Batman, ein Held der Nacht kämpft in Gotham City gegen das Unrecht und regt bis heute die Phantasien seiner Leser an. Geschaffen von Bob Kane, begeistert der dunkle Ritter von DC Comics bis heute und kann auf eine lange sowie erfolgreiche Zeit zurückblicken, die bis heute anhält. Eine langjährige Verankerung in der Popkultur sowie dessen Zeitgeist lässt der Titelheld viel Interpretationspielraum und Gestaltung zu.


Entstanden ist Batman bzw. die Comics in einer Zeit, als sich die Welt gerade von der Weltwirtschaftskrise aus dem Jahr 1929 erholt hatte. Doch der 2. Weltkrieg sollte schon bald allgegenwärtig sein. Nicht jeder konnte sich mit diesem Umstand anfreunden und suchte kulturelle Zuflucht, wie auch das folgende Zitat zeigt:

„Aus den Tiefen der Tragödie kommend schwor er, gegen das Böse zu kämpfen. Batman, eine der populärsten und symbolischen Figuren der Literatur. Aber die Reise, die der dunkle Ritterdedektiv zur weltweiten Ruhm unternimmt, hat ebenso viele Windungen und brenzlige Situationen wie seine Fälle. Die Geschichte beginnt in den 1930ern. Als die Kriegsbedrohungen für die USA stetig wuchs, suchen die Leute nach Ablenkung von ihren Problemen. Die junge, rapide wachsende Comicheftindustrie bot ihnen Flucht, nach der sie sich sehnten.“ Mark Hamill über Batman in der Dokumentaion Legends of the Dark Knight: The History of Batman (2005), wo er als Sprecher fungierte.


Der Weg zum Rächer als Fledermaus


 

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Batmans erstes Abenteuer. © DC Comics Inc.

Es sind die wohlhabenden Waynes die Opfer eines Überfalls werden, welcher tödlich für Thomas und Martha Wayne endet. Zurück bleibt ein trauriger Junge namens Bruce Wayne. In den nächsten Jahren hat er viel zu lernen und nimmt ein hartes Training auf sich. Dies bedeutet körperliche und geistige Fähigkeiten zu maximieren, um gegen das Unrecht erfolgreich zu sein. Schließlich ist Batman ein Held, der keine Superkräfte besitzt. Ein Gegenstück zu Superman. Der kämpft bereits ein Jahr sehr erfolgreich, bzw. hat sich in die Herzen seiner Leser gespielt. Gleiches sollte natürlich Batman vollbringen, der in Detective Comics #27, Mai 1939 seinen ersten Auftritt im übrigen noch als Bat-Man hatte.

Bevor es dazu kam, beauftragte der Rechteinhaber von Superman, Vin Sullivan, der darüber hinaus Herausgeber bei National Publications war und als Vorgänger von DC Comics gilt, Bob Kane damit eine weitere Heldenfigur zu erschaffen. Inspiration fand der noch junge Kane in Supermans Aussehen und dem Vogelmenschen Flash Gordon. Ein erster Entwurf dazu war Bird-Man, der ein rot-blaues Ganzkörperkostüm trug und über Flügel verfügte. Dann dachte er an die Skizzen von Leonardo da Vincis Flugmaschine. Die Flügel verschwanden aus Kanes Zeichnung und erschuff stattdessen eine Fledermaus. Bat-Man war geboren! Nun kam der Autor Bill Finger dazu, der gemeinsam mit Bob den dunklen Helden verfeinerte. Zum einen wurde die Figur mit den Farben grau und schwarz versehen und die Maske mit Ohren ausgestattet, damit der Bezug zur Fledermaus noch deutlicher wurde. Abgerundet wurde dies mit einem Umhang.

Zurück zur erwähnten Ausgabe von #27: Batman schwang sich auf dem Titelbild mit einem Seil über Dächer und hat gerade einen Verbrecher im Würdegriff. Doch in den Geschichten selbst steckt so viel mehr, wo man das Ausmaß des neuen Universums entdecken konnte. Fleißige Hilfe hatte Bob Kane dabei von Sheldon Moldoff, Jerry Robinson und George Rooussos. Die Bilder kamen sehr expressionistisch daher, die zudem über viel Schatten verfügten. In Batmans ersten Fall geht es um das Chemiesyndikat, welches unbedingt aufgedeckt werden muss, da Menschen zu Tode kommen und nicht klar ist, wer die Morde begeht.


