Meine Topliste der Kinofilme des Jahres 2023 hat Filme zu bieten, die es mir schwer machten, die absoluten Favoriten zu benennen. 30 Filme sind in der 2023-Liste. Im Jahr 2022 befanden sich 20 Kinofilme in der Liste, die ich im Kino gesehen hatte.

Auch 2023 ist mir die Entscheidung sehr schwer gefallen, wo jener Film platziert werden würde. Erneut haben es einige europäische Filme in die Liste geschafft. Um die Spannung zu erhöhen, beginnt das Ranking mit den 10 Filmen, also den Plätzen 30 bis 21, die es nicht in die Topliste geschafft haben. Dann präsentiere ich die Filme von Platz 20 bis 12, so wie Platz 11 bis Platz 1.


Zu erwähnen sei, dass die Plätze 20 bis 12 keinesfalls schlechter waren, so wie es die vergangenen Jahre der Fall war. Da ich im Jahr 2023 29 Filme im Kino gesichtet hatte, fällt dieses Mal die Gewichtung anders, also durchaus besser ab Platz 20 aus.


Dreimal Hollywood & sechsmal Osteuropäisch in meinem „29 bis 21 Block

Platz 30 bis 29 fällt auf The Marvels (2023) und Ant-Man and The Wasp: Quantumania (2023). Das MCU haut mich bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr um. Es ist gewohnte Kost, bietet aber nichts Neues, was sie für die letzten beiden Plätze berechtigt. Platz 28 nimmt Wut auf Kuba (2022), der in Cottbus gedreht wurde und Bestandteil des 33. FFC gewesen ist. Eine alleinerziehende Mutter, möchte endlich die Freiheit genießen. Sie könnte aber auch alles verlieren. Platz 27 geht an den sowjetischen Film Igla (1988), wo es um Moro geht, der nach Alma Ata zurückkehrt, um Schulden einzutreiben. Von der Filmkunst her der ungewöhnlichste sowjetische Film, den ich bisher gesehen habe. Indiana Jones und der Ruf des Schicksals (2023) ist bei mir auf Platz 26 gelandet. Der 5. Teil der Saga ist zwar ein netter Abschluss, aber keinesfalls ein überragendes Werk.

© The Walt Disney Company Germany GmbH

Platz 25 bis 21 sind Titel, die ebenfalls zum 33. FFC gehören. Patient #1 (GE, 2023) erhielt den Werner-Herzog-Filmpreis. Es geht um einen alten und kranken Regierungschef, der seine letzten Tage im Krankenhaus verbringt. Geschildert wird das Ganze aus der Sicht einer Krankenschwester. Bei Das Märchen von der Zauberflöte (2023) erleben wir Tamino, der anhand einer Zauberflöte die Leute zum Tanzen bringen will. Anders ist es bei Bei uns heißt sie Hanka (2023), wo eine sorbische Hochzeit thematisiert wird. Gleichzeitig war es der Eröffnungsfilm beim 33. FFC. Ebenfalls beim Festival verteten war der tschechische Kinderfilm Große Träume (2023), welcher davon handelt, dass Dominik den Entschluss fasst, Eishockey zu spielen, und daraufhin eine Gruppe von gleichaltrigen Akteuren zusammenstellt. Spielen wollen sie gegen die größeren Jungen aus dem Nachbardorf. Eine leichte, aber auch durchaus tiefsinnige Kost. Darüber hinaus war auch Blackbird Blackbird Blackberry (PL, 2023) im Programm. Im Mittelpunkt ist eine Frau mittleren Alters, die sich plötzlich verliebt, sich aber der Sache doch nicht ganz sicher zu sein scheint.


4 aus 9 = erneut Osteuropa

Auf dem 20. Platz landet The Super Mario Bros. (2023), wo Mario eine waghalsige, aber auch lustige Rettungsmission absolvieren muss. Viel ernster war es bei Die Tribute von Panem 5: The Ballad of Songbirds and Snakes (2023), wo man den Werdegang von Snow in jungen Jahren begutachten kann. Die Handlungsorte wirken sehr beeindruckend. Allerdings ist die Story nicht ganz so rund, wie zunächst erhofft. Deutlich besser hat es Platz 18 mit Scream VI (2023) gemacht, der nicht in Woodsboro, sondern in New York City spielt. Auch The Equalizer 3 – The Final Chapter (2023) verlegt den Handlungsort, wo Robert McCall sich in Italien niedergelassen hat, wo natürlich Ungemach lauert. Insgesamt ein runder Abschluss der Reihe.

