beingcharlie

Originaltitel: Being Charlie
Produktionsland: USA

Darsteller: 
Nick Robinson: Charlie Mills, Morgan Saylor: Eva, Susan Misner: Liseanne Mills, Cary Elwes: David Mills, Devon Bostick: Adam, Ricardo Chavira: Drake, Common: Travis u.v.a.
Drehbuch: Nick Reiner, Matt Elisofon 
Regie: Rob Reiner

Genre: Drama, Coming-of-Age
FSK: 12
Länge: 97 Min.

Produktionsfirma: Castle Rock Entertainment
Verleiher: Concorde Home Entertainment

Premiere in Kanada: 14. September 2015 (Toronto International Film Festival)
Premiere in den USA: 1. Mai 2016 (Montclair Film Festival)
Start in Dtl.: 10. November 2016 (Internet)
DVD/Blu-ray Release: 24. November 2016


Charlie (Nick Robinson) ist gerade einmal 18 Jahre alt, und versuchte schon mehrmals von den Drogen wegzukommen. Alle bisherigen Entzugskliniken und Therapien brachten nicht den nötigen Erfolg. Sein Vater David (Cary Elwes) hat davon entgültig genug. Nun schickt er ihn in eine streng geführte Einrichtung, die auch den nötigen Erfolg mit sich bringen soll. Außerdem kann er keine schlechte Publicity für seinen Wahlkampf zum Gouverneurs-Posten gebrauchen. Aber Charlie scheint doch einen Weg zu finden, die harte Zeit im Entzug zu überstehen. Schließlich steht ihm die hübsche Eva (Morgan Saylor) zur Seite, die ebenfalls ein Drogenproblem hat…

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Flüchtet Charlie (Nick Robinson) vor seinen Sorgen oder schlägt er tatsächlich neue Wege ein? © Concorde Home Entertainment

Charakterausarbeitung zu oberflächlich

Ein Junge, der von Drogen abhängig ist, aber nicht mehr davon los zu kommen scheint. Aber was hat Charlie dazu bewegt, so ein Leben einzuschlagen? Schließlich kommt er aus gutem Hause und sein Vater hat die Chance einen Gouverneurs-Posten zu besetzen. Also scheint doch eigentlich alles in Ordnung zu sein. Dem ist aber nicht so. Charlie scheint immer den gewissen Kick suchen zu wollen. Oder er ist schlichtweg gelangweilt. Seine Beweggründe bekommt man erst im Verlauf der Handlung nur so am Rande mit. Insgesamt ist die Charakterzeichnung von Charlie zu oberflächlich, um wirklich richtig mitreißend zu sein. Jedoch spielt Nick Robinson seine Rolle insgesamt solide, die aus dem wahren Leben gegriffen ist. Stellenweise wächst er über sich hinaus und gibt einen tiefen Einblick in sein Seelenleben. Mehr ganz genau wissen möchte, wie Nick Robinson zur schauspielerischen Entfaltung kommt, sollte sich mal Love, Simon (2018) ansehen.

Es sind unterschiedliche Situationen mit der er zu kämpfen hat. Positiv zu erwähnen ist der Wortwitz, der immer wieder mal aufflackert, wenn Charlie seine Erlebnisse in der Gruppentherapie verarbeitet. So gibt es auch eine unverblümte Anekdote über die Aufnahme beim Entzug. Im weiteren Verlauf der Handlung erfährt man auch mehr über seinen Vater David (Cary Elwes), den die meisten Leser sicher aus Saw (2004), und Saw 3D – Vollendung (2010) kennen werden. Nun spielt er einen Vater, dem die Karriere wichtiger scheint als seine Beziehung zu seinem Sohn. Auch hier wieder eine gute Darstellung, die dem Publikum glaubhaft nahe gebracht wird. Nur wäre auch hier etwas mehr besser gewesen. Die völlige Entfaltung beider Charaktere sucht man vergebens. Potenzial, was leider ungenutzt bleibt. Warum ist der Vater so extrem auf eine erfolgreiche Karriere aus? Und wieso schafft er es dabei nicht seinem Sohn mehr Aufmerksamkeit zu schenken? Z.b. könnte es zwischen Vater und Sohn zu einer strafferen Konfrontation kommen. Denn ein Sohn sucht eigentlich immer das nächste Vorbild, wenn es Probleme gibt.

Gutes Drehbuch mit zu wenig Tiefenzeichnung

Nick Reiner, Sohn vom Regisseur Rob Reiner, verfasste gemeinsam mit Co-Autor Matt Elisofon das Drehbuch. Eine interessante Zusammenarbeit, da es für Beide ihr Debüt in diesem Fach ist. Dabei hatte Reiner selbst mal Drogenprobleme und verarbeitet es in dieser Geschichte. Schließlich setzte Vater Rob die Sache in die Praxis um. Rob hat noch einen weiteren Sohn namens Jake. Und dieser spielt in einer kleinen Nebenrolle Edward Barnes. Dies ist ein erstes Joint Venture für die Brüder und ihren Vater Rob Reiner. Darüber hinaus ist Jake bis heute sehr aktiv und spielt in diversen TV-Serien mit.

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Ist dem Vater (Cary Elwes) die Karriere wichtiger, als die Beziehung zu seinem Sohn? © Concorde Home Entertainment

Von Beginn an ist man sofort im Geschehen drin. Man erfährt, dass Charlie schon länger mit seiner Drogensucht zu kämpfen hat. Aber wie ist er dort hineingeraten? Was hat er dabei empfunden? Und wieso kommt er nur schleppend mit dem eigenen Leben klar? Dies sind alles Aspekte, die für eine Ausreifung des Charakters angemessen gewesen wären. Hier wird zu viel Potenzial verschenkt. Für so eine Thematik hätte der Film gut und gerne 20 Minuten länger sein können.


Obwohl der Film nicht perfekt ist, hat er doch interessante Trivia zu bieten: Rob Reiner ließ die Zuhörer im Podcast-Interview von Marc Maron wissen, dass dies der persönlichste Film ist, den er über seinen Sohn gedreht hat. Reiners Sohn Nick kam vor einem Jahrzehnt mit Drogen in Verbindung und wurde abhängig. Nick Reiner hat am Drehbuch mitgeschrieben. Cary Elwes spielt im Film Charlies Vater David und war bereits in Rob Reiners The Princess Bride (1987) zu sehen.

Fazit: Rob Reiner liefert auch mit Being Charlie keine schlechte Arbeit ab. Doch dieses Mal fehlt es an Tiefe, die dieser Film aber dringend gebraucht hätte. Die Sucht wird an für sich ungeschönt dargestellt, was auch gut ist. Nur leider kommt zu wenig Emotionalität dabei heraus, um eine völlige Entfaltung der Thematik zu forcieren. Eine Enttäuschung erlebt man hier nicht, da der Film im Grunde zumindest im Ansatz gut funktioniert und durch die Hauptcharaktere sehr interessant wirkt, denen aber dennoch die völlige Entfaltung verwehrt bleibt, da man nicht instande war den Charakteren das gewisse Etwas zu geben. Zumindest im Bezug auf den Cast blieb der Film vieles schuldig, weil das Potenzial mehr als ausreichend vorhanden war.


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Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

5 Gedanken zu “Being Charlie – Zurück ins Leben [2015]

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