Lady Bird [2017]

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© Universal Pictures International Germany GmbH

Originaltitel: Lady Bird
Produktionsland: USA

Regie & Drehbuch: Greta Gerwig
Darsteller:
Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts, Lucas Hedges, Timothée Chalamet

Genre: Tragikomödie
FSK: 0
Länge: 95
Verleiher: Universal Pictures

Filmstart in den USA: 1. September 2017 (Telluride Film Festival)
Filmstart in Dtl.: 19. April 2018

Trailer


Die 17-jährige Christine McPherson (Saoirse Ronan), auch Lady Bird genannt, hat das Leben in Sacramento satt. Deshalb möchte sie viel lieber irgendwo an der Ostküste studieren. Doch vorher muss sie an der katholischen Highschool ihr letztes Jahr erfolgreich absolvieren. Aber dies stellt sich komplizierter dar, als gedacht…

Christine hat viele Träume. Und möchte ihre Heimatstadt Sacramento verlassen. Sie sieht sich selbst als anders. Handelt dann auch dementsprechend ganz zum Leidwesen ihrer Mutter. Aber nicht nur in der Familie hat Lady Bird einige Hürden zu überstehen. Auch die ersten Erfahrungen mit Jungs sind nicht immer leicht. Da erscheint es doch am einfachsten sich von allem abzunabeln. Selbst wenn sie dabei rebellisch wird, scheint ihr jedes Mittel recht zu sein. Ganz zu schweigen von ihrer gut ausgeprägten Dickköpfigkeit. Gerade Christine „Lady Bird McPherson (Saoirse Ronan) schien schnell für die Rollenbesetzung gefunden zu sein. Greta Gerwig diesbezüglich ein interessantes Erlebnis: 

„Saoirse und ich haben uns 2015 während des Filmfestivals in Toronto kennengelernt, als sie zur Premiere von Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten dort war. Wir saßen in ihrem Hotelzimmer und lasen gemeinsam laut das Drehbuch. Sobald ich sie diese Worte sprechen hörte, wusste ich ohne Zweifel, dass sie meine Lady Bird war. Plötzlich wirkte dieses Mädchen noch mal ganz anders und viel besser, als ich sie mir vorgestellt hatte. Sie war eigensinnig und lustig und herzzerreißend, gleichermaßen universell wie fokussiert. Dass sie gerade kurz vor den Proben für eine neue Inszenierung von Hexenjagd am Broadway stand, bedeutete für mich, dass ich mit LADY BIRD ein halbes Jahr später als gehofft beginnen konnte. Aber es gab niemand anderen, dem ich diese Rolle hätte geben können. Es war Saoirses Rolle von dem Moment an, in dem sie sie las.

Und ist die Tochter rebellisch, sind Konflikte mit der überfürsorglichen Mutter und gelernte Krankenschwester Marion (Laurie Metcalf) vorprogrammiert. Sie möchte nichts weiter, als die Familie zusammenzuhalten. Denn ihr Mann Larry McPherson (Tracy Letts) ist seit geraumer Zeit arbeitslos. Trotzdem hat er als Elternteil ein besseres Verhältnis zu seiner Tochter, als Mutter Marion. Er rät Christine stets, dass sie ihre Ziele und Vorstellungen nicht aus den Augen verlieren soll. Trotz schwieriger Lage behält er stets den Kopf oben. Dabei versucht er immer für seine Tochter da zu sein. Egal ob sie einen allgemeinen Rat braucht, oder generelle Unterstützung benötigt. Der Vater geht immer mit besten Beispiel voran. Er ist seiner Tochter immer ein Vorbild. Sozusagen fungiert er auch als Schutzschild, was Teenager häufig in diesem Alter benötigen. Und Tracy Letts spielt diese Rolle mit all seinen Facetten überzeugend und hingebungsvoll. Auch die Regisseurin zeigte sich begeistert:

„Ich liebe Tracy Letts, sowohl als Schauspieler als auch als Autor, aber ich hatte das Gefühl, ihn noch nie in einer so zarten Rolle gesehen zu haben. Er spielt ja meistens Männer, die intellektuell streng und stark, aber eben oft auch Arschlöcher sind. Und das macht er wirklich super. Als ich ihn allerdings in Sundance traf, spürte ich auf Anhieb seine Wärme und Liebeswürdigkeit, die ich so weder auf der Bühne noch auf der Leinwand je wirklich gesehen hatte. Für mich war er sofort Larry: brillant und freundlich und voller emotionaler Tiefe.

