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Originaltitel: Captain America: The Winter Soldier
Produktionsland: USA

Darsteller:
Chris Evans: Steve Rogers, Anthony Mackie: Sam Wilson, Robert Redford: Alexander Pierce, Sebastian Stan: Bucky Barnes, Samuel L. Jackson: Nick Fury u.v.a.
Drehbuch: Christopher Markus & Stephen McFeely
Romanvorlage: Joe Simon & Jack Kirby (Comic Bücher),
Steve Epting, Ed Brubaker & Michael Lark (based on „The Winter Soldier“)
Regie: Anthony Russo & Joe Russo

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Genre: Action, Sci-Fi
FSK: 12
Länge: 136 Min.
Produktionsfirma:
Marvel Entertainment, Marvel Studios
Walt Disney Pictures

Premiere in den USA: 13. März 2014
Filmstart in Dtl.: 27. März 2014


Wir wollten von Beginn an Vollgas geben, denn wir wussten, dass wir den Zuschauern einen neuen Cap präsentieren, denn er hat sich seit dem letzten Film weiterentwickelt. Wir wollten die Zuschauer damit so brutal, schnell und aufregend wie möglich konfrontieren.

Regisseur Anthony Russo

Der Film schließt direkt an Captain America: The First Avenger (2011) und The Avengers (2012) an. Steve Rogers muss sich noch immer an die moderne Welt gewöhnen. Da trifft es sich gut Unterstützung in Person von Black Widow (Scarlett Johansson) genießen zu dürfen. Schon sehr bald geht es darum eine neue Bedrohung zu bekämpfen. Dabei handelt es sich um einen Attentäter, der ziemlich kompromisslos zu Werke geht.

Cap mit Unterstützung und neuen Bündnis

Geht hier alles mit rechten Dingen zu? Steve Rogers und Natasha Romanoff. ©Marvel/Disney

Aber so unwohl fühlt sich Cap eigentlich gar nicht. Er findet das heutige Essen besser und ist vom Internet begeistert. Dadurch konnte er einiges aufholen. Daraufhin bekommt er von Sam den Tipp sich mal den Soundtrack von Troubleman anzuhören, was Steve natürlich sofort auf seine Liste setzt. Sam Wilson ist ein ehemaliger Fallschirmjäger, der nun als psychologischer Berater für traumatisierte Kriegsveteranen tätig ist.

Steve hat noch so einiges vor. ©Marvel/Disney

Wir fanden es wichtig, Caps Notizbuch zu zeigen, denn es deutet an, dass Steve Rogers nicht zu seiner Zeit passt. Wir diskutierten viel darüber, was in das Notizbuch kommen sollte. Wir hatten Spaß mit Dingen wie Star Wars und Star Trek, aber bei Captain America könnte man meinen, er sei nur für America da, wobei wir einen Helden für die ganze Welt erschaffen wollten. Wir dachten, es würde Spaß machen, etwas zu erschaffen, das ländertechnisch ist, so dass er ihr Land repräsentiert und hoffentlich die ganze Welt.

Nate Moore (Co-Producer)

Doch viel Zeit zum Musik hören hat Steve nicht, weil er gemeinsam mit Natasha zum Einsatz muss. Es ist dieser positive Aspekt, der im MCU viel wenig zur Anwendung kam, nämlich dass der Hauptprotagonist Hilfe eines Mitglieds erhält. Bei jenen Einsatz gilt es ein Spezialschiff der D.H.I.E.L.D. Organisation zu befreien, welches von Söldnern gekapert wurde. Doch kurz darauf erkennt Steve, dass Nick Fury (Samuel L, Jackson), ihm Informationen vorenthalten hat. Doch der Einsatz selbst hat ziemlich coole Kampfsequenzen zu bieten und entwickelt sich in der Hinsicht gegenüber den ersten Cap-Film weiter. Die Nahkampfszenen sind nicht nur schnell und präzise, sondern machen auch richtig Spaß. Dabei geht es niemals übertrieben , sondern sehr realistisch zur Sache.

Antagonisten in ihrem Element

Schon bald offenbart Fury, dass eine Operation durch S.H.I.E.L.D. Bevorsteht. Dieses Projekt nennt sich Insight und soll als Helicarrier dienen, welches mithilfe von Spionagesatelliten ein Überwachungs- und Präventivschlagsnetzwerk schaffen soll. Dadurch sollen Bedrohungen verhindert und der Weltfrieden gesichert werden. Hier geht Kontrolle auf Kosten der Freiheit, was Steve so nicht hinnehmen möchte und geriet so in einem Meinungsclinch mit Fury. Und so etwas in der Art könnte ranghohen Politiker widerfahren, wenn sie eine politische Entscheidung sehen, aber eben diese nicht mit ihren ethischen Vorsatz vereinen können. Es ist das menschliche Handeln, was hierbei eine wichtige Rolle spielt, sich dafür oder eben dagegen zu entscheiden. Und so tut es auch Steve, indem er dieses Vorhaben nicht unterstützt. In der Regel hat dies Konsequenzen. Und für ihn bedeutet es die Flucht zu ergreifen.

