5. Film des DC Extended Universe
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Originaltitel: Zack Snyder’s Justice League
Produktionsland: USA

Darsteller:
Ben Affleck: Bruce Wayne, Henry Cavill: Clark Kent, Gal Gadot: Diana Prince, Ezra Miller: Barry Allen, Jason Momoa: Arthur Curry, Ray Fisher: Victor Stone, Ciarán Hinds: Steppenwolf u.v.a.
Buchvorlage/Schöpfer: Jerry Siegel & Joe Shuster
Regie: Zack Snyder

Genre: Sci-Fi, Action, Abenteuer
FSK: 12
Länge: 242 Min.

Produktionsfirma: Warner Bros.
 
Weltweiter Start:
18. März 2021 (Internet)



Zwei durchbohrte Körper, die einen Sieg und einen Verlust zur Folge haben. Ein extremer Schrei, der noch weit über die Grenzen von Gotham City zu spüren ist. Fünf Minuten ist dieser Schrei zu hören. Doch diese Szenerie könnte aus einem ganz bestimmten Grund so gestaltet sein. Dazu mehr in den Schlusssätzen.


Teil 1 – “Zähl‘ nicht drauf, Batman”

Batman benötigt Kämpfer, Jetzt wo Superman tot ist, umso mehr. Dafür sucht er den König des Wassers namen Arthur Curry a.k.a. Aquaman. Doch der Herr des Wassers ist schwer zu überzeugen und verschwindet ins selbige. Bruce ist natürlich bedrückt, dass es zu keiner Übereinkunft gekommen ist. Die Bewohner des Dorfes verehren Arthur. Als er dann im Wasser verschwunden ist, singen die Leute eine Hymne und drücken so aus, dass sie dankbar sind ihn als Helfer zu haben. Man beachte hier die Kameraeinstellung, die diese Stimmung perfekt einfängt.

In einem Museum soll ein Anschlag verübt werden, damit großes Unheil in Gang gesetzt werden kann. Nun ist Wonder Woman da, um diesen Kampf zu vereiteln. Kurz vor ihrem Eingreifen steht sie auf einem Dach, was schon im 2017er-Cut zu sehen war. Und hier offenbart sich der erste positive Aspekt. Das CGI sieht einfach weil viel besser aus, weil das technische Team endlich vollwertige Arbeit geleistet hat. Und es sich positiv durch den ganzen Film. Das ganz große Plus ist der Antagonist Steppenwolf, der nicht nur viel dunkler spricht, sondern auch berdrohlich aussieht. Die Amazonen versuchen mit der Mutterbox zu flüchten, auf die er es abgesehen hat. Doch er macht ihnen einen Strich durch die Rechnung und verschwindet mit der Box. Dieser Kampf war für die Amazonen aussichtslos. Und trotzdem haben sie tapfer gekämpft. Die epische Musikuntermalung unterstützt diese Tragik nur noch mehr.

Teil 2 – “Das Heldenzeitalter”

In einer Wüste schleicht sich Diana Prince in eine tiefe Höhle und erkundet daraufhin eine Art Grabmal. Dort entdeckt sie Wandmalungen, die deutlich die Mythologie der Mutterboxen zeigen. Darin erkennt sie auch Unheil, was sich in ihrem Gesichtsausdruck widerspiegelt. Sie ist sichtlich geschockt, was die Kamera mit einer Nahaufnahme einfängt. Die die Mythologie der Mutterboxen kann man dann langsamer Kamerabewegungen erkennen.

Aquaman will weiter seine Ruhe haben und begibt sich zu einem Pier. Mit ausgestreckten Armen empfängt er das Wasser und springt anschließend rein um wegzuschwimmen. Er soll der König von Atlantis werden. Lehnt es aber in der Unterredung mit Nuidis Vulko (Willem Dafoe) ab dies zu tun. Hier werden beide Protagonisten von Wasser umgeben, während sie selbst in einem wasserfreien Bereich stehen. Man beachte hier die Bewegung des Wassers und wie es schimmert. Es sieht nicht nur wegen dem technischen Aspekt gut aus, sondern ist auch realistisch aus der echten Natur entnommen.

Teil 3 – Geliebte Mutter, geliebter Sohn

In diesem Kapitel tritt Barry Allen a.k.a. The Flash in Erscheinung und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Während er mit einer Frau in einem Hundesalon diskutiert, bahnt sich draußen ein Unfall an. Er eilt zur Hilfe und rettet eine Frau aus einem Wagen, welches anschließend in einen LKW kracht. Auch in dieser Szene erkennt man, wie viel Zeit sich die Dramatik nimmt und anschließend in der Rettung mündet.

