Meine Top11 der Kinofilme von Nov. bis Dez. 2018

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Nun ist das Jahr 2018 endlich komplettiert worden. Viele Filme sah ich noch die letzten beiden Monate des vergangenen Jahres. Bei fünf Kinofilmen und einen Screener sah der Dez. ganz gemächlich aus. Jedoch hatte es der Nov. dank des Filmfestivals ganz gewaltig in sich. Neben vier regulären Kinofilmen reihten sich sage und schreibe 56 Festivalfilme aus Osteuropa ein. Wer meine Favoriten von Jan. – Juni 2018 und Juli – Okt. 2018 nachlesen möchte, kann dies in den verlinkten Specials tun.


Es lebe der osteuropäische Film!

Und wo ein Festival ist, da werden auch viele Preise vergeben. Einen davon bekam der aus Estland stammende Film Take It Or Leave (2018) für seinen herausragenden und eindringlichen Hauptdarsteller Reimo Sagor, der einen alleinerziehenden Vater spielte. Doch bevor es dazu kommt, muss der Maurer unzählige Arbeitsstunden pauken und kämpft nicht selten gegen Alkohol und anderen Passanten. Doch alles ändert sich, als er plötzlich das Kind seiner Ex-Freundin an sich nimmt. Nun gibt es also kein Entkommen mehr für Erik (Reimo Sagor).

Entkommen lässt hingegen die junge Regisseurin Isa Micklitza ihre Protagonisten in Lass uns abhauen (2018). In dem in Dtl., Dänemark und Norwegen entstandenen Film geht es um Frieda (Anja Thiemann) und Oskar (Sebastian Urzendowsky), die ihr bisheriges Leben satt haben, aber bis auf diesem Aspekt nichts weiter gemeinsam haben. Dann klauen sie ein Auto und die wilde Reise nimmt ihren Anfang. Für Regisseurin Isa Micklitza und der Cutterin Stefanie Jaehde war  dieser abendfüllende Film das Debüt. Damit gelang ihnen eine Geschichte mit viel Lebensfrohsinn und Anrührigkeit zu erzählen, die obendrein die Suche nach dem Sinn des Lebens beinhaltet.

Den Sinn des Lebens scheint scheint hier gänzlich vergessen worden zu sein. Denis (Denis Vlasenko) ist ein Mensch, der in der Vergangenheit geworfen wurde: nämlich in die Babyklappe, ins Waisenheim und schließlich vor teure Autos. Nur letzteres tut er quasi freiwillig, aber wer weiß schon, wie im geldgierig-korrupten Freibeuter-Russland Entscheidungen und Urteile wirklich gefällt werden. Dem Körper wird hier alles abverlangt und geht über die Schmerzgrenze hinaus. Jumpman (2018) ist Reality-Kino und Härtetest-Parabel zugleich. Bemerkenswert dabei sind die Kameraeinstellungen, die einen gelungenen aber auch einen verstörenden Rhythmus ausstrahlen. Regisseur Ivan I. Tverdovskiy holte sich in Cottbus den Spezialpreis für die Beste Regie.

Bleiben wir noch etwas in Russland und kommen in einem Rhythmus, der starke Willenskraft auf dem Ice (2018) erfordert. Nadeshda ist ein einfaches Mädchen aus Irkutsk. Schon früh träumt sie von einer Karriere als Eiskunstläuferin. Sie trainiert hart – was sich auszahlt. Eines Tages wird die Eiskunstlauflegende Vladimir Leonov auf sie aufmerksam. Das Paar hat traumhafte Erfolge, bis Vladimir sie eines Tages durch einen Fehler schwer verletzt.

Der folgende Film kam nicht nur bei den Festivalbesuchern, sondern auch bei mir sehr gut an. Darüber hinaus durfte sich Regisseur Paweł Pawlikowski über den Publikumspreis in Höhe von 3.000 EUR freuen, der von der Lausitzer Rundschau gestiftet worden ist. In Cold War – Der Breitengrad der Liebe (2018) wird die Geschichte des begabten Komponisten Wiktor (Tomasz Kot) erzählt, der während des polnischen Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg traditionelle Melodien für ein neues Tanz- als auch Musik-Ensemble sucht. Wer gerne mehr über diesen Film erfahren möchte, braucht nur auf den verlinkten Titel zu klicken.


