1. Film des Marvel Cinematic Universe
Zum 2. MCU-Film


Originaltitel: Iron Man
Produktionsland: USA

Regie: Jon Favreau
Drehbuch:
Mark Fergus, Hawk Ostby, Art Marcum, Matt Holloway

Darsteller:
Robert Downey Jr.: Tony Stark / Iron Man, Terrence Howard: Rhodey, Jeff Bridges: Obadiah Stane, Gwyneth Paltrow: Pepper Potts, Leslie Bibb: Christine Everhart

FSK: 12
Länge: 126 Min.
Produktionsfirma: Paramount Pictures, Marvel Entertainment
Verleiher: Concorde Home Entertainment

Filmstart in den USA: 2. Mai 2008
Filmstart in Dtl.: 1. Mai 2008


Tony Stark ist Multimilliardär, Playboy und ein erfolgreicher Geschäftsmann bei „Stark Industries“. Als solcher gehört er der Rüstungsindustrie an und präsentiert in Afghanistan sein neuartiges Raketensystem namens „Jericho“. Doch nach der Veranstaltung überfällt die Terrororganisation „Zehn Ringe“ seinen Konvoi. Zunächst entkommt er, wird aber kurze Zeit später von eines seiner Raketen schwer verletzt und in Gefangenschaft genommen.

Waffenexport als Nebenhandlung

Die Geschichte konzentriert sich mehr darauf, wie Tony Stark zu Iron Man wird. Entwicklungen vom Kind zum erwachsenen Multimilliardär sieht man in Rückblenden bzw. als Fotomaterial. Dafür nahm sich Regisseur Jon Favreau mehr Zeit seinem Protagonisten eine bedeutsame Tiefenzeichnung zu geben.

„“Iron Man“ ist ein Comic bei dem es wenige Puristen gibt, für die bestimmte Handlungen wichtig sind. Bei „Iron Man“ ist der Anzug das Wichtigste. Es geht um seine Funktionen. Er verändert sich ab und zu etwas, aber hat immer ein bestimmtes Aussehen“, Jon Favreau während eines Making-Ofs.

Tony besitzt mit „Stark Indiustries“ nicht nur eine große Firma, sondern entwickelt Waffen und exportiert diese in alle möglichen Kriegsländer. Wie sich sowas entwickeln kann, sieht man in den ersten Minuten des Films. Gefangen in einer Höhle soll er nun unter Zwang für die Terroristen, die ihn entführt haben, eine Rakete bauen. Tony ist davon nicht sehr angetan und versucht Zeit zu gewinnen. Der mitgefangene Yinsen (Shaun Toub) führte eine Notoperation an ihn durch, damit er nicht an den Metallsplittern stirbt, die sich noch teilweise  in Tonys Körper befinden. Dank dem Elektromagnet in seiner Brust können die restlichen Splitter nicht zu seinem Herz gelangen. Doch Tony hat sich bereits Gedanken gemacht. Sollte er es jemals schaffen sich aus der Höhle zu befreien, dann wird gerade in seiner Firma ein anderer Wind wehen. Dass er sich damit auch genügend Feinde schafft, scheint er risikohaft in Kauf zu nehmen. Der Kampf gegen den globalen Waffenhandel wird zwar zunächst mehr als gut angedeutet, doch findet im weiteren Verlauf nicht mehr die Beachtung, die es eigentlich braucht, um diesen Film noch düsterer zu gestalten. Aber der wahre Kontext zur Waffenindustrie bleibt bestehen. Passend dazu habe ich ein Zitat mit Verlinkung aus dem Jahr 2007 gesetzt. Schließlich wurde Iron Man in dieser Zeit realisiert.

„Die Kriege und die Angst vor neuen Anschlägen sind der Motor unserer Wirtschaft“, sagt Winslow Wheeler vom „Center for Defense Information“ in Washington. Frieden könnten sich die USA gar nicht leisten.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 06.08.2007)

Hauptdarsteller geht in seiner Rolle auf

Nun ja, Robert Downey Jr. tat so etwas natürlich nicht erst seit Iron Man. In Chaplin (1992) spielte er den Tramp dramatisch und tiefsinnig. Und in Kiss Kiss, Bang Bang (2005) brachte er das Publikum überzeugend zum lachen. In Iron Man konnte er beides kombinieren und und zelebrierte soger den zunächst perfiden Egoisten perfekt. Schon vor dem  Dreh war er mehr als begeistert davon, dass er den eisernen Helden spielen durfte:

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Hat immer viel zu tun: Tony Stak (Robert Downey Jr.) ©Concorde Filmverleih GmbH

„Ich traf mich mit ihnen. Wir machten Probeaufnahmen für Tony Stark. Dort waren überall Sachen von Filmen, die ich mag. Zum Bespiel „Spiderman“. Und dachte: Es wäre toll, so einen Film zu drehen“, so Robert Downey Jr. in einem Interview.