Was im Film aus dem Jahr 2017 fehlte, ist die Hintergrundgeschichte von Victor Stone a.k.a. Cyborg. Es wird detaillierter gezeigt, wie er zu Cyborg wurde. Außerdem war er richtig erfolgreich in der Schule und hatte ebenso Erfolg im Football. Man erkennt auch, dass er selbstlos agiert und Mitschülern zu besseren Noten verhalf. Allerdings entsprach dies nicht dem legalen Weg. Victor hatte schon immer ein Talent und muss es als Cyborg erst verinnerlichen. Er ist seelisch gebrochen, weil er nicht mehr der ist, der er mal einst war. Doch sein Weg, egal wie er ausgeht, entwickeln in der Folge weiter und man fühlt an ganz bestimmten Punkten mit ihm mit.

Teil 4 – “Wandler-Maschine”

In diesem Abschnitt machen sich Batman, The Flash, Wonder Woman, Cyborg auf den Weg zu Steppenwolf, um ihn aufzuhalten. Er hat unschuldige Menschen in seiner Gewalt, die zum Glück in Sicherheit gebracht werden können. Aber es ist auch die Zeit gegen Steppenwolf zu kämpfen. Hier beachte man die Schnitttechnik und die Farbgebung an sich. Ganz explizit zu erkennen ist es, wenn The Flash in Aktion tritt. Aber auch die Kampfszenen mit Steppenwolf sehen nun so viel realistischer und packender aus. Es zeigt aber auch, dass es sehr schwer ist den Antagonisten aufzuhalten. Die Dramatik in diesem Kapitel kommt dank des tiefgängigen Scores sehr stark zum Ausdruck.

Kurz darauf erkennen die Zuschauer die nächste Bedrohung, die allerdings noch nicht direkt ins Geschehen eingreift. Es ist einfach die Zeit, die sich dieser Cut nimmt, um alles viel- und tiefschichtig zu erklären, ohne dass es langweilig wird. Einst gestaltete Christopher Nolan seine “Dark Knight Trilogie” so und ließ dies stark in Batman Begins (2005)zum Ausdruck brachte. Kritiker und Fans nahmen es damals sehr positiv auf. Und da kann sich Zack Snyder sehr glücklich schätzen, dass Christopher Nolan für Snyders JL-Cut als Executive Producer aktiv war. Und genau deshalb erkennt man die Einflüsse aus der letzten Batman-Trilogie sehr stark.

Teil 5 – All die Pferde des Königs

Das Fünferteam ist sich einig, dass dieser Kampf nicht ohne Superman gewonnen werden kann. Das Handeln aller besteht darin, ihn wieder ins Leben zurückzuholen. Er kommt tatsächlich zurück und ist verwirrt und greift wie im alten Cut die anderen Helden an. Allerdings ist der Kampf nun kürzer gehalten, damit die Dramatik für die nächste Szene aufrechterhalten bleibt. Denn dort werden wir Zeuge von Aufopferung, die im weiteren Verlauf als sehr schlüssig und nachvollziehbar herausstellt und als große Chance angesehen werden kann, die nur noch genutzt werden muss. Aber nur gemeinsam ist diese Problem zu lösen.

Teil 6 – Etwas Dunkles

Es ist an der Zeit nicht mehr so viel zu schreiben. Nicht dass ich dazu keine Lust hätte, aber es würde zu viel aus der Handlung verraten. Deshalb konzentriere ich mich nun die für mich sehr wichtigen Aspekte. Es ist das Kapitel mit dem großen Finale. Und als solches geht es naturgemäß zur Sache. Aber auch ruhige Szenen kommen hier explizit zum Ausdruck. Die Stimmung zwischen Clark und Lois ist nach seiner Rückkehr ganz stark zu spüren. Beide sind glücklich wieder vereint zu sein. Jedoch müssen beide erkennen, dass Clark jetzt etwas Wichtiges mit den anderen Mitgliedern erledigen muss. Die zeigen sich bereits vor Supermans Ankunft als stärkere Einheit, was jetz noch viel besser als im Whedon-Cut zur Geltung kommt.

Epilog – Ein Vater, zweimal

Natürlich kann ich euch nicht berichten was es damit auf sich hat. Ihr müsst einfach selbst in den Film eintauchen. Und in diesen letzten Minuten lohnt es sich um so mehr. Alles fügt sich zusammen und die Charaktere lassen eine starke Weiterentwicklung erkennen, die in der Zukunft noch sehr viel mehr möglich machen könnte, wenn man es seitens des Studios richtig angeht.