Vergangene Zeiten

Meilensteine gibt es selbstverständlich nicht nur im Film. Die Geschichte auf dieser Welt hat schon oft bewiesen, dass trotz anfänglichen Schwierigkeiten etwas Großes geleistet werden kann. So auch in Aufbruch zum Mond (2018), der zeitlich im Jahr 1961 einsetzt. Es war das Jahr, als der Testpilot Neil Armstrong (Ryan Gosling) per Flug mit einer X-15 die Wolken durchbricht. Anschließend schaffte er sogar die Landung in der Mojave-Wüste. Doch er sollte nicht in der Position des Testpiloten bleiben. Bis zum Ende der 1960er Jahre wird eine packende Story erzählt, die auch durchaus geschichtliche Aspekte vermittelt.

Und wo die 1960er Jahre endeten, begannen natürlich die 1970er Jahre und zeitgleich die ersten Gehversuche von Hape Kerkeling. Der Junge muss an die frische Luft (2018) geht seiner Autobiografie aus dem Jahr 2014 voraus. Er erzählt dort von seinen ersten Kindheitsjahren und den Verlust geliebter Menschen. Und wenn dann noch die Oscar-Preisträgerin Caroline Link Regie führt, kann eigentlich nur ein toller Film daraus werden. Und so ist es dann auch geschehen, als Jungdarsteller Julius Weckauf so in seine Rolle als Hans-Peter aufging, dass die Zuschauer reihenweise von seinem Charme beeindruckt waren. Und die Vorauswahl beim Deutschen Filmpreis 2019 ist doch schon mal an sich eine Auszeichnung.

Preisgekrönt geht es natürlich weiter: Als ich diese Zeilen begonnen habe zu schreiben, waren die Golden Globes 2019 noch nicht vergeben. Aber als ich die Zeilen zum folgenden Film schrieb schon. Da fällt es einem doch gleich viel leichter entsprechende Worte zu finden. Die Gruppe Queen kannte man schon weit vor dem Film Bohemian Rhapsody (2018). Viele Songs sind einem geläufig. Aber wie dann der eine oder andere Song entstanden ist, war dann doch eine sehr interessante Komponente. Dazu noch die überragende Schauspielleistung von Rami Malek. Nicht umsonst bekam er dafür den Golden Globe als Bester Hauptdarsteller in einem Drama.


Zauberhafte Welten

Magisch wurde es zunächst in einem Animationsfilm. Der Grinch (2018) wusste mit seinem ganz eigenen Charme zu gefallen. Dies hat mir in der Real-Verfilmung aus dem Jahr 2000 gänzlich gefehlt. Zwar bot Jim Carrey eine passable Leistung als schmollender Grinch ab, doch insgesamt wirkte der Film für mich überladen und stellenweise etwas lieblos. Da gefällt mir der Animationsfilm deutlich besser. Und als solcher kann der Grinch nur so funktionieren. Und wenn Otto Walkes dem Wesen seine deutsche Stimme leiht, dann sind Lacher ohnehin vorprogrammiert.

Mit Aquaman (2018) schafft es ein Film aus dem Hause DC in diese Liste. Mit Arthur Curry alias Aquaman (Jason Momoa) aus Atlantis bekommen wir endlich die Lebensgeschichte erstmals auf der großen Leinwand erzählt. Das starbesetzte Epos brilliert dabei allen voran mit seinem Hauptdarsteller Jason Momoa. Und auch das Szenenbild kann sich dieses Mal sehen lassen. Außerdem wurde noch die Umweltverschmutzung aufgegriffen, was die Beweggründe der Atlanten noch realistischer unterstreicht.

Ein Musical in einer Bestenliste? Ja, richtig gelesen. Mit Mary Poppins Rückkehr (2018) schaffte es tatsächlich ein Film dieser Art aufs Treppchen. Es ist ja nicht so, dass ich mich in diesem Genre nicht auskennen würde. Schließlich sah ich schon mehrmals Filme dieses Genres im Kino. Aber dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt. Der Titel des lässt es erahnen, dass es schon mal einen Film mit dieser Figur gegeben haben muss. Nämlich im Jahr 1964, wo die Handlung im Jahr 1910 angesiedelt war. In der Fortsetzung sind etwa 20 Jahre vergangen und man spürt dort die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Als wäre dem nicht genug, muss Familie Banks auch noch einen persönlichen Verlust hinnehmen. Zeit also, dass Mary Poppins (Emily Blunt) zurückkehrt und die Magie im doppelten Sinne spielen lässt.

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