The Darkest Minds [2018]

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© 20th Century Fox

Originaltitel: The Darkest Minds
Produktionsland: USA

Regie: Jennifer Yuh Nelson
Drehbuch: Chad Hodge, Romanvorlage: Alexandra Bracken
Darsteller:

Amandla Stenberg, Mandy Moore, Bradley Whitford, Harris Dickinson, Gwendoline Christie, Miya Cech uva.

Genre: Sci-Fi
FSK: 12
Länge: 104 Min.
Produktionsfirma: 20th Century Fox

Filmstart in den USA: 03. August 2018
Filmstart in Dtl.:  16. August 2018


Als Ruby (Amandla Stenberg) an ihrem zehnten Geburtstag aufwacht, passiert etwas mit ihr. Ihre Eltern sehen sich dazu veranlasst, sie in die Garage einzusperren und die Ordnungshüter zu rufen. In der Folge wurde sie nach Thurmond geschickt, ein brutales, von der Regierung betriebenes „Resozialisierungscamp“. Nun stellt sich heraus, dass Ruby eine mysteriöse Krankheit hat, aber im Gegensatz zu andern Kindern überlebt hat. Jedoch verfügt sie aber auch über schreckliche Fähigkeiten, die sie nicht zu kontrollieren vermag.

Erzählung der Charaktere gut ausbalanciert

6 Jahre später – und Ruby gehört zu den gefährlichen Überlebenden. Inzwischen hat sie die Wahrheit über sich herausgefunden. Nun ist es an der Zeit zu flüchten. Als ihr dies gelungen ist, sieht sie sich nun völlig auf sich gestellt. Zum Glück findet sie Anschluss an eine Gruppe, die von Liam (Harris Dickinson, Beach Rats (2017)) angeführt wird. Zu ihr gehören auch Zu (Miya Cech) und (Chubs Skylan Brooks). Betrachtet man allein diese vier Charaktere, dann erlebt man eine sehr schöne Ausarbeitung ihrer Rollen. Dies liegt zu einem daran, dass die Darsteller in ihren Rollen aufgehen und ihnen die Zeit gegeben wird, sich zu entfalten. Jeder für sich hat seine Szenen, die einem zum schmunzeln bringen wird. Sieht man die Antagonisten für sich, wirken die Darsteller teilweise austauschbar und recht leidenschaftslos. Nimmt man alles zusammen, dann hat man einen Cast, der solide agiert, aber insgesamt ausbaufähig ist. Werte im sozialen- als auch persönlichen Fokus finden ihre Anwendung auf Freiheit, Anpassung, Angst und Macht.

„Der Film zeigt wie die Kinder ihre Kräfte nutzen, um zu überleben. Es gibt jede Menge Action, aber auch viel Herz“, erläutert Regisseurin Jennifer Yuh Nelson.

Plot wirft zu viele Fragen auf

Dabei ist der Einstieg in das Sci-Fi Abenteuer durchaus gut inszeniert, wo Ruby die Erfahrung mit ihren neuen übermenschlichen Fähigkeiten macht und noch nicht weiß wie sie damit umgehen soll. Doch hier geschieht ein abrupter Zeitsprung, der keine Entfaltung der Ursprungsgeschichte von Ruby zulässt, sondern den Zuschauer sofort ins kalte Wasser wirft. Im weiteren Verlauf der Handlung verliebt sie sich und versucht dem Auserwählten näher zu kommen. An für sich kein schlechter Ansatz, aber es werden dabei wichtige Aspekte außer acht gelassen, die dem Film mehr als gut getan hätten. Zum Beispiel bleibt man im Dunkeln, warum die Regierung einfach so Kinder tötet bzw. Andere am Leben lässt. Wo steckt der explizite Plan dahinter? Oder soll dies gezielt in weiteren Filmen beantwortet werden? Drehbuchautor Chad Hodge bewegt sich hier noch auf neuen Pfaden. Denn vorher war er nur für TV-Serien als auch TV-Filmen aktiv gewesen. Sollte es zu einer Fortsetzung kommen, dann hat er die große Chance vieles besser zu machen bzw. dem Drehbuch was Innovatives hinzuzufügen. Denn wie schon erwähnt funktioniert es ja zumindest im Ansatz.