Gwyneth Paltrow hatte zwar weniger Screentime, konnte aber in ihren Szenen als Nebendarstellerin nicht nur entzücken, sondern auch überzeugen. Jeff Bridges als Obadiah Stane gibt als mehr oder weniger Mentor von Tony eine ansprechende Darbietung ab. Nur leider geht er dabei etwas unter, weil man hier etwas Potenzial verstreichen ließ. Dafür macht das Szenenbild richtig Spaß und bietet tolle Schauwerte. So sagte ein Crewmitglied folgendes in einem Interview:

„Es gab viele Orte, wo wir hätten drehen können. Marvel hat bisher noch keinen eigenes Filmgelände. Also suchten wir nach einem Drehort in Los Angeles. Viele Filme werden hier bei Playa Vista gedreht. Die Idee gefiel uns. Hier wurde nämlich die Spuce Goose gebaut. Das war früher mal Howard Hughes‘ Montagewerk. Und eine Zeit lang auch sein Hauptsitz. Hier war das Vermächtnis von Howard Hughes noch irgendwie lebendig. Und Tony Stark ist ja auch ein bisschen der Nachfolger von Howard Hughes.“

Nominees bei Preisverleihung

Das Budget betrug geschätzte 140,000,000 $ und brachte es auf ein weltweites Gesamtergebnis von 585,174,222 $. Der Konkurrent DC war 2008 ebenfalls aktiv und brachte es mit The Dark Knight (2008) auf ein Einspielergebnis von $1,004,558,444 $. U.a. waren beide Filme bei der Oscarverleihung 2009 für den Besten Tonschnitt nominiert. Schlussendlich holte TDK die Trophäe. Bei seiner zweiten Nominierung für die Besten visuellen Effekte hatte Iron Man gemeinsam mit TDK das Nachsehen gegen Der seltsame Fall des Benjamin Button (2008). Doch beide Filme sind großartige Blockbuster, die man sich auch noch heute gut und gerne anschauen kann. Sie zeigen auf jeden Fall, dass ihre jeweiligen Regisseure so einiges drauf haben und vielleicht sogar noch viel mehr leisten könnten. Mehr als gute Kritiken aus seinem Umfeld hat Jon Favreau auf jeden Fall sicher, wie man im folgenden Zitat erkennen kann.

„Jon ist vielseitig talentiert. Vor und hinter der Kamera. Er führte Regie bei „Made“, „Elf“ und „Zathura“. Er ist ein Filmemacher, der fast schon ganz oben ist. Aber das Wichtigste für uns war seine Liebe zu „Iron Man. Er wollte ihn verfilmen“, so ein Filmschaffener, der während dieser Aussage nicht im Making-Of zu sehen war.

Fazit: Der Film macht sehr viel richtig und überzeugt mit seinem ernsten Kontext zum Thema Waffenindustrie. Action gibt es nicht im Übermaß, sondern sauber und dosiert serviert. Dies gab den Darstellern die Möglichkeit sich zu entfalten, um ihren Figuren die Weiterentwicklung zu schaffen, die es gebraucht hat. Allen voran Robert Downey Jr. (Iron Man) und Gwyneth Paltroe (Pepper Potts) überzeugen auf ganzer Linie und sorgen entsprechend für gute Chemie. Einzig der Score schafft es nicht für eine gewisse Entfaltung zu sorgen. Hat man den Film einmal gesehen, bleibt er im Gedächtnis. Aber die Musik hat man recht schon wieder vergessen, weil keinen besonderen Mehrwert darstellen. Allerdings sieht es bei den Songs mit Gesang schon wieder anders aus. Das Drehbuch und deren Wendungen sind sehr überzeugend und nachvollziehbar ausgearbeitet. Dennoch wäre noch etwas mehr zum Thema Waffenindustrie gegangen. Dies tut dem Endergebnis keinen Abbruch, da das Gesamtergebnis dennoch überzeugt. Nicht nur Comicfans werden hier ihre wahre Freude haben.


Titelbild ©Concorde Filmverleih GmbH


Auf Netflix anschauen


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2 Gedanken zu “Iron Man [2008]

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