Originaltitel: Top Gun
Deutscher Titel: Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel
Produktionsland: USA

Darsteller:
Tom Cruise, Kelly McGillis, Anthony Edwards, Val Kilmer, Tom Skerritt, Michael Ironside, Tim Robbins, Meg Ryan
Regie: Tony Scott

Genre: Action
FSK: 16
Länge: 105 Min.

Produktionsfirma:
Paramount Pictures
Don Simpson/Jerry Bruckheimer Films
Verleiher: Paramount Home Entertainment

Filmstart in den USA: 12 Mai 1986 (Premiere)
Filmstart in Dtl.: 7. August 1986 (West-Dtl.)


Pete ‚Maverick‘ Mitchell
Ich spür die Gier… die Gier… nach Tempo in mir!
» „I feel the need… the need for speed!

Lieutnant Maverick (Tom Cruise) absolviert eine Ausbildung an der Jagdfliegerschule der US Navy. Doch er hat seinen ganz eigenen Kopf und zeigt sich oftmals sehr draufgängerisch. Treu an seiner Seite steht der Waffensystemtechniker Nick ‘Goose’ Bradshaw (Anthony Edwards). Gemeinsam bekommen sie den Befehl Bill ‘Cougar’ Cortell (John Stockwell) auf einem Patrouillenflug zu begleiten…

Großes Staraufgebot in überzeugenden Action-Sequenzen

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© Paramount


Später nehmen Maverick und Goose an der Ausbildung bei der United States Navy Fighter Weapons School teil. Auch hier setzt sich Maverick über die Befehle seiner Vorgesetzten weg und fordert stets das Risiko heraus. Besonders seinem Rivalen Tom ‘Iceman’ Klazanski (Val Kilmer) gefällt dieses Verhalten nicht. Stets geraten sie immer wieder mal aneinander. In dieser Hinsicht auch positiv, als sich Maverick in die hübsche Charlie (Kelly McGillis) verliebt. Schon bald stellt sich heraus, dass sie seine Trainerin in der Ausbildung ist. 

Der Film entstand in einer Zeit, als der Kalte Krieg kurz vor dem Ende stand. Direkt thematisiert wird er zu keinem Zeitpunkt. Dennoch bleibt festzuhalten, dass eine gewisse Gefahr anonymisiert worden ist. Zu beobachten ist dies immer, wenn die Piloten in der Luft sind, um gefährliche Manöver zu lösen. Besonders Maverick zeigt sich dabei immer wieder als Draufgänger und legt eine gewisse Arroganz an den Tag. Die schwindet aber, als er so langsam die Risiken des Berufes erkennt. Sein Vaterkomplex beginnt spätestens zu dem Zeitpunkt eine wichtige Rolle einzunehmen. Auch seine Beziehung zu seiner Ausbilderin Charlie wird dabei auf eine harte Probe gestellt. T. Cruise verleiht unter diesen Aspekten seiner Rolle einen gewissen Tiefgang und Weiterentwicklung. Zumindest auf die zweite Hälfte des Films trifft es vollkommen zu. Dort gibt es einen wichtigen Dialog zwischen Maverick und Commander Mike „Viper“ Metcalf. Gleichzeitig hat Darsteller Tom Skerritt seine beste Szene.

Im Kino der 1980er Jahre knallte es nur so voller Action und Millitär. Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone waren das Sinnbild solcher Actioner. Auch Jean-Claude Van Damme ließe sich da problemlos einreihen. Doch Tony Scott schlug in eine etwas andere Kerbe. Er vereinte Action, Drama und Romanze in einem, was auch den schon angesprochenen Tiefgang in der zweiten Hälfte des Films erklärt. Ansehen, Verlust, Selbstzweifel oder auch die Erfüllung im Leben werden thematisiert.