© DEFA-Stiftung

Nun dreht sich wieder alles um das 33. FFC, wo es mit Platz 16 weitergeht. Dos-Mukasan (2023) ist ein Musikfilm, der den Werdegang einer kasachischen Folklore-Popband beschreibt und auch einige Intrigen mit sich trägt. Vielschichtiges Biopic mit schwungvoller Musik. Eine gewisse Vielschichtigkeit bringt auch der Dokumentarfilm Wehe den Besiegten – Der 17. Juni 1953 (DDR, 1990) mit, welcher die Erlebnisse derer schildert, die sich am 17. Juni 1953 gegen das Regime auflehnten. Platz 14 beruht ebenfalls auf wahrer Begebenheit. So wird in Kalev (2022) die Geschichte eines estnischen Basketballclubs erzählt, wo auch die Frage der Unabhängigkeit gestellt wird. Brutal Heat (CZ/SK, 2023) zeigt einen jungen Erwachsenen, der seine Freunde auf dem Land besuchen möchte. Doch die Menschen, die er auf dem Weg trifft, sind alles andere als normal. Interessante Coming-of-Age-Story, die garantiert im Kopf bleibt. So ist es auch mit Platz 12 dieser Liste, welcher an Wonka (2023) vergeben wird. Es ist quasi die Vorgeschichte zu Willy Wonka und seiner Schokoladenfabrik. Timotheé Chalamet in einer musikalischen wie auch charmanten Rolle.


Geschichten mit unterschiedlichen, aber besonderen Kontexten

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Die Topliste beginnend mit Platz 11 hat Guardians of the Galaxy Vol. 3 (2023) inne, welcher nicht nur ein schöner Abschluss der Reihe ist, sondern auch Protagonist Rocket mehr in den Mittelpunkt stellt. Vielleicht ist es auch der rundeste Teil der Trilogie. Es ist verdammt viel stimmig in diesem Film, da er jedem Charakter auf seine ganz eigene Weise eine tolle Abschlussgeschichte gibt.

© KinoElektron, Easy Riders Films

Platz 10 holt sich das serbische Drama Lost Country (2023), welches in gewisser Hinsicht auf wahren Begebenheiten beruht. Regisseur Vladimir Perišić ist der Sohn von Miloševićs Kulturministerin und arbeitet mit diesem Film eigene Erlebnisse seiner Jugend auf. Ein Teenager muss sich im Belgrad des Jahres 1996 zwischen Selbstbetrug und blinder Wut inmitten des Milošević-Regimes entscheiden. Emotional und tiefgründig erzählt bleibt dieses Drama garantiert im Gedächtnis.

© Lusatia Film

Serbska Utopija (2023) hat sich Platz 9 verdient und erzählt seine ganz eigene sorbische Geschichte. Zeitreisen gibt es nicht nur in Hollywood, sondern von nun an auch in sorbisch/wendischen Aspekten. Eine Rahmenhandlung trifft drei höchst fiktionale, aber keineswegs uninteressante Geschichten. Erik Schiesko ist eine ganz besondere Bildsprache gelungen, die man keinesfalls versäumen sollte. Regisseur Erik Schiesko ist damit bereits zum zweiten Mal in meinen Toplisten. Hier seht ihr, wie sein damaliger Film ,,Auf der Suche“ bei mir abgeschnitten hat.


Familien, Gruppen und Einzelpersonen im Fokus

© Universal Pictures

Platz 8 holt sich der durchaus charmante Animationsfilm Raus aus dem Teich (2023). Enterich Mack liebt seine Familie über alles. Doch in einer Sache steht er ganz allein da. Nämlich in der Hinsicht, den gewohnten Teich nicht zu verlassen. Seine Frau Pam, sein Sohn Dax und Nesthäkchen Gwen sind ganz anderer Meinung. Nicht nur für die Kids ein großer Spaß.

@FFC

Ein serbischer Film nimmt Platz 7 ein und heißt Sweet Sorrow (2023). Im Handlungsgeschehen befindet sich der Junge Reja, dessen Großmutter verstorben ist. Seine Mutter Olga ist offenbar nicht in der Lage, sich um die Belange der Beerdigung zu kümmern. Der Vater ist längst ganz woanders, so dass der Haussegen ständig in Schieflage geriet. Darüber hinaus verliebt sich Reja in das Mädchen Ana und möchte von nun an die gegebenen Umstände für sich selbst ausnutzen. 1960er Jahre trifft 1980er Jahre – sprich Retro-Architektur verwoben mit Synthiepop-Klängen verleihen diesem Film einen unvergleichlichen Look, in welchem ein Teenager die typische Pubertät durchmachen muss und all mit seinen Charaktereigenschaften seine Umwelt ergründet.

