Im Westen nichts neues [1979]

west1979

Originaltitel: All Quiet on the Western Front
Produktionsland: Tschechische Republik
Regie: Delbert Mann
Drehbuchautoren: Paul Monash, Erich Maria Remarque (Roman)
Darsteller: Richard Thomas, Ian Holm, Ernest Borgnine, Donald Pleasence u.a.

Verleiher: Norman Rosemont Productions
Länge: 150 Min.
FSK: 12

Startdatum:

USA: 14. Nov. 1979
BRD: 1. Sept.1983
DDR: 1. Aug. 1984


Im Westen nichts Neues geht es um ehemalige Schüler, die in den Krieg ziehen. Diese Schüler sind: Paul Bäumer (Richard Thomas), Albert Kropp (David Bradley), Friedrich Müller (Matthew Evans) und Peter Leer (Dominic Jephcott). Paul ist dabei die Figur im Mittelpunkt und zeigt die Geschehnisse während des 1. Weltkriegs. Die Geschichte dieser Figuren wird in Episodenform erzählt. Schon aus patriotischen Gründen melden sich Baumer und seine Freunde als Freiwillige für den Krieg. Sie alle müssen ihre militärische Grundausbildung unter dem Offizier Himmelstoss (Ian Holm) absolvieren. Bei den Kadetten ist er nicht gerade beliebt. Nach der Grundausbildung geht es in Stellungskrieg an der Westfront. Dort stehen sie unter dem Befehl von Stanislaus “Kat“ Katzinsky (Ernest Borgnine), der ihnen zeigt, wie man an der Front überlebt. Der Kampf auf Leben und Tod hat begonnen…

Der Regisseur Delbert Mann geht auf Situationen ein, die jeder Soldat so oder ähnlich erlebt hat. Dazu gehört die schon angesprochene Ausbildung in der Kaserne, wo der Offizier einen übertriebenen Drill ausübt. Der trifft später an der Front seine ehemaligen Kadetten wieder. Nicht nur das Leben in der Kaserne und später an der Front sind ein zentrales Thema. Auch das Familienleben von Paul Bäumer ist ein Bestandteil in der Handlung. Dort wird u.a. aufgezeigt, wie es im Laufe der Geschichte Pauls Familie während seiner Anwesenheit ergeht. An der Front gehört er zu den Soldaten, die besser mit ihrer Situation zurechtkommen. Auch das harte Leben an der Front wird dem Zuschauer nahe gebracht und man erlebt hautnah mit, was die einzelnen Figuren erleiden müssen oder gar während dieser Zeit fühlen. Man wusste diesen Film dramatisch umzusetzen. Strotzender Patriotismus und Siegeswillen weichen schnell der Ernüchterung und Sehnsucht nach einem schnellen Ende des Krieges.

Bemerkenswert ist, dass fast im gesamten Film über kein Blut fließt. Bei solcher Stoffumsetzung ein eher ungewöhnliches Stilmittel, wo doch einem so viele Kugeln und Granaten um die Ohren fliegen. Selbst im Lazarett will das Leid der verletzten Soldaten nicht wirklich auf das Publikum überspringen. Dies soll aber auf keinen Fall die guten Leistungen der Darsteller schmälern. Aber mit mehr Eindringlichkeit der Figuren währen die Protakonisten sicher noch mehr gefordert gewesen, und hätten vielleicht so noch mehr Tiefe und Mitgefühl geben können. Dennoch sehe ich hier starke Charakterzeichnungen. Auch wenn dies nicht auf alle Schauspieler zutrifft. Richard Thomas und Ernest Borgnine spielen ihre Rollen nahezu perfekt. Mit viel Glaubwürdigkeit entwickeln sie ihre Figuren weiter. Dazu zählt die Einstellung zum Krieg, die sich mit zunehmender Dauer stark verändert.

Als Vorlage diente der Roman Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque. Eine Geschichte die zeigt, wie brutal Krieg sein kann. Zu Beginn des Films ist folgendes Zitat von E.M. Remarque enthalten:

Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam.

Fazit: Dramaturgisch und intensiv umgesetzt, überzeugen Darsteller als auch visuelle Aspekte. Die Kameraeinstellungen werden die eines Antikriegsfilm gerecht. In der Tschechoslowakei gedreht und eng an die Buchvorlage angelehnt, gewann er 1980 den Golden Globe Award als Beste Filmproduktion für das Fernsehen. Dennoch bleibt die von Lewis Milestones Originalversion aus dem Jahr 1930 unerreicht und genießt bis heute mehr Bekanntheit als sein Nachfolger. Was vielleicht auch an der Intensität liegen mag. Dennoch sollte man beide Filme unbedingt gesehen haben.

 


Anm.: Dies ist meine erste Kritik, die ich überhaupt geschrieben habe. Es geschah im Jahr 2009 auf dem Zweiten Bildungsweg im Fach Deutsch. Das schriftliche Werk dieser Arbeit liegt noch immer im Keller und wurde nun endlich für den Blog aufbereitet.

Nun die Frage an meine Leser: Ist es an der Zeit diesen Stoff neu aufzulegen? Warum setzt Dtl. hier nicht seine eigene Geschichte um? Das Leben der Anderen (2006) oder Der Untergang (2004) haben doch gezeigt, wie gut deutsche Filme sein können. Und würden die Menschen auch heute noch so blind dem Vaterland dienen? Sicher, man steht für sein Land ein. Aber es wurde von einem Kaiser geführt, der von deutscher Großmacht träumte, aber seiner Zeit nie wirklich gewachsen war.

 

 

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