Großer Erfolg an den Kinokassen

Nicht nur ein Überflieger in der Luft, sondern auch ein Familienmensch: Goose (Anthony Edwards) mit seiner Frau Carole (Meg Ryan) und Sohn, den Kollege Maverick in den Armen hält. © Paramount

Schon mit Filmen wie Flashdance (1983) oder Beverly Hills Cop (1984) stand dem Duo der Erfolg im Gesicht geschrieben. Für letzteren gab es sogar eine Oscarnominierung für das Beste Originaldrehbuch. Nach Top Gun  bzw. bis zum Tod von Don Simpson im Jahr 1996 folgten mit  Beverly Hills Cop II (1987), Tage des Donners (1990) und Crimson Tide (1995) Filme, bei denen ebenfalls Tony Scott Regie führte.

Das Budget betrug ca. 15 Mio. US-Dollar. Am ersten Wochenende spielte er knapp 8,2 Mio. US-Dollar ein. Weltweit wurde ein Einspielergebnis von rund 356 Mio. US-Dollar erreicht. Bei den Academy Awards 1987 gab es Nominierungen in den Kategorien Bester Ton, Bester Schnitt und Beste Toneffekte. Im gleichen Jahr erhielt Top Gun die Goldene Leinwand und den People’s Choice Award

Gedreht wurde u.a. im „Marine Corps Air Station Miramar, San Diego, California, USA“. Auch die Serie Pensacola – Flügel aus Stahl (1997–2000) wurde hier realisiert. Eine weitere Location war die „Naval Air Station North Island, Coronado, California, USA“, wo einige Szenen für Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart (1986) aufgenommen wurden. 

Soundtrack mit nostalgischen Wert

Der Soundtrack zum Film hat einiges an typischen als auch interessanten Songs der 1980er Jahre zu bieten. Gleich zu Beginn auf dem Flugzeugträger wird uns von Kenny Loggins aufgezeigt, dass wir uns in der „Danger Zone befinden. Gefühlvoll wurde es hingegen bei der kalifornische Popband Berlin, die mit „Take My Breath Away“ einen großen Hit landeten und ein Jahr darauf sogar den Oscar für den Besten Filmsong gewannen. Auch Bryan Adams sollte einen seiner Hits beisteuern. Er zog aber „Only the Strong Survive“ zurück, da er der Meinung war, T. Scotts Film würde den Krieg verherrlichen. Für den Score sorgte Harold Faltermeyer mit seinen Stücken „Top Gun Anthem“ und „Memories“. Schon zwei Jahre zuvor sorgte er mit „Axel F“ für Beverly Hills Cop (1984) für einen Ohrwurm. 

Und nun folgt noch interesssantes Trivia. Charlies Mann Perry Siedenthal, gespielt von Pete Pettigrew, ist der echte „Viper“ (Im Film von Tom Skerett gespielt). Pettigrew ist ein pensionierter Marinepilot und TOP GUN Instructor. Im Vietnamkrieg hat er eine MiG abgeschossen. Für den Film war er außerdem als Berater tätig. Die gespielte Figur Charlie von Kelly McGillis basiert auf die zivile Fluglehrerin Christine Fox. Die Produzenten des Films lernten sie bei einem Besuch in Miramar kennen, um sich auf den Film vorzubereiten. Fox schaffte es letztendlich bis ins Pentagon und ging im Mai 2014 als stellvertretende Verteidigungsministerin in den Ruhestand. Dies war der höchste Posten, den jemals eine Frau in diesem Ministerium bekleidet hat.


Für Art Scholl

Er war Stunt-Pilot während des Films und verstarb mit nur 54 Jahren während der Produktion. Sein Kameraflugzeug Pitts S-2 machte eine flache Drehung und stürzte in den Pazifik. Seine letzten sollen gewesen sein: „Ich habe ein Problem – ich habe ein echtes Problem!“. Die genauen Ursachen des Absturzes konnten nie festgestellt werden. Flugzeug und Leiche wurden nie gefunden. Der Film ist ihm gewidmet.


Fazit: In erster Linie brilliert Top Gun als Actionfilm, der mit Elementen aus dem Bereich Drama und Romantik angereichert wurde. Er überzeugt mit atemberaubenