The Book of Henry [2017]

TheBookofHenry-Cover
© Universal Pictures International Germany

„Our legacy isn’t what we write on our resume or how many commas we have in our bank account. It’s who we’re lucky enough to have in our lives and what we can leave them with. The one thing we do know, we’re here now. So I say we do the best we can, and that’s what I think about my legacy. – Henry Carpenter

Originaltitel: The Book of Henry
Produktionsland: USA

Regie: Colin Trevorrow

Darsteller:
Jaeden Lieberher, Naomi Watts, Jacob Trembley, Dean Norris u.a.

FSK: 12
Länge: 105 Min.
Verleiher: Universal Pictures

Filmstart in den USA: 16 Juni 2017
Filmstart in Dtl.: 21. September 2017
Start als Blu-ray/DVD: 25. Januar 2018


Susan Carpenter (Naomi Watts) ist alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen. Um sich einigermaßen über Wasser zu halten, geht sie in einem Diner kellnern. Zuhause hilft ihr der intelligente und eigenwillige 11-jährige Sohn Henry (Jaeden Lieberher). Sein kleinerer Bruder Peter (Jacob Trembley) hat es nicht leicht in der Schule, weil er ständig von Mitschülern geärgert. Henry hilft ihm dabei oft aus der Patsche und hat mit Christina (Maddie Ziegler) eine Klassenkameradin, mit der er gerne Zeit verbringt. Eines Tages bemerkt er. Dass bei ihr etwas nicht stimmt. Sie hat ein Geheimnis und Henry sieht sich gezwungen zu handeln. Nun entwirft er einen Plan wie er dem Mädchen helfen kann. Diesen Plan hält Henry in einem Buch fest. Auch seine Mutter erfährt davon. Wird sie ihrem Sohn dabei helfen?

Darsteller gehen förmlich in ihren Rollen auf

Allen voran Naomi Watts, die sich bestens im Genre Drama auskennt und schon einmal eine Mutter in The Impossible – Nichts ist stärker als der Wille zu überleben (2012) spielte, die alles für ihre Kinder tun würde. Sie strahlt Zärtlichkeit und Feuer gleichermaßen aus und wusste ihre Emotionen an den richtigen Stellen einzusetzen. Auch Jaeden Lieberher weiß mit seinen jungen Jahren zu beeindrucken. Er spielt einen Sohn, der seiner Mutter mit Rat und Tat zur Seite steht und ihr hilft erwachsen zu werden. Henry möchte stets das richtige tun. Nur leider geht es nicht immer so einfach, wie man es gerne möchte. Mit sensiblen, nachdenklichen Beobachtungen brachte Lieberher alle Feinheiten hervor, um seinen Charakter die bestmögliche Qualität verleihen. Zu seiner Figur sagte er dazu folgendes:

„Wir haben über den Film gesprochen. über die Figur und wer er ist, und ich war sehr aufgeregt solche Emotionen zu zeigen.

Lee Pace (The Hobbit Trilogie, Captain Marvel), der Dr. David Daniels spielt, gab folgendes über den Jungdarsteller wieder:

„Jaeden ist ein wirklich intelligenter Junge. Und der kleine Jacob, sein Charisma. Man muss ihm einfach zusehen.

Die Rede ist von Jacob Trembley, den wir in der Tat schon mit viel Tiefgang sehen durften. 2015 brillierte er neben Brie Larson im Drama Raum, wo er über Jahre mit seiner Mutter in einem engen Schuppen eingesperrt war. Auch in The Book of Henry verleiht er seiner Figur eine gewisse Tragik, die damit zu kämpfen hat, es im Schulalltag nicht einfach zu haben. Bemerkenswert dabei ist, dass er es schafft ganz dosiert auf seine ganz eigene Art und Weise humorvoll zu sein. Auch Jaeden Lieberher war von seinem jüngeren Kollegen angetan:

„Die Arbeit mit Jacob Trembley macht Spaß. Ein wirklich lustiges Kind. Jetzt ist er so was wie mein kleiner Bruder. Wir hängen rum und spielen zusammen am Set“

Ein ganz besonderen Part wurde Maddie Ziegler zuteil, die zunächst nicht viel sagt, da sie Christina Sickleman spielt, die von ihrem Stiefvater missbraucht wird. Dafür kann sie um so mehr in der Körpersprache agieren und drückt dies auch bei der choreografischen Bühnentanzkunst aus. Den besagten Stiefvater und Polizeichef Glenn Sickleman wird von Dean Norris (Under the Dome) verkörpert. Aufgrund der Charaktermerkmale von Glenn keine einfache Rolle. Doch Norris versteht es richtig sich der Figur anzunehmen, verleiht ihr das Profil, was nötig ist, um glaubhaft deren Stärken als auch Schwächen herauszustellen.

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Die Carpenters halten als Familie zusammen: v.l.n.r. Henry (Jaeden Lieberher), Peter (Jacob Trembley), Susan (Naomi Watts). © Universal Pictures International Germany

Drehbuch reifte Jahre zur Vollkommenheit

Regisseur Colin Trevorrow drehte Jurassic World (2015) und sollte Star Wars Episode IX inszenieren und wurde vom Projekt abgezogen. Stattdessen widmete er sich dem Projekt The Book Of Henry, für das er sofort Feuer und Flamme war:

„Dies ist eine Geschichte, die ich noch nie vorher gesehen habe und ich konnte nicht von ihr lassen“, sagt Regisseur Colin Trevorrow, „sie hat mich bewegt und festgehalten. Der Umfang der Reise dieser Charaktere war episch für mich.“

Das Drehbuch entstand bereits 19 Jahre zuvor, welches der Schriftsteller Gregg Hurwitz verfasste. Dazu merkte er passend an:

„Es lebte die ganze Zeit in mir fort. Tatsächlich bin ich mit dem Drehbuch erwachsen geworden. Es hat diese jugendliche Energie und über die Jahre, die ich es überarbeitet habe, war ich in der Lage all diese Dinge, die ich gelernt habe, darin unterzubringen. Eines Tages hatte ich Kinder und ich konnte das einbringen, was ich als Elternteil gelernt habe.“

Eine authentische Geschichte, die es vermag den Zuschauer buchstäblich mitzunehmen. Eine Mutter und eine Familie, die nur oberflächlich perfekt zu sein scheint und gewisse Dinge für sich vereinbaren muss. Ist Rache die richtige Lösung, um Gerechtigkeit walten zu lassen, wenn dir sonst kein Mensch glauben möchte? Und gerade so eine schwere Thematik muss optimal mit der Kamera eingefangen werden. Dafür verantwortlich war John Schwartzman, der schon bei Jurassic World mit Trevorrow zusammenarbeiten durfte. Passend dazu merkte er an:

„Es wird real, wenn die Dreharbeiten am geeigneten Ort stattfinden und ich wusste, dass das wichtig für diesen Film ist. Wenn die Leute nachts durch einen Wald laufen, bekommt man eine gewisse Energie, denn es gibt viel Bildvordergrund.“

Gewählt wurde dafür das 35mm Format, um alles etwas zeitloser erscheinen zu lassen. In gewisser Hinsicht verleiht es dem Film den speziellen Look, der auch wie eine Erinnerung wirken kann. Dazu wurden längere Einstellungen verwendet, um die ruhigen Szenen für sich sprechen zu lassen und der Zuschauer die Zeit hat die Emotionen auf sich wirken zu lassen. Untermalt wird dies mit der Musik von Michael Giaccino (Rogue One: A Star Wars StorySpider-Man: Homecoming), der es versteht zu jeder Zeit den richtigen Ton anzuschlagen.

Fazit: Ein Drama, welches zu 100 Prozent mit seinem tollen Cast zu beeindrucken weiß und seine Figuren stets weiterentwickelt. Auch die Story kann bis zum Ende des zweiten Drittels überzeugen. Danach driftet der Film zu sehr im Genre Thriller ab und will beinahe zu viel, wenn es darum geht die richtige Moral zu vertreten, was nicht jedem Zuschauer gefallen wird. Aber wer dafür offen ist, wird sicher nicht enttäuscht werden. Schließlich ist es die schwierige und wichtige Thematik des Films, die zum Schluss mit einer klaren Botschaft aufwartet.

 


Quelle: Presseheft und das „Making-Of“ sowie „The Book of Henry: Die Besetzung“ der Blu-ray.


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THE BOOK OF HENRY (wessels-filmkritik.com)

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