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Originaltitel: Captain Marvel
Produktionsland: USA

Darsteller: Brie Larson: Vers / Carol Danvers, Samuel L. Jackson: Nick Fury, Jude Law: Yon-Rogg, Ben Mendelsohn: Talos, Annette Bening: Dr. Wendy Lawson u.v.a.
Buchvorlage/Schöpfer: Roy Thomas & Gene Colan
Regie und Drehbuch: Anna Boden & Ryan Fleck

Genre: Sci-Fi, Action, Abenteuer
FSK: 12
Länge: 123 Min.

Produktionsfirma: Marvel Studios
Verleiher: Walt Disney Studios
 
Premiere USA:
04. März 2019
Filmstart (Dtl.): 07. März 2019



Stan Lee verstarb am 12. November 2018. Captain Marvel war der erste MCU-Film, der nach Lee’s Tod in die Kinos kam. Seitens des Studios wurde er auch zu Beginn des Films gewürdigt. Und ich tue dies nachträglich ebenfalls auf meine ganz eigene Art.

Stan Lee is irreplaceable!

Stan Lee mit Haupdarstellerin Brie Larson in einer Drehpause von „Captain Marvel“. © Marvel Studios

,,Wir hatten immer kraftvolle weibliche Figuren in unseren Filmen, aber Captain Marvel zum ersten Mal als Hauptfigur zu haben, ist längst überfällig. Wir suchen immer nach Filmemachern, die ganz besondere Filme drehten, und Anna Boden und Ryan Fleck haben genau das gemacht.Sie verstanden Carol und ihre Geschichte und dessen Weg, wie sie zur Superheldin wird.“

Marvel-Chef Kevin Feige über die Suche der richtigen Regisseure für den Film

Auf einem Planeten wacht eine Frau namens Vers auf. Um sie herum befindet sich Feuer und Staub. Dann wacht die junge Frau wirklich auf und befindet sich auf dem Planeten Hala. Da sie nicht mehr schlafen kann, absolviert sie ein Kampftraining mit ihrem Commander Yon-Rogg (Jude Law). Sie hat außergewöhnliche Kräfte. Jedoch könnten ihr diese Kräfte wieder von der Obersten Intelligenz genommen werden, falls Vers nicht lernt die Kontrolle über diese Kräfte auszuüben.

Origin Story“ in der Mitte der 1990er Jahre angesiedelt

Auch im Bezug auf die 1990er Jahre gibt es echten Nostalgiefaktor. Hier die Videothek, vor der Vers (Brie Larson) steht. © Marvel Studios 2019

Jedoch kann sich Vers nicht mehr an die früheren Ereignisse erinnern. Allerdings muss sie diese Probleme erst einmal beiseite lassen, da ihr Imperium von einer Skrull-Invasion bedroht wird. Jedoch geriet sie mit ihrer Kampftruppe in ein Hinterhalt und wird von einem Skrull gefangen genommen. Jene Skrulls haben vor eine Invasion auf der Erde in Gang zu bringen. Vers landet dort, um diese Pläne zu verhindern. Allerdings wird sie das Gefühl nicht los, schon einmal hier gewesen zu sein.

Und spätestens jetzt wird die Handlung strigender vorangetrieben. Zunächst landet Vers in einem Blockbuster Videostore, welches sie zugleich beschädigt. Dann zerlegt sie noch einen Pappaufsteller von „True Lies“. Aber der Vorfall bleibt nicht unbemerkt und es gibt schon bald eine Begegnung mit den S.H.I.E.L.D. Agents Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Phil Coulson (Clark Gregg). Entsprechend der Zeitspanne wurden beide Darsteller so verjüngt, dass sie so aussahen wie in den 1990er Jahren. Eigens dafür wurde per Computer eine digitale Maske über die Gesichter gelegt. Und das Prozedere kann durchaus als gelungen angesehen werden, weil es sehr realistisch aussieht und zum ersten Mal in einem ganzen Film angewandt wurde.