Der Winter Soldier versteht keinen Spaß und teilt dabei ordentlich aus. ©Marvel/Disney

In diesem Film bekommen wir es mit zwei Gegenspielern zu tun. Bisher war es in Phase 2 des MCU so, dass die Antagonisten nicht besonders interessant geschrieben worden sind. Aber mit diesem Film änderte dies schlagartig. Der eine geht sehr strategisch vor und plant jeden seine Schritte im Voraus, so dass er schwer zu durchschauen ist. Es ist auch die Präzens selbst, die diesen Charakter so furchteinflößend und interessant machen. Wir erleben ihn nicht nur als puren Bösewicht, sondern auch als Menschen, der mit aller Macht für seine bösen Ziele einsteht. Koste es was es wolle. Und eines kann ich mit Sicherheit sagen: Er ist der interssanteste Antagonist dieser Phase. Der andere Schurke zeichnet sich viel mehr durch Offensive aus. Dies bedeutet, dass er sehr kampferprobt ist und auch gegen Captain America besteht. Er ist schwer auszuschalten und tritt seinen Kontrahenten selbstsicher und in seiner schnellen Kampftechniken sehr unversehbar gegenüber. Im weiteren Verlauf wird seine Vergangenheit näher beleuchtet und man beginnt zu begreifen, warum einiges so ist, wie es eben ist. Bis hierhin waren Antagonisten im MCU nicht besonders gut geschrieben bzw. Ausstaffiert. Loki war da die große Ausnahme. Doch nun werden damit neue Maßstäbe gesetzt und runden den Film auf diesen Aspekt bezogen sehr gut ab.

,,Bevor wir loslegen, möchte noch jemand aussteigen?”

Sagt Captain America im Verlauf der Handlung, bevor es in einem Fahrstuhl richtig zur Sache geht. Im wahrsten Sinne des Wortes wird hier und auch sonst im Film ordentlich Fahrt aufgenommen. Und das betrifft auch den gesamten Plot. Sofort ist man in der Geschichte drin und wird nicht nur von atemberaubenen Manövern, sondern auch mit vielen Wendungen und Raffinessen verzückt. Auch die Vergangenheit von Steve Rogers spielt noch einmal eine Rolle und schafft es geschickt nachträglich Etwas offenzulegen, Die Referenzen zu zu Captain America: The First Avenger sind unverkennbar. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Einmal sorgt Nick Fury dafür, als er mit dem Kommunikationssystems seines Wagens verschiedener Meinung ist. Nach und nach fallen alle Systeme aus, bis nur noch die Klimaanlage intakt ist. Dabei ist verständlich, dass Fury deswegen nicht gerade erbaut ist. Selbiges ist auch Steve, als ein Kontrahent nicht die erwünschten Informationen liefert. Steve hat die Möglichkeit ihn vom Dach zu stoßen. Aber er muss sich anhören, dass dies nicht sein Stil sei. Er gibt ihm recht und stattdessen tritt Black Widow beherzt zu. Im Anflug holt Falcon den Kollegen wieder nach oben und fängt an auszupacken. Auch hier erfährt der Film eine Wendung. Nicht nur das Drehbuch und dessen Figuren sind gut geschrieben, sondern auch der Score von Henry Jackman. Eben dieser Score hat einen hohen Wiedererkennungswert und ist ebenso wendungsreich wie der Film selbst. Jackman schrieb dann auch den Score für Captain America: Civil War.

Unser Ziel war es, toll umgesetzt von den Gebrüdern Russo, dass der Film kein normaler Marvel-Film wurde. Er ist total ganz anders. Er hat den Humor und die Action, gleichzeitig erforschen die Figuren ihre jeweiligen Situationen, aber viel tiefer als in den bisherigen Filmen. Auch das Level der Action, der tatsächlichen Action, der echten Stunts, der echten Autojagden, liegt weitaus höher als in früheren Filmen.

Kevin Feige

Facettenreiche Geschichten zweier Protagonisten in den Comics

Der erste Auftritt von Sam Wilson (Sept. 1969) © Marvel Comics

Sam Wilson a.k.a. Falcon erschien zum ersten Mal in Captain America #117 (Sept. 1969). In dieser Ausgabe war Steve Rogers von Sams Wunsch nach einer Revolution inspiriert und bot ihm daraufhin an ihm zu helfen und erklärte ihm die
Bedeutung einer Maske und eines Kostüms als Symbol. Einheimische von Exile Island machten ihm ein neues Kostüm. Als es fertig war schlüpfte er in die neue Aufmachung und erschien als neuer Champion der Insel als Falcon.