Im Verbund mit einem Sidekick


In der 28. Ausgabe von Detective Comics war Batman nicht auf dem Titelbild zu sehen, was später nur bei weiteren drei Ausgaben der Fall war. In Ausgabe #27 sind je Seite noch mit vier Reihen gefüllt. Nun entschied man sich für drei Reihen, was die Geschichten zwar etwas abspeckte, aber eine bessere Wirkung beim Leser erzielte. Zudem ist hier Batman zum ersten Mal akrobatisch unterwegs. In den Heften #29 und #30 gab es mit Gardner Fox einen neuen Autor und einen Zweiteiler als Geschichte. Als erster richtiger Schurke kommt Doctor Death zum Vorschein. In Ausgabe #36 bekommt es der schwarze Ritter zum ersten Mal mit Hugo Strange zu tun, der mehrere Banküberfälle plant, um dann Gotham City unter seiner Kontrolle zu bringen.

Und wo Gegner sind, da gibt es auch Verbündete. So erschien Dick Grayson a.k.a. Robin in Heft #38, April 1940, um Batman im Kampf gegen das Verbrechen zu unterstützen. Was natürlich sehr auffällig war, ist der Fakt, dass Robin mit seiner bunten Karrikatur einen Gegenkontrast zu Batman darstellt und seinen Mentor über viele Jahre begleiten wird. Dick ist ein Zirkusjunge und gehört den Flying Graysons an. Auch er verliert seine Eltern und muss mit ansehen, wie sie bei einer Trapeznummer sterben. Ein Gangster hatte diese vorher sabotiert, weil der Zirkusdirektor sich weigerte Schutzgeld zu zahlen. Dick lernt infolgedessen Kampfsport und hat Bruce als große Unterstützung hinter sich.

Ein weiterer Verbündeter Batmans bzw. Bruce Wayne traf bedeutend später ins Geschehen ein, als man eigentlich vermuten würde. Die Rede ist von Alfred Pennyworth, der in Batman #16: Here Comes Alfred! seinen Einstand gab. Doch sein Name ist zu dieser Zeit noch nicht bekannt. Erst ein paar Jahre später wird der Nachname Beagle enthüllt.


Vorstellung vieler Schurken in der Folgezeit


 

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Die Comicreihe „Batman“, Ausgabe #49 (1948), wo Vicky Vale zum ersten Mal erscheint. © DC Comics Inc.

Einen Monat zuvor startete mit Batman eine eigenständige Comicreihe, wo auch schon Robin mit von der Partie war. Neu dabei waren nun Catwoman und Batmans ärgster Feind, der Joker. Der geht gleich forsch zur Sache und kündigt im Radio einen Mord und einen Diamantenraub an. Nach und nach wird klar, was er damit bezweckt.

Batman #49 Die Sensation des Jahrhunderts“ vom Okt. 1948 ist die eifrige Fotoreporterin Vicky Vale zum ersten Mal dabei. Und sie ist, obwohl sie für die gute Seite kämpft, eine Bedrohung für Batman. Sie ist darauf bedacht ergeizig ihre Ziele zu erreichen. Und dazu gehört auch unter Batmans Maske zu blicken.

Nun folgt ein Zeitsprung in den Dezember 1941. Dort erschien in Detective Comics #58 zum ersten Mal der Pinguin, der Verbrechen begeht und es oberflächlich als legal aussehen lässt. Er geht sehr geschickt bei seinen Taten vor und wurde in der Folgezeit zum Herscher der Unterwelt und machte später gemeinsames Spiel mit dem Joker.

Clever geht im übrigen auch ein anderer Schurke namens Edward Nigma vor, der uns bestens als Riddler bekannt sein dürfte. Sein Unwesen trieb er erstmals im Oktober 1948 (Detective Comics #140), als er beschloss ein Superschurke zu werden. Schnell wird er zum Gegenspieler von Batman und gibt der Fledermaus immer wieder Rätsel auf, die schnellstmöglich gelöst werden müssen.


