ihrer individuellen Freiheit, während Peter Kerekes in 107 MOTHERS (SK, CZ, UA) an der Grenze zwischen Fiktion und Faktizität einfühlsam die Geschichten von Müttern in einem Frauengefängnis im ukrainischen Odessa porträtiert. In einer Reihe von Gesprächen gewähren darin reale Inhaftierte Einblicke in ihr Seelenleben, das Mutterdasein und die Beweggründe für ihre Taten. In der Sektion Hits läuft HIVE (KO, CH, MZ, AL) von Blerta Basholli, der als erster Spielfilm überhaupt alle drei Hauptreise beim renommierten Filmfestival in Sundance gewinnen konnte. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Basholli die Erfolgsgeschichte eines kosovarischen Frauenkollektivs von Kriegswitwen, die sich zwischen persönlichem Verlust und Überlebenskampf mit einer Ajvar-Produktion selbstständig machen, begleitet vom Misstrauen der patriarchal geprägten Dorfgemeinschaft. In der Sektion Spektrum folgt FIRE (KZ), von der kasachischen Regisseurin Aizhan Kassymbek, der berührenden Geschichte eines Überlebenskünstlers in einem Mix aus schräger Soap und sorgsam arrangierter Bilddramaturgie. In der Sektion Close Up TR präsentiert das 31. FFC mit IT’S ALL ABOUT PEACE AND HARMONY (TR) von Nesimi Yetik einen mitreißenden, fulminant-bildstarken Ensemblefilm zwischen Direct Cinema und American Independent Movie über einen schwesterlichen Rosenkrieg und die Unmöglichkeit, sich von der alternden Mutter zu lösen. Von der unbeugsamen Ausgegrenzten bis hin zur unerschrockenen Anführerin stehen die Frauen in den Filmen beim diesjährigen 31. FilmFestival Cottbus für eine Welt voller Vielfalt, die sich im Umbruch befindet.


Diese Mischung kracht! – Packende Genre-Vielfalt zwischen Humor, Provokation und Action Beim 31.FFC


Auch in diesem Jahr lässt es das 31. FilmFestival Cottbus mit einigen Filmen wieder richtig krachen. Sie mixen die Genres und bringen dem Publikum spannende Unterhaltung. Zwischen halsbrecherischen Shootouts reflektieren pointierte Witze, abenteuerliche Liaisons und surreale Schicksalsgemeinschaften durchaus aktuelle gesellschaftliche Gegensätze. Vom Lachen über das Weinen bis zum Fürchten ist für jeden etwas dabei.

Es finden sich hochaktuelle Themen wie der Waldbrandinfero-Blockbuster FIRE (RU). In dem russischen Action-Thriller voller Drama und Humor von Alexey Nuzhny aus der Sektion Hits, der sich durch einen besonders hohen Produktionswert auszeichnet, durchkämpft eine Gruppe von Feuerwehrleuten die brennenden Wälder Sibiriens, um die Bewohner eines abgelegenen Dorfes zu retten, obwohl die aus lauter Sturheit gar nicht gerettet werden wollen. Aus Bulgarien kommt ESCAPE (BG) von Victor Bojinov, der seine Weltpremiere beim FFC haben wird und Stadt-Land-Gegensätze in Thriller-Form auf den Punkt bringt. Eine Landkommune in einem verlassenen Bergdorf trifft auf ein Bootcamp für Junkies, als einer der Klienten aus der Entzugsanstalt sich in die Aussteiger-Idylle flüchtet und in der Folge für mächtig Ärger sorgt. In der Sektion Spektrum treffen in GARBAGE THEORY (HU) von Ákos Badits romantische Sci-Fi Dramedy auf Feelgood-Musical und die autistische Wissenschaftlerin Panna auf Boy, einen tolpatschigen Alien im Beatles-Look. Gemeinsam müssen sie die Erde gegen Außerirdische verteidigen, die die Menschheit aufgrund ihres Zerstörungstriebs gegenüber anderen Welten auslöschen wollen. In der gleichen Sektion ballert sich der Geldeintreiber Munir in LOAN SHARK (RS) von Nemanja Ćeranić, einem fetzigen Film Noir mit Western-Motiven, durch die Steppenlandschaft der nordserbischen Vojvodina, während in Rasmus Merivoos KRATT (EE) unterhaltsam-verrückter Fabelwahnsinn auf Social-Media-Kritik trifft. Eine Gruppe von Kindern verscherbelt während des Smartphone-Entzugs auf dem Land die Seele der eigenen Oma an den Teufel und beschwört dadurch einen estnischen Kobold, genannt Kratt, der für mächtig Action sorgt.

Abgerundet wird das Ganze in der Sektion Hits von waghalsigen Verfolgungsjagden und politisch unkorrekten Witzen im serbischen Box-Office-Hit SOUTH WIND 2: SPEED UP (RS) von Miloš Avramović und dem ultimativen Feuerwerk des Brachialhumors in NIMBY (FI) vom für schräge Komödien berühmt berüchtigten Regisseur Teemu Nikki, dessen vorhergehender Film den provokanten Titel THE EUTHANIZER trägt. Das Coming Out der jungen Mervi bei ihren Eltern gerät zum Shootout der Vorurteile und bald heißt es Hetero gegen Homo, polygam gegen monogam, weltoffen gegen provinziell, vegan gegen alkoholkrank, Christ gegen Moslem, finnisch gegen deutsch, während sich unter der Haudrauf-Oberfläche unzählige Denkansätze um gesellschaftliche Gewissensfragen entfalten und damit die positive Ambivalenz der diesjährigen Genre-Vielfalt noch einmal unterstreichen.


Das FFC in Zusammenarbeit mit dem Slovakischen Filminstitut


Dieses Jahr feiert das slowakische Kino seinen 100. Geburtstag. Grund genug, in die Geschichte und Gegenwart eines ungewöhnlichen Filmlandes zu gucken. Und Kultfilme aus den 1960er-Jahren mit aktuellen Arbeiten zu vergleichen – aufregende Filmpärchen aus der Slowakei.

Das slowakische Kino zeichnet sich traditionell durch formale Experimentierfreudigkeit und eine klammheimliche Freude aus, zwischenmenschliche Konflikte unter dem Teppich hervorzukitzeln. Damit bleiben slowakische Filmemacher am Nerv ihrer Gesellschaft – inhaltlich oft schonungslos, künstlerisch mit Freude an experimenteller Bilddramaturgie und überraschenden Scores. Für ihre Filmmusik, sparsam, aber pointiert eingesetzt, ließen sich Komponisten wie Zdeněk Liška, Jaroslav Laifer oder Miloš Jurkovič oft von der Neuen Musik beeinflussen, im Zusammenspiel mit den Bildkompositionen verschwimmen Unterbewusstes und Realität, Traum und Gegenwart. Die Reihe Spotlight: Slovensko verbindet Filmerbe mit Gegenwart, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis ins Jahr 2020. So kommunizieren alte und aktuelle Gesellschaftsreflektionen miteinander, öffnen den Blick zu der Frage hin, ob es spezifisch slowakische Erzähltraditionen gibt und wenn ja, warum. Und laden dazu ein, einige vergessene Perlen der Filmgeschichte neu zu entdecken, deren Erzählfreude und dramaturgischer Mut heute neu begeistern.

Veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Slowakischen Filminstitut. Unterstützt vom Ministerium der Finanzen und für Europa des Landes Brandenburg und dem

Deutschen Kulturforum östliches Europa e.V. Wir danken dem Tschechischen Zentrum in Berlin und dem Slowakischen Institut in Berlin für die Zusammenarbeit.


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

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