Sam Wilson wuchs in einem schwierigen Viertel in Harlem, New York City auf. Sein Vater hieß Paul Wilson, der den Posten des Ministers bekleidete und getötet wurde, als er versucht hatte einen Kampf zwischen zwei rivalisierenden Banden beenden wollte. Sam war zu dem Zeitpunkt erst neun Jahre alt. Auch seine Mutter Darlene Wilson fiel einem Mord zum Opfer, als sie versucht hatte ihre Kinder zu beschützen. Sam hatte es durch diese Vorkommnisse besonders schwer und versuchte trotz allem den richtigen Weg zu gehen. Doch sein Kummer ließ ihn letztendlich einen kriminellen Weg einschlagen. Später nannte er sich „Snap“ Wilson, als er für den Mob arbeitete. Erklärt wurde diese Hintergrundstory in Captain America Vol 1 #277 (Jan. 1983)

Doch wie Sam zu Falcon wurde, konnte man bereits in Captain America Vol 1 #186 (Juni 1975) erfahren. Dort war zu einem Einsatz nach Rio de Janeiro in einem Flugzeug unterwegs. Jedoch stürzte er auf einer karibischen Insel namens Exile ab. Was Sam hier noch nicht ahnte, Red Skull und seine Handlanger hatten hier ihr Versteck aufgeschlagen. Der rote Schädel erfuhr schnell von Wilsons Anwesenheit und versuchte ihn als Bauern zu benutzen, um Captain America
anzugreifen, der sich ebenfalls auf dieser Insel befand. Red Skull benutzte anschließend den Cosmic Cube, um „Snap“ in Sam umzuwandeln. Dadurch soll Sam die Möglichkeit haben telepathisch mit Vögeln zu kommunizieren. Explizit heißt dies mit einem Falken, den Sam namens Redwing gekauft hatte. Nach ihrem ersten Gefecht konnte Captain America Sam von der Programmierung Red Skulls befreien, was gleichbedeutend mit dem Sieg gegen Red Skull war. Anschließend wurde Sam der Partner von Cap und kämpften von nun an gemeinsam gegen das Böse dieser Welt. Doch Falcon verließ später Cap als Partner, um Anführer der S.H.I.E.L.D. Superagenten zu werden, was in Captain America Vol 1 #217 (Januar 1978) nachzulesen ist. Als Captain America trat Sam Wilson in Captain America Vol 7 #25 (Oktober 2014) in Erscheinung.

Der erste Auftritt als Winter Soldier (Nov. 2004) © Marvel Comics

James Buchanan „Bucky“ Barnes war ein verwaistes Kind, welches an einem intensiven Black Ops-Training teilnahm, um im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit Steve Rogers a.k.a. Captain America gegen das Unheil zu kämpfen. So war er in den Comics bereits von Beginn an dabei und erschien ebenfalls erstmals in Captain America Comics #1 (Dez. 1940).
In den letzten Monaten des Krieges wurden Captain America und Bucky bei einer Explosion über den Ärmelkanal für tot erklärt. Schließlich erfuhr man, dass Bucky von den Sowjets gefangengenommen und als Winter Soldier wiederbelebt wurde.
Möglich wurde es dadurch, dass sie ihn einer Gehirnwäsche unterzogen haben. Erst durch Captain Americas Hilfe konnte Bucky seine Erinnerungen wiedererlangen. Später tötete Bucky Steve offensichtlich und übernahm die Rolle als Captain America. Auch als Rogers wieder in Erscheinung trat, behielt Bucky diese Position bei. Dann wurde Bucky beinahe von der Tochter von Red Skull getötet und beschloss seinen Tod vorzutäuschen, um mit seiner geliebten Black Widow zu seiner Rolle als Winter Soldier zurückzukehren. Als Winter Soldier trat Bucky zum ersten Mal in Captain America Vol 5 #1 (Nov. 2004) in Erscheinung. Als Captain America konnte man ihn in Captain America Vol 5 #34 (März 2008) erleben.

Fazit: The Winter Soldier ist natürlich ein Comicfilm mit all seinen Maßstäben. Doch kann er auch Filmfans begeistern, die nichts mit Comics am Hut haben? Definitiv ja, weil der Film auch für sich allein stehen kann und man nicht zwingend Vorwissen mitbringen muss. In den Kampftechniken, Stunts, Action und auch dem Plot setzte er neue Maßstäbe und ist zu keiner Sekunde langweilig. Hat dieser Film Probleme mit seinen Antagonisten? So wie es in den anderen MCU-Filmen der Fall ist? Hier steht zu recht ein großes NEIN! So vielschichtig und ausgereift haben sich die Schurken bis auf in The Avengers (2012) noch nie gezeigt. Reine Psychologie auf der einen, Kampfbereitschaft ohne Gnade auf der anderen Seite. Noch nie ergänzte sich so ein Kontrast so gut wie hier und entwickelte sich bis zum Schluss weiter. Der Score hält bis zur allerletzten Sekunde seine Qualität und kann definitiv mit Wiedererkennungswert auftrumpfen. Insgesamt ein Geniestreich der Russo-Brüder, die es schafften neue Maßstäbe zu setzen. Mit Fug und Recht haben wir hier den besten Cap-Film, der auch Comicmuffel zu positiven Reaktionen verleiten könnte. Gute Unterhaltung.


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Titelbild ©Marvel Studios
Quellen: marvel.fandom.com und die Blu-ray Extras von Captain America: The Winter Soldier


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VERfilmt&ZERlesen: Der Marvel-Monat: The Return of the First Avenger


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

3 Gedanken zu “Captain America: The Winter Soldier [2014] oder die Weiterentwicklung von Charakteren

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