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© 20th Century Fox

Visuelle Effekte ansprechend umgesetzt

Viele Pluspunkte können die Kamera und die Effekte sammeln, als sich Gut und Böse feindlich gegenüberstehen. Egal ob Feuerschlachten am Boden oder beeindruckende Bilder aus der Luft, hier kann einem schon mal die Luft wegbleiben und es wirkt alles sehr griffig und furchteinflößend. Die Fähigkeiten der Protagonisten und Antagonisten wurden bei den Computer-Effekten wirkungsvoll und realistisch umgesetzt und machen Lust auf mehr.

„Wir wollten diesen Film möglichst realistisch und zeitgemäß erscheinen lassen”, sagt Nelson. „Die gezeigten Kräfte stehen im harten Gegensatz zu unserer Wirklichkeit. Dennoch sollen sie glaubhaft wirken. Wir wollten unseren Film nicht in der Zukunft oder an einem imaginären, obskuren Ort ansiedeln. Die Zuschauer sollen glauben, dass die Ereignisse so tatsächlich passieren könnten.”

Überwacht wurden die visuellen Effekte von Björn Mayer, diese entwickelte er u.a. für Die Tribute von Panem (2012), Die Tribute von Panem – Mockingjay: Teil 1 (2014) oder Oblivion (2013).  Die Kamera ist bei Nahaufnahmen bzw. einstudierter Choreographien mehr als gut ausbalanciert und hat ebenso auch bei ruhigen Szenen was zu bieten. Kramer Morgenthau arbeitete hier durchaus mit viel Erfahrung. Zu seinen Arbeiten zählen u.a. Thor: The Dark World (2013) oder Das perfekte Verbrechen (2007).

Regisseurin Jennifer Yuh Nelson auf neuen Pfaden

Denn mit The Darkest Minds inszenierte sie ihren ersten Live-Action-Spielfilm. Davor war sie in der Animation tätig und bekam dafür viel Kritikerlob. Ihr Debüt war Kung Fu Panda 2 (2011), der weltweit mehr als 665 Mio. US-Dollar einspielte und  eine Oscar®-Nominierung für den Besten Animationsfilm erhielt. Darüber hinaus war sie bei Spirit – Der wilde Mustang (2002) und Madagscar (2005) als Story Artist aktiv. 

Das Budget betrug 34 Mio. US-Dollar. Davon wurden am ersten Wochenende in den USA rund 5,8 Mio. US-Dollar eingespielt. Bis zum 20. August 2018 wurden in den USA rund 12,3 Mio. US-Dollar eingespielt. Weltweit stand bis zum 16. August 2018 eine Summe von rund 24,4 Mio. US-Dollar zu Buche.

„Im Endeffekt geht es um eine kleine Gruppe von Kids mit Superkräften, die sie noch nicht vollkommen beherrschen. Zusammen sind sie auf der Flucht vor den Behörden. Wir erzählen, wie sie interagieren und sich aufeinander verlassen, während sie gleichzeitig nach anderen Kindern suchen, die wie sie sind. Das Thema ist zugegebenermaßen schwer, aber im Prinzip ist der Film sehr hoffnungsfroh. Hoffnungsfroh insofern, als dass er von gegenseitiger Akzeptanz und Verständnis füreinander handelt”, sagte Produzent Shawn Levy.

Levy ist u.a. an den Produktionen von Arrival (2016) (Oscarnominierung für den besten Film 2017) oder der Serie Stranger Things (Nominierung für den Primetime Emmy ) stark beteiligt.

Fazit: Mit dem Film erleben wir nicht die erste Teenager-Dytopie, die aus einer Buchvorlage stammt. Auch The Hunger Games, Maze Runner und die weniger überzeugende Filmreihe Divergent schafften es weit vorher auf die große Leinwand. Nun kommen wir in den Genuss von The Darkness Minds. Neu erfunden hat der Film das Genre wahrlich nicht, kann aber besonders mit seiner Hauptdarstellerin Amandla Stenberg überzeugen. Die Ausarbeitung der Charaktere geht in Ordnung, wenn man den Cast als Gesamtes bewertet. Beim Drehbuch fehlt es leider an Innovationsfreudigkeit und einer Inszenierung, die wenig packend erscheint. Zeitweise dachte ich, dass ich mich in einem X-Men Film bzw. in Avengers: Infinity War befinden würde. Punkten können auf jeden Fall die Effekte, die hier riesigen Spaß machen und zeitweise gute Spannung aufkommen lassen. Nicht perfekt, aber solider umgesetzter Sci-Fi Film, der seine Vielfalt und Mehrwert ggf. in weiteren Fortsetzungen finden könnte.

 

 


Quelle: Presseheft 20th Century Fox


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