Originaltitel: Podbrosy
Englischer Titel: Jumpman
Produktionsland: Russland, Irland, Frankreich, Litauen

Regie und Drehbuch: Ivan I. Tverdovskiy
Produzent: Natalya Mokritskaya

Darsteller:
Denis Vlasenko, Anna Slyu, Pavel Chinarev, Vilma Kutaviciute, Alexandra Ursulyak

Genre: Drama, Thriller
FSK: k.A.
Länge: 90 Min.

Produktionsfirma: New People Film Company, Film and Music Entertainment (IRE)
Verleiher: /

Filmstart (USA): 4. Juli 2018 (Karlovy Vary International Film Festival)
Filmstart (Dtl.): 8. November 2018 (Filmfestival Cottbus)

Bestandteil des 28. Filmfestival Cottbus

FestivalSektion: Wettbewerb Spielfilm



Denis  ist ein Geworfener: in die Babyklappe, ins Waisenheim und schließlich vor teure Autos. Nur letzteres tut er quasi aus freien Stücken, aber wer weiß schon, wie im geldgierig-korrupten Freibeuter-Russland Entscheidungen und Urteile wirklich gefällt werden … Körperbetont über die Schmerzgrenze hinaus.

Jungdarsteller debütiert in einer außergewöhnlichen Rolle

Den Sinn des Lebens scheint scheint hier gänzlich vergessen worden zu sein. Denis (Denis Vlasenko) ist ein Mensch, der in der Vergangenheit geworfen wurde: nämlich in die Babyklappe, ins Waisenheim und schließlich vor teure Autos. Nur letzteres tut er quasi freiwillig, aber wer weiß schon, wie im geldgierig-korrupten Freibeuter-Russland Entscheidungen und Urteile wirklich gefällt werden. Dem Körper wird hier alles abverlangt und geht über die Schmerzgrenze hinaus. Zuvor tauchte seine Mutter (Anna Slyu) nach vielen Jahren wieder auf, um ihren Sohn zu sich zu nehmen. Doch steckt hier wirklich Mutter-Kind-Liebe dahinter? Wenn man nach so langer Zeit in Erscheinung tritt, hat man entweder was zu verbergen oder echte Schuldgefühle, die man längst nicht mehr gutmachen kann.

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Nicht nur in der Geschichte, sondern auch im visuellen Aspekt düster. Denis Vlasenko in Jumpman © Film and Music Entertainment (IRE)

Spätestens hier ist man an einem Punkt angelangt, wo die Situation gesellschaftskritisch hinterfragt wird und sich im weiteren Verlauf zuspitzt. Denis scheint alles zunächst sehr abgezockt abzukönnen, was im Laufe der Zeit nicht spurlos an ihm vorbeigeht. Nach außen hin scheint er unverwundbar zu sein, aber im inneren hat die Zerrissenheit dafür gesorgt, dass Denis plötzlich Zweifel an dem hat, was er da tut. Außerdem gelangte er Dank seiner Mutter zu plötzlichen Reichtum. Nach eigener Aussage war dem Regisseur während des Drehs nicht direkt bewusst, dass er hier eine Referenz zu Heldenfilmen geschaffen hatte. Anschließend wurde der Heldenaspekt für die fortlaufende Produktion beibehalten. Wenn man es genauer betrachtet, ist Denis eine Art umgekehrter Superheld. Dennoch besitzt er eine Eigenschaft, mit der er sich von Anderen deutlich abhebt.

Düster in seiner Beschaffenheit,…

…was u.a. in Form von Denis‘ Vorstellungskraft deutlich wird, die zeigt, dass er doch zerbrechlicher sein könnte als zunächst angenommen. Dass sich sein Körper in überspitzter Form auflöst, ist zwar ein gewagtes, aber eindeutiges stillistisches Mittel, welches seine Wirkung nicht verfehlt und eine gewisse Reue des Protagonisten zeigen könnte. Denn die gibt es in Zeiten der moralischen und politischen Krise durchaus. Regisseur Tverdovskiy griff hier zu allegorischen Formen, behielt aber den realistischen Touch bei und achtete stets auf den sozialen Aspekt, der über die gesamte Zeit als sehr wichtig eingestuft wurde. Dass er nie Dialoge schreibt, sei mal nur so am Rande erwähnt. Die Vorbereitung auf den Film dauerte vier Jahre. In dieser Zeit wurde eine Kunst geschaffen, die etwas besonderes ausdrücken soll. Zu beachten seien dabei die beleuchteten Long-Take-Sequenzen, die Kameramann Denis Alarcon-Ramirez wunderschön umgesetzt hat.

Auch 2019 bei Veranstaltungen im Programm

U.a. wird das Filmfestival Cottbus (FFC) als Gast bei der 7. Langen Nacht der Festivals in Berlin in Erscheinung treten. Regisseur Ivan I. Tverdovskiy holte sich beim Cottbuser Filmfestival 2018 den Spezialpreis für die Beste Regie ab, was mir verdient erscheint, wenn man bedenkt, was er allein schon an Zeit in das Projekt investiert hat. Und vor einem Jahr war er in Cottbus längst kein Unbekannter mehr. Denn einige Jahre zuvor konnte er beim dortigen Festival bereits zweimal Preise mit nach Hause nehmen. Dies war bei seinen Filmen Lenas Klasse (2014) und Zoologie (2016) der Fall, wo er jeweils den Hauptpreis für den Besten Film ergatterte.

Fazit: Jumpman ist Reality-Kino und Härtetest-Parabel zugleich. Bemerkenswert dabei sind die Kameraeinstellungen, die einen gelungenen aber auch einen verstörenden Rhythmus ausstrahlen. Der Film ist anders als andere Filme, beruht lose auf eine wahre Begebenheit und ist ein eigenständiger Film, der versteckte Inspirationen des Regisseurs in sich trägt. Dazu kommt die beeindruckende Spielweise des Hauptdarstellers, die man sich nicht entgehen lassen sollte.


Meine Wertung:
5Sterne

 

Eure Wertung:


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Veranstaltungstipp: Der Film läuft im Rahmen der 7. Langen Nacht der Filmfestivals. Weitere Information zum Termin am 24. August 2019 erhaltet ihr direkt über diesen Link.


Social Medias und Links zum Film


facebook:
Jumpman-Podbrosy

instagram:
jumpmanfilm
tverdovskiy
vlasenkodenic


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

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