Originaltitel: Auf der Suche
Produktionsland: Deutschland

Darsteller:
Vanessa Jordan-Heinrich: Janette Z., Leander Linz: Lukas Zimmer, Kai Börner: Leiter Menschenrechtszentrum, Markus Heinrich: Homer, Cornelia Meißner: Mutter von Janette, Ronne Noack: Vater von Janette, Olaf Pöschk: Personalleiter u.v.a.

Drehbuch: Erik Schiesko, Natalia Oglanova (Co-Autorin)
Regie: Erik Schiesko
Compositing Supervisor: Robert Baruck

Genre: Krimi, Mystik, Komödie, Drama
Spielart: Computerspiel im klassischen „Point-and-Click-Adventure“
Länge: ca. 180 Minuten (54 Minuten Filmsequenzen)

Vertrieb und Verleih: Konturprojekt Filmproduktion

Filmpremiere Dtl.: 22. Januar 2016

Bestandteil des 31. Filmfestival Cottbus
FestivalSektion: Specials


Lukas (Leander Linz) ist 27 Jahre alt und hat Arbeit als Journalist bei einer regionalen Tageszeitung bekommen. Bei einer Recherche im Archiv stößt er auf ein Ereignis längst vergangener Zeiten. Der Tod eines DDR-Flüchtlings, der so aussieht wie er selbst, lässt Lukas keine Ruhe mehr und er beginnt sich genauer damit zu beschäftigen. Nun gilt es wichtige Hinweise und Spuren des Rätsels Lösung zu finden.

Kombination aus Film und Computerspiel

Diese Reise für Lukas und der Spielenden beginnt. Foto: Konturprojekt

Allein die Idee ist schon eine halbe Ewigkeit her. Nun denn, im Jahr 2013 hatte Regisseur Erik Schiesko zum ersten Mal den Gedanken, so ein Projekt mit entsprechender Größenordnung aufzuziehen. Außerdem war es die Zeit, als sich so langsam aber sicher das Streaming entwickelte. Eigentlich eine neue Zeitrechnung, wenn man so möchte. Und dann noch die Vision von einem SpielFilm zu haben, kann größer nicht sein. Sowas nimmt ordentlich Zeit in Anspruch und wurde ab dem Jahr 2015 ordentlich promotet. Rückblickend kann man mit Sicherheit sagen, dass bei der ersten Premiere am 22. Januar 2016 noch genug Arbeit vor dem Team, aber ganz besonders vor Robert Baruck stand. Weil er war stets der Mann, der mehr als 20.000 Zeilen Code zu einem Filmprodukt verarbeiten musste. 350 Kulissen und über 550 richtige und falsche Antworten sind ein elementarer Bestandteil des SpielFilms. Und siehe da, nun haben wir das Endprodukt. Zu Beginn des Films sieht die Geschichte noch nicht ganz so ernst aus. Für den Protagonisten Lukas aber schon, der ein Vorstellungsgespräch zu absolvieren hat. Geführt wird das Gespräch von einem Personalleiter, der die Angelegenheit viel mehr wie ein Quiz führt. Kein Wunder, Darsteller Olaf Pöschk ist schließlich als Moderator beim Seitenquiz bekannt. Da wäre es fast fahrlässig gewesen, ihn nicht als quizenden Personalleiter in seinem Element sein zu lassen. Beantwortet Lukas eine Frage falsch, kann man sich witzigen Einspielern erfreuen. Bei richtiger Beantwortung der Fragen schreitet das Gespräch und natürlich die Handlung voran.