Nur gemeinsam ein Team! Die Justice League mit ihren sechs Mitgliedern. ©Warner Bros.

Fazit: 4 Stunden Laufzeit für einen Film ist in unserer heutigen Zeit sehr ungewöhnlich. Joss Whedon’s Justice League (2017) beträgt nur 2 Stunden. Zack Snyder war nur in der Vorpruktion dabei und wurde später durch Whedon ersetzt, der den damaligen Film fertigstellte. Doch Fans und Kritiker waren nicht zufrieden. Da war es schon fast klar, dass der ”Snyder Cut” eine hohe Erwartungshaltung auslösen würde. Und die hat er in meinen Augen vollends erfüllt. Die Dramatik war von der ersten bis zur letzten Sekunde zu spüren. Bewerkstelligt hat man dies durch langsamere und ruhige Kamerafahrten bzw. längere Szenenbilder mit wenig Schnitten. Zum Score von Hans Zimmer muss man nichts mehr sagen. Die Qualität spricht für sich. Aber ein ganz großer Meilenstein ist das CGI, was im DCEU endlich mal funktioniert. Steppenwolf sieht viel bedrohlicher aus. Und bei der Ausgestaltung von Gebäuden hat man sich auch sehr viel Mühe gegeben. Die Farben wirkten insgesamt nicht mehr übertrieben, sondern wurden ihrer Umgebung angepasst. Der Plot ist zudem schlüssig und entwickelt seine Charaktere weiter. Man fiebert einfach mit ihnen mit. Egal ob dabei Glück oder Leid eine größere Rolle spielen. Wo Hintergrundgeschichten zu Charakteren angebracht sind, bekommt man sie geboten und lassen uns tiefer in die Figuren hineinblicken. Die Handlung wurde strigent durchgezogen, was ihr größtest Plus ist. Trotz der Länge des Films will man sich abwenden, sondern weiterschauen. Ich wurde zeitweise selbst ganz unruhig und wusste nicht wohin mit einem Armen. Ruhig stillsitzen war nicht möglich. Und wenn man so einen Film verfolgt, ist man extrem gefesselt. Mich hat dieser Film komplett abgeholt. Bei so einer langen Laufzeit wird man noch viel entdecken bzw. einige Theorien aufstellen.

Atemberaubend, akkurat, dramatisch und mitfühlend!
Der Snyder Cut lässt Fanherzen höher schlagen. Ein Epos, welches für die Zukunft neue Maßstäbe gesetzt haben könnte.
Zack Snyder ist der richtige Mann am richtigen Ort. NOTE 1!


Für Autumn

Ich habe eingangs von Schreien geschrieben, die durchaus aus den wahren Leben von Regisseur Zack Snyder übertragen worden sein könnten. Am 20. März 2017 nahm sich seine Tochter Autumn Snyder das Leben. Sie wurde nur 20 Jahre alt. Es ist nur allzu verständlich, dass sich Zack Snyder von allen Verpflichtungen zurückgezogen hat. Schreie sind großer Schmerz. Und eben solchen hat er und seine Familie durch diese Tragödie leider erfahren müssen. Seine Worte im Zitat bringen es exakt auf den Punkt.

„Ich war einfach fertig damit. Ich wusste, dass mich meine Familie mehr brauchte, als dieser Scheißdreck. Ich hatte keine Energie gegen das Studio oder für den Film zu kämpfen. Buchstäblich null Energie. Ich denke, das ist auch der Hauptgrund gewesen. Jeder Film ist ein Kampf, richtig? Ich bin das gewöhnt, für einen Film zu kämpfen. Aber mir fehlte die Energie. In mir brannte kein Kampfeswille. Ich wurde förmlich von dem besiegt, was zu der Zeit vor sich gegangen ist. Ich wollte auch nicht und habe mich nicht darum geschert… So hatte es keine Zweck.“

Mein großer Dank gilt Zack Snyder und allen Beteiligten, die diese Version des Films realisiert haben. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich alle dazu treffen und so ein großes Projekt fertigstellen. Der Snyder-Cut hat sich das genommen, wovon es am wenigstens gibt. Nämlich Zeit. Und die sollten wir mehr denn je zu schätzen wissen.


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Bildquelle Titelbild: ©Warner Bros.


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

Ein Gedanke zu “Zack Snyder’s Justice League [2021] – Eine Vollendung in Perfektion

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