World’s Finest Comics…


…ist eine Comicreihe, die erstmals 1941 erschienen ist und Abenteuer von Superman und Batman erzählte, sie aber nur auf dem Titelbild gemeinsam erscheinen ließ. Allerdings gab es das erste Treffen der beiden Helden im Radio. Es war eine Episode der Sendung Adventures of Superman aus dem Jahr 1945. Superman rettete in dieser Geschichte Robin vor dem Ertrinken und Batman aus einer Wachsstatue.

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Batman und Superman kreuzen zum ersten Mal direkt die Wege. World’s Finest Comics #71 (1954). © DC Comics Inc.

Im World’s Finest gab es nicht nur die Zusammenkunft von Batman und Superman, sondern auch das Erscheinen weiterer Schurken. Einer davon ist Jonathan Crane, der zum ersten Mal in Heft #3Der seltsame Fall des Jonathan Crane“ (September 1941) aufgetaucht ist. Auch er hat Einprägsames in der Kindheit erlebt und scheucht seit dieser Zeit sehr gerne Vögel auf. Angst interessiert ihn ganz besonders, so dass er sie noch erforscht, als er bereits als Psychologe arbeitet. Dadurch, dass er ständig Menschen erschreckt, kostet ihn es seine Arbeit. Aber er hat längst andere Methoden gefunden um an Geld zu kommen.

Es dauerte bis zum Mai 1952, als in Superman #76 sich die Wege beider Protagonisten kreuzten. Dort sind sie gemeinsam auf ein Kreuzfahrtschiff im Einsatz und müssen sich vor einer Louis Lane in acht nehmen, die sehr argwöhnisch ist. Bis 1954 blieb es das einzige Abenteuer um die beiden sehr unterschiedlichen Helden. Wie bereits erwähnt sah man sie bereis 1941 gemeinsam auf den World’s Finest Titelbildern. In Ausgabe #71 (1954): „Das Double für Superman!“ gab es endlich das erste direkte Aufeinandertreffen in dieser Comicreihe. Was sehr interessant erscheint, ist die Tatsache, das Batman auf dem Cover eine Gewehrkugel für Superman abfängt. Steckt in Batman mehr Kraft als gedacht? Weit gefehlt. Die beiden Protagonisten haben einfach die Rollen getauscht.


Ende des „Golden Age“ & Beginn des „Silver Age“


Zu erwähnen sei auch, dass die DC Comics in der Zeit von 1938 bis 1956 vom „Golden Age“ geprägt waren. Dieses Zeitalter fand ein Ende, als die Comictitel Batman und Detective Comics durch Julius Schwartz übernommen wurden. Vorher hatte Jack Schiff die Reihen betreut. Schwartz gilt als „Mr. Silver Age“ der DC Comis und ließ in den 1950er Jahren die Figuren Atom, Flash und Green Lantern neu aufleben, indem er sie mit neuen Identitäten und Kostümen versah. Jack Schiff war seit 1955 gezwungen seine Geschichten unter dem Comics Code auf den Markt zu bringen. Dieser Code sorgte dafür, dass Gewaltszenen sowie Darstellungen von Verbrechen stark eingegrenzt wurden. Infolgedessen bekam man merkwürdige Geschichten aus dem Sci-Fi-Bereich serviert. Eine Welt, die so ganz und gar nicht zu Batman und Robin passt.

Sehr kühl wurde es in Batman #121 (1959), als man in „Mister Freeze fängt bei Null an“ zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem kühlen Antagonisten machte. Dort wird erklärt, dass er bei der Entwicklung einer Eiskanone mit einem Gas kontaminiert wurde, so dass er nur noch Temperaturen unter Null aushalten kann. Dafür trägt er einen speziellen Anzug. Diverse Animatedserien und der Spielfilm Batman & Robin (1997) zeigen Mr. Freeze in seiner vollen Pracht.