Es mag jetzt den Anschein erwecken, dass die Origin Story liniar verläuft. Stattdessen sieht man die früheren Ereignisse in immer wiederkehrenden Flashbacks. Kurz aber prägnant ist das Geheimnis. So baut sich die eigentliche Suche nach der richtigen Identität behutsam auf und Vers muss sich ihrer Kräfte erst richtig bewusst werden. Sie war schon immer ein Mädchen, welches sich nicht wie ein typisches Mädchen verhält, sondern viel lieber Dinge tat, die eigentlich mehr Jungs tun. So war sie dann irgendwann fest entschlossen Pilotin bei der Air Force zu werden. Dort sah sich dann dem männlichen Geschlecht gegenüber, welcher sich ihr gegenüber respektlos verhielt. Dass sich dann eine Frau in eine bestimmte Richtung entwickelt, passiert dann fast zwangsläufig. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass sie eigensinnig und hitzköpfig ist. Dennoch hat sie ihr Herz am rechten Fleck, was überzeugend und bravorös von Brie Larson gespielt wird.

,,Es ist toll, eine Superheldin zum Leben erwecken zu dürfen. Nicht nur, weil Captain Marvel eine der mächtigsten Figuren im Marvel-Universum ist. Sondern auch, weil wir das Bild dieser sehr mächtigen Superheldin erschaffen.“

Regisseurin und Drehbuchautorin Anna Boden über die Film-Realisierung von Captain Marvel.

Zwischenmenschliche Beziehungen und Monica Rambeau

Sie ist nicht nur eine gute Pilotin, sondern auch eine gute Freundin von Carol: Maria Rambeau (Lashana Lynch). © Marvel Studios 2019

Aber natürlich hatte Vers während der Ausbildung auch Verbündete. Nick Fury wird in der zwischenmenschlichen Beziehung zu Carol Danvers sehr wichtig. Zunächst trauen sich die beiden Protagonisten noch nicht so ganz über den Weg, aber stehen mit zunehmender Spieldauer füreinandern ein. Die Chemie zwischen beiden Akteuren ist stets zu spüren und wird mit dem ein oder anderen Dialogwitz seitens Jackson aufgelockert. Ein Hightlight ist Furys kurze Gesangseinlage zu Mr. Postman. Als Mikrofon muss ein Abwaschschruber herhalten. Es stimmte nicht nur die Chemie, sondern auch die enge Vertrauensbasis. Der beste Beweis dafür ist der Pager, den Fury von Carol überreicht bekommt, damit er sie in ganz dringenden Fällen um Hilfe bitten kann. Jener Pager war der Hilferuf in der Post-Credit-Scene in Avengers: Endgame.

,,Dieses Erlebnis ist unbezahlbar. Das ist meine Gelegenheit, Carol in diese Welt zu bringen. Das ist meine Gelegenheit, lebenden legendären Superhelden Fragen zu stellen. Fragen, die mir keiner beantworten kann, außer diese Superhelden.“

Hauptdarstellerin Brie Larson über die Chance sich als Superheldin zu beweisen und darüber hinaus zu ergründen.

Doch Vers hat auch Verbündete bei der Air Force. Nämlich Maria Rambeau, die zugleich ihre beste Freundin wird und ihr später maßgeblich zur Seite steht. Doch Maria führt abseits der Air Force ein ruhiges Landleben auf einer Ranch. Jene Szenen auf der Ranch sorgen für die besonders ruhigen und tiefgründigen Momente des Films. Doch Maria hat eine 11-jährige Tocher namens Monica, die sich riesig freut, dass “Tante Carol“ nach sechs Jahren zurückgekehrt ist. Monica sieht in Carol ein Vorbild und möchte gern so werden wie sie. Auch die menschliche Komponente zwischen den Beiden verfestigt sich positiv. Deutlich wird dies in einer Szene, als Monica das linke Handgelenk von Carol berührt. Und wer sich WandaVision ansehen möchte, sollte unbedingt diesen Film schauen, weil man dadurch Vorkenntnisse zu Monica Rambeau erlangt. Jene Monica spielt nämlich in WandaVision eine größere Rolle und zeigt ihre Entwicklung sowie Berufsstand. In den Comics ist sie ein Lieutenant bei der New Orleans Hafenpatrouille, die später Superkräfte erlangte, nachdem sie von extradimensionaler Energie getroffen wurde.

