Being Charlie – Zurück ins Leben [2015]

beingcharlie

Originaltitel: Being Charlie
Produktionsland: USA
Regie: Rob Reiner
Darsteller: Nick Robinson, Morgan SaylorSusan Misner, Cary Elwes u.a.

Genre: Drama/Coming-of-Age
Verleiher: Concorde Home Entertainment
Länge: 97 Min.
FSK: 12

DVD/Blu-ray Release: 12. Oktober 2016


Trailer:

Charlie (Nick Robinson) ist gerade einmal 18 Jahre alt, und versuchte schon mehrmals von den Drogen wegzukommen. Alle bisherigen Entzugskliniken und Therapien brachten nicht den nötigen Erfolg. Sein Vater David (Cary Elwes) hat davon entgültig genug. Nun schickt er ihn in eine streng geführte Einrichtung, die auch den nötigen Erfolg mit sich bringen soll. Außerdem kann er keine schlechte Publicity für seinen Wahlkampf zum Gouverneurs-Posten gebrauchen. Aber Charlie scheint doch einen Weg zu finden, die harte Zeit im Entzug zu überstehen. Schließlich steht ihm die hübsche Eva (Morgan Saylor) zur Seite, die ebenfalls ein Drogenproblem hat…

Ein Junge, der von Drogen abhängig ist, aber nicht mehr davon los zu kommen scheint. Aber was hat Charlie dazu bewegt, so ein Leben einzuschlagen? Schließlich kommt er aus gutem Hause und sein Vater hat die Chance einen Gouverneurs-Posten zu besetzen. Also scheint doch eigentlich alles gut zu sein. Dem ist aber nicht so. Charlie scheint immer den gewissen Kick suchen zu wollen. Oder er ist schlichtweg gelangweilt. Seine Beweggründe bekommt man erst im Verlauf der Handlung nur so am Rande mit. Insgesamt ist die Charakterzeichnung von Charlie zu oberflächlich, um wirklich richtig mitreißend zu sein. Jedoch spielt Robinson seine Rolle insgesamt solide, die aus dem wahren Leben gegriffen ist. Stellenweise wächst er über sich hinaus und gibt einen tiefen Einblick in sein Seelenleben. Es sind unterschiedliche Situationen mit der er zu kämpfen hat. Positiv zu erwähnen ist der Wortwitz, der immer wieder mal aufflackert, wenn Charlie seine Erlebnisse in der Gruppentherapie verarbeitet. So gibt es auch eine unverblümte Anekdote über die Aufnahme beim Entzug. Im Verlauf erfährt man auch mehr über seinen Vater David (Cary Elwes), den die meisten Leser sicher aus Saw (2004), und Saw 3D – Vollendung (2010) kennen. Nun spielt er einen Vater, dem die Karriere wichtiger scheint als seine Beziehung zu seinem Sohn. Auch hier wieder eine gute Darstellung, die dem Publikum glaubhaft nahe gebracht wird. Nur wäre auch hier etwas mehr besser gewesen. Die völlige Entfaltung beider Charaktere sucht man vergebens. Potenzial, was leider ungenutzt bleibt.

Gutes Drehbuch mit zu wenig Tiefenzeichnung

Nick Reiner, Sohn vom Regisseur Rob Reiner, verfasste gemeinsam mit Co-Autor Matt Elisofon das Drehbuch. Eine interessante Zusammenarbeit, da es für Beide ihr Debüt in diesem Fach ist. Dabei hatte Reiner selbst mal Drogenprobleme und verarbeitet es in dieser Geschichte. Schließlich setzte Vater Rob die Sache in die Praxis um. Von Beginn an ist man sofort im Geschehen drin. Man erfährt, dass Charlie schon länger mit seiner Drogensucht zu kämpfen hat. Aber wie ist er dort hineingeraten? Was hat er dabei empfunden? Und wieso kommt er nur schleppend mit dem eigenen Leben klar? Dies sind alles Aspekte, die für eine Ausreifung des Charakters angemessen gewesen wären. Hier wird zu viel Potenzial verschenkt. Für so eine Thematik hätte der Film gut und gerne 20 Minuten länger sein können.

Fazit: Rob Reiner liefert auch mit Being Charlie keine schlechte Arbeit ab. Doch dieses Mal fehlt es an Tiefe, die dieser Film aber dringend gebraucht hätte. Die Sucht wir an für sich ungeschönt dargestellt, was auch gut ist. Nur leider kommt zu wenig Emotionalität dabei heraus, um eine völlige Entfaltung der Thematik zu forcieren. Eine Enttäuschung erlebt man hier nicht, da der Film im Grunde zumindest im Ansatz gut funktioniert und durch die Hauptcharaktere sehr interessant wirkt, denen aber dennoch die völlige Entfaltung verwehrt bleibt.

 


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3 Gedanken zu “Being Charlie – Zurück ins Leben [2015]

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