Aber nun zu einem besonderen Jubiläum Batmans, welcher mit dem Heft Detective Comics #327 (1964) gefeiert worden war. Zum einen sind es 300 Nummern nach seinem ersten Auftritt und zum anderen feierte der dunkle Held sein 25. Jubiläum und war zugleich einigen Veränderungen unterworfen. Batman und Robin bekamen äußerlich und im Handeln realistischere Züge und Gotham City wurde moderner gestaltet. Dort spiegelten sich die sozialen Umbrüche der USA wider. Verantwortlich dafür war der Zeichner Carmine Infantino, der nicht nur Batman, sondern auch seiner gesamten Umwelt einen neuen Look verpasste. Infantino übernahm auch die Gestaltung der Cover von Detective Comics. Sein Kollege und Autor John Broome sorgte von nun an für noch spannendere Geschichten. Bereits bei The Flash hatten die beiden zusammengearbeitet. Wie schon bei Detective Comics übernahm Julius Schwartz auch bei der Reihe Batman die Regie, was zur Folge hatte, dass beide Hefte miteinander einen Einklang fanden.


Batman & Robin erobern die Leinwand



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Das zweite Serial „Batman & Robin“ aus dem Jahr 1949 © Columbia Pictures

So ziemlich jeder Comicheld erhielt zur damaligen Zeit ein Abenteuer-Serial, welches in einzelnen Episoden im Kino ausgestrahlt wurde. So kamen 1943 auch Batman-Fans in den Genuss ihren Helden auf der Leinwand zu bewundern. Dieses Abenteuer-Serial beinhaltete 15 Episoden und wurde unter Columbia Pictures herausgebracht. Die klassischen Schurken gibt es hier noch nicht, was den strengen Bestimmungen zugrunde liegt, denen die Serials unterlagen. Stattdessen kämpfen Batman und Robin gegen den zwielichten Dr. Tito Daka. Eine recht primitive Umsetzung, die hier erstmals die geheime Bathöhle (Batcave) zeigt. Dies wurde kurze Zeit später in die Comics übernommen. Batman-Darsteller Lewis Wilson war zum Zeitpunkt dieser Rolle 23 Jahre alt und sah mehr vollschlank als muskulös aus. Diese Reihe diente auch dazu als politischer Missbrauch und enthält Anspielungen gegen die Japaner.

Ebenfalls ein 15-teiliges Serial war Batman & Robin (1949) und lief wieder unter Columbia Pictures in den Kinos. In der Gerschichte geht es darum, dass eine Erfindung des Professors Hammil gestohlen wird und Batman & Robin müssen nun die Diebe ausfindig machen und hinter Gittern bringen. Die Schurken, wie man sie heute kennt, sind auch hier noch nicht dabei. Batman wurde mit Robert Lowery besetzt. Der US-Amerikaner verfügte über reichlich Bühnenerfahrung und war mit 36 Jahren deutlich älter, als zuvor L. Wilson in der Rolle. Eine anspruchsvolle Umsetzung sucht man auch hier vergeblich, da das Budget noch geringerer war, als in der ersten Filmumsetzung. Zu erwähnen sei aber, dass hier das Batsignal in Form eines Scheinwerfers zum Einsatz kam. Schon bald darauf wurde dies in die Comics übernommen. Die bereits erwähnte Vicky Vale, die längst ihren ersten Auftritt in den Comics absolviert hatte, trat in dieser Serie zum ersten Mal in Bewegbildern in Erscheinung.

Und hier endet der 1. Teil meines Batman Specials. In den ersten 26 Jahren seines Daseins war Batman fast ausschließlich nur in diversen Comicreihen zu finden. Filme mit der Heldenfledermaus gab es in dieser Zeit nicht. Lediglich zwei Serials, die für das Kino konzipiert wurden, erschienen in den Jahren 1943 und 1949. Im nächsten Teil dieses Specials werden die nächsten 28 Jahre des dunklen Ritters thematisiert und es wird ziemlich bunt zugehen, denn in der besagten Phase erschienen vier animierte Serien und ein Animationsspielfilm. Nicht zu vergessen die verrückte 1960er Jahre Real-Serie mit Adam West, die auch einen Kinofilm zur Folge hatte. Den Schlusspunkt werden dann die Filme von Tim Burton setzen…

 


Quellenangabe

Das Batman-Projekt
imdb.com
TV Wunschliste
en.wikipedia.org
Buch: Batman  Anthologie – 20 legendäre Geschichten über den dunklen Ritter (Panini Comics)

Ein Gedanke zu “The 80th Anniversary Special: Batman in Comics, Serien und Filme – Teil 1

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