Mit Julie (Beanie Feldstein) hat Christine eine Freundin, der man alles anvertrauen kann. Doch ist diese Freundschaft unerschütterlich? Man möchte meinen, dass Christines Liebesleben die zentrale Geschichte des Films ist. Doch das Hauptaugenmerk liegt auf der Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Im einen Moment fürsorglich, kann die Stimmung im nächsten Moment kippen, weil Marion ihre Tochter mal wieder maßregeln muss. Die ist davon so genervt, dass sie am liebsten aus einem fahrenen Auto springen möchte. Marion würde dabei sicher entsetzt schreien. Und mit dieser Rollenbesetzung hat Greta Gerwig alles richtig gemacht. In einem Interview sagte sie folgendes:

„Ich habe in meiner Kindheit und Jugend nicht wirklich Fernsehen geguckt, deswegen kannte ich Laurie nicht wie die meisten anderen aus der Serie Roseanne. Ich kannte sie als eine der großen Bühnenschauspielerinnen, als jemand, der das moderne amerikanische Theater entscheidend mit geprägt hat. Für die Rolle wollte ich jemanden mit enormer emotionaler Tiefe und Bandbreite und Kraft, wie ein Boxer, der seinen Gegner umhauen kann, aber dabei stets leichtfüßig bleibt. Genau das ist Laurie. Sie verleiht Marion so viel Menschlichkeit und Pathos – und hat dabei stets ein perfektes komödiantisches Timing.

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Hinterlässt auch als Nebendarsteller Eindruck. Jungstar Timothée Chalamet als Kyle Scheible. © Universal Pictures International Germany GmbH

Der oscarnominierte Timothée Chalamet überzeugte nicht nicht nur die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) von seinen Fähigkeiten. Auch G. Gerwig war schnell von ihm angetan. Folgendes gab sie dazu preis:

„Timothée lernte ich bei einem regulären Casting kennen. Er ist ein toller Schauspieler, so jung und talentiert und intelligent. Er studierte an der Columbia University, spielt Klavier, spricht Französisch und Italienisch. Dieser junge Mann kann einen also ganz schön einschüchtern. Seine enorme Intelligenz erschien mir sehr passend für Kyle, der ja eine sehr frustrierende Figur ist, aber eben auch sehr schlau. Es ist ein Leichtes, sich über seine Ideen lustig zu machen, doch sie haben ihre Wurzeln in einer echten Tiefgründigkeit. Timothée konnte das auf wirklich authentische Weise vermitteln.“

Basierend auf das Originaldrehbuch der Regisseurin

Greta Gerwig ist vielseitig beschäftigt. Auch als Schauspielerin konnte man sie schon mehrfach bewundern. U.a. in Jackie: Die First Lady (2016) oder Maggies Plan (2015). Nach Nights and Weekends (2008) brachte sie nun ihre zweite Regiearbeit mit Lady Bird (2017) heraus. Dort erzählt sie die Geschichte der willensstarken Teenagerin Christine, die sich zu höheren berufen fühlt. Hier greift Gerwig einige Elemente aus ihrem eigenen Leben auf. Dennoch sieht sie den Film nicht als autobiographisches Werk.

Gedreht wurde überwiegend im kalifornischen Sacramento. Weitere Aufnahmen wurden in Los Angeles und New York City abgeschlossen. Das Budget lag bei geschätzten 10.000.000 US-Dollar. Bis zum 12. März 2018 konnten allein in den USA 48.719.536 US-Dollar eingespielt werden. Weltweit sind es bisher 64,919,536 US-Dollar.

Aufmerksamkeit bei verschiedenen Awards

Bei den Golden Globes nahm Lady Bird zwei Auszeichnungen in den Kategorien als Bester Film und Beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan) entgegen. Zwei weitere Nominierungen gab es für das Beste Drehbuch (Greta Gerwig) und Beste Nebendarstellerin (Laurie Metcalf).

Bei den 90. Academy Awards gab es sogar fünf Nominierungen: Bester Film (Scott Rudin, Eli Bush und Evelyn O’Neill), Beste Regie (Greta Gerwig), Beste Originaldrehbuch (Greta Gerwig), Beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan) und Beste Nebendarstellerin (Laurie Metcalf).

Fazit: „Die Wahrhaftigkeit ist eine Denkhaltung, die das Streben nach Wahrheit beinhaltet.“ Und es ist diese Wahrhaftigkeit, die sich bei Christine in den Beziehungen zu anderen Menschen einstellt. Dabei spielen gesellschaftliche Schichten und soziale Herkunft eine wichtige Rolle. Aspekte, die auch im wahren Leben viel Platz einnehmen. Es ist ein authentischer Film, weil Regisseurin Greta Gerwig ihre Figuren einfühlsam ausgearbeitet hat. Dabei schafft sie es für einige Überraschungsmomente zu sorgen…


Offizielle Filmseiten und weitere Materialien zu Lady Bird findet ihr hier:

www.upig.de/ UniversalPicturesDE
upigermany #ladybird
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Quelle: Presseheft Lady Bird und natürlich der Film selbst.


Lesenswerte Kritiken anderer Blogger:

Lady Bird (wessels-filmkritik.com)
LADY BIRD (iliketheoscars)
Bady Bird (filmkuerbis)

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