© Donald Saischowa

Eine ganz besondere Geschichte findet man auf Platz 6. Die Rede ist von Donald Saischowas Dokumentarfilm Carl Blechen – Lichtbilder (2023). Erzählt wird die Lebensgeschichte von Carl Blechen und dessen Reisen auf der Suche nach der Vollkommenheit. Dank der Originalschauplätze gewinnen wir einen tollen und intensiven Einblick in das kurze Leben von C. Blechen.

@FFC

Ein slowakischer Film hat es bis auf Platz 5 geschafft. Invalid (2023) ist die Geschichte von Familienvater Laco, der sich gezwungen sieht, den Ghettoblaster seines Sohnes aus dem Fenster zu befördern. Nun muss schnellstens ein neuer Blaster her. Ein Verkäufer hat sich schnell gefunden. Allerdings gehört dieser der Mafia an. Die Geschichte nimmt nun einen makaberen Verlauf und brilliert mit viel schwarzem Humor, was einer großartigen Satire gleichkommt.

© Alamode Film

Sieben deutsche Filme, davon drei unter der „Top 11“ platziert, verteilt auf insgesamt 29 Filme in dieser Liste, sind ein recht starker Wert. Aber Das Lehrerzimmer (2023) auf Platz 4 lässt alle Konkurrenten aus dem gleichen Land hinter sich. In diesem Film ist Carla Nowak eine Lehrerin mit sehr viel Leidenschaft, die Sport und Mathe unterrichtet. Doch dann häufen sich Diebstähle am Gymnasium, so dass ihre Schüler verdächtigt werden, damit etwas zu tun zu haben. Es ist also höchste Zeit für Carla, etwas zu unternehmen. Überspitzt und tiefgreifend zugleich erlebt man mit diesem Drama durchaus eine Sozialkritik, die nicht nur zum Nachdenken und Diskutieren anregt.


© Warner Bros.

Dass die Regisseurin Greta Gerwig bei mir hoch im Kurs steht, ist eigentlich kein Geheimnis mehr. So geht folgerichtig Platz 3 an Barbie (2023). Zunächst war ich etwas skeptisch, als die Überlegung anstand, sich den Film anzusehen. Letztendlich bereute ich es nicht und sah einen Film, der auf den ersten Blick sehr verspielt dahergekommen war, aber so viel mehr zu bieten hatte. Sei es der Feminismus an sich oder die Sehnsüchte der Figuren, man fühlte sich am Ende dann doch irgendwie abgeholt. Darüber hinaus kommt G. Gerwig nicht zum ersten Mal in meinen Toplisten vor. Bereits bei den Kinofilmen 2020 konnte sie sich einen Platz in meiner Liste sichern.


© Paramount Pictures Germany

Platz 2 geht an Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One und ist inzwischen der 7. Teil des erfolgreichen Franchises. Ethan Hunt bekommt es dieses Mal mit einem ganz besonderen Geheimauftrag zu tun, in welchem er sich mit der intelligenten, aber gefährlichen „künstlichen Intelligenz“ auseinandersetzen muss. Den ganzen Film über begleitet uns ein großer Spannungsbogen, welcher letztendlich dafür sorgt, dass man sich schon jetzt auf die Fortsetzung freut. Tom Cruise hat es eben noch drauf und befindet sich bereits zum dritten Mal in solch einer Liste. In meiner Topliste 2018 schaffte Mission: Impossible – Fallout (2018) es auf Anhieb auf das Podest. Auch Top Gun: Maverick (2022) schaffte es, sich zu verewigen. Diesen Blockbuster findet ihr in meiner Topliste 2022.


Bildgewaltig, geschichtsträchtig und bombastisch – Ein Meisterwerk in Reinkultur!


© Universal Pictures

Großer Applaus für Platz 1, welcher an das Biopic Oppenheimer (2023) geht. Es ist die Geschichte des J. Robert Oppenheimer (Cillian Murphy), welcher bis heute als der Vater der Atombombe gilt. Bei den Academy Awards 2024 ging der Film mit 13 Nominees in das Oscarrennen. Bei 7 Auszeichnungen fielen 4 Trophäen auf die Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bester Haupt- als auch Nebendarsteller (Cillian Murphy und R. Downey Jr.). Genau wie Greta Gerwig schaffte es auch Christopher Nolan, in meine Bestenliste 2020 zu gelangen. Und ist damit zum zweiten Mal vertreten. Oppenheimer ist ein bildgewaltiges Epos, welches sich auch in seinem auditiven Aspekt ausdrückt. Definitiv ein Film, der für die große Kinoleinwand gemacht worden ist. Ich bin schon jetzt sehr neugierig, welche Projekte Christopher Nolan als Nächstes angehen wird.


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