Eintritt in die Comics in den späten 1960er Jahren

All Marvel Comics characters and the distinctive likeness(es) thereof are Trademarks & Copyright © 1941-2019 Marvel Characters, Inc. ALL RIGHTS RESERVED.

Carol Danvers alias Captain Marvel trat im Marvel Super-Heroes #13 (März 1968) zum ersten Mal in Erscheinung und war eine Unterstützung für den männlichen Captain Marvel (Mar-vell). Eigentlich ist sie ein ganz normaler Mensch. Doch dann kam sie zu übermenschlicher Stärke, Reflexe, Ausdauer und Agilität. Dazu kann sie Energie manipulieren als auch absorbieren. Je mehr sie von jener Energie inne hat, desto stärker wird sie. Desweiteren kann sie fliegen und altern viel langsamer als normale Menschen. Aber auch in erschienenen Büchern kommt Captain Marvel vor. So spielt sie in Stuart Moores Roman “Civil War“ eine wichtige Rolle und trägt dort den Namen Ms. Marvel. Dieses Buch basiert auf der Graphic Novel von Mark Millar und Steve McNiven. Ihr erstes Soloabenteuer in den Comics startete Carol Danvers unter dem Titel Ms. Marvel, welche vom Januar 1977 bis April 1979 erschienen sind.

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Doch als Geschichte für den Film dienten verschiedenene Comicvorlagen der mächtigen Heldin. Eine davon sieht man gleich zu Beginn, als Vers ihr Gedächtnis verliert, aber ihre Kräfte gewinnt. Allerdings explodiert die Kree-Maschine im Film nicht. Im Comic tut sie es und verschmilzt Carols DNS mit der von Mar-vell. Zum anderen dient Vers a.k.a. Carol Danvers dem Kree-Militär, was auf die ursprünglichen Comics zurückgeht, wo Mar-vell ein Mann ist und eigentlich zur Erde entsandt wird, um die Menschheit zu observieren.

Fazit: Doch was nehmen wir am Ende aus Captain Marvel mit? Ich muss gestehen nach dem damaligen Kinobesuch etwas unschlüssig gewesen zu sein. Doch jetzt liebe ich diesen Film, weil er so viel vorbereitet haben könnte. Okay, Schwächen zeigt Carol Danvers nicht wirklich, was man durchaus als Kritikpunkt sehen kann. Auch Helden haben Schwächen. Dies hat auch schon Donnergott Thor in seinem ersten Film gezeigt und musste mit den Konsequenzen klarkommen. Aber nimmt man die Ergründung ihrer Geschichte bzw. Persönlichkeit als Maßstab, dann erfahren wir durchaus einiges aus Carols Leben und ihrer Verbündeten, bzw. jene die dann eben zu solchen werden. Zu Beginn und Ende des Films kracht es gewaltig. Aber die große Stärke ist der Mittelteil des Blockbusters. Hier wird nicht nur ihre Vergangenheit näher beleuchtet, sondern auch neue Ebenen in zwischenmenschlicher Hinsicht gesetzt. Doch jene Schwächen und deren Konsequenzen bleiben (noch) unberührt. Aber villeicht wird dies ja noch in weiteren Filmen geklärt, so dass dieser Film hier noch an Mehrwert gewinnen könnte.


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Bildquelle Titelbild: © Marvel Studios


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3 Gedanken zu “Captain Marvel [2019] oder die Geschichte einer besonderen Superheldin

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