Erforschung längst vergangener Zeiten

Hat diese Liebe ein Happy End? Foto: Erik Schiesko

Und eben solche führt uns in die Vergangenheit kaum sitzt Lukas an seinem Arbeitsplatz, bekommt er auch schon den ersten Rechercheauftrag. Doch dabei verliert er sich in eine andere Sache, als er ein Foto eines Menschen entdeckt, der ihm verblüffend ähnlich sieht. Nun beginnt die Suche entgültig und man findet sieht sich u.a. im Tierpark, auf dem Friedhof oder im Braunkohletagebau wieder. Doch im Verlauf der Handlung gibt es Einblicke in eine Familie, die von den Idealen her stark der DDR zugewandt ist. Vater und Mutter sehen sich darin bestärkt, eine Aufgabe für die DDR zu erfüllen bzw. nach einem besonderen Maßstab zu leben. Aber die Tochter möchte davon nichts wissen und hat ihre eigenen Träume. Dessen Freund ist der Junge, der in der Zukunft Aufmerksamkeit bei Lukas geweckt hat. Auch die Bilder der Vergangenheit sind sehr realistisch dargestellt die typischen Wohnungen, in denen die Familien gelebt haben und das Aussehen der Personen lässt den Anschein erwecken, dass man in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt worden ist. Doch die Freiluftszenen sind für die Zuschauer interessant. So lässt es sich das junge Paar auf den Sachsendorfer Wiesen nieder, um Zukunftspläne zu schmieden. Aus den typischen Mustern ausbrechen und endlich das Leben zu führen, welches nicht vom DDR-Staat vorgegeben wird. Ja, sogar an Flucht wird gedacht. Und eben solche muss zunächst vor dem eigenen Vater erfolgen, der sie mit seinen eingefahrenen Idealen erdrückt.

Eine Suche, die ihr perfektes Ende findet?

Zu Beginn kommt man noch recht simpel durch das Spiel. Mit der Zeit wird es schwieriger die richtigen Hinweise und Lösungen zu finden. Mit diesen Aspekten erweitert sich auch das Feld der Orte und man hat richtig was zu tun und natürlich auch was zu entdecken, was die Geschichte der Orte betrifft. Generell hat man für diesen SpielFilm dafür gesorgt, dass der Bildungsauftrag erfüllt wird und man seine eigene Allgemeinbildung erweitern kann. Im weiteren Verlauf der Handlung erfährt Lukas sehr viel mehr und steht irgendwo zwischen Täuschung und Enttäuschung. Ist alles doch ganz anders, als er zunächst geglaubt hat? Werte und Ideale werden plötzlich infrage gestellt und Lukas muss womöglich eine Entscheidung treffen, was seinen weiteren Lebensweg betrifft. Tief verankert in der beschaulichen Lausitz gewinnen wir nicht nur Eindrücke davon, was uns visuell geboten wird. Nein, wir müssen unter der Oberfläche arbeiten, um alles zu verstehen. So spielen auch die Kulturen und Traditionen der Sorben und die Zeit des Braunkohleabbaus eine zentrale Rolle. Darüber hinaus werden wir mit Menschenrecht konfrontiert und die Dramaturgie spitzt sich zusehends zu.

Fazit: Ein Film der ganz anderen Art, weil man ihn interaktiv erleben kann und so eine Verschmelzung zweier Medien vorfindet. Zentrales Themas des Films ist das Leben zweier Generationen zu je völlig verschiedenen Zeiten. Dabei werden uns Werte und Normen aufgezeigt, die man durchaus mit den heutigen Werten vergleichen und diskutieren kann. War damals alles besser oder ist das hier und jetzt die optimale Lebensweise? Oder sollte man ein bisschen was aus beidem leben? Was hat die Menschen damals angetrieben bzw. wie war ihre Motivation für das Leben an sich gestrickt, wo doch vieles vom Staat vorgegeben wurde? Ein SpielFilm der nicht nur pure Unterhaltung bringt, sondern auch dazu anregt zum Thema zu diskutieren. Setzen wir uns intensiv mit der Thematik auseinander, so werden wir die Beweggründe aller Protagonisten verstehen.


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Urheber Hintergrundbild: ©Konturprojekt Filmproduktion


„Auf der Suche“ ansehen und spielen


Link- bzw. Quellennutzung

Cottbuser Adventure-SpielFilm „Auf der Suche“ feiert gelungene Premiere (mein Text zur Premiere 2016)

„AUF DER SUCHE“ | Radiointerview

Crew United

Łužycafilm – Sorbisch-Deutsches Filmnetzwerk

Info- bzw. Presseheft „Auf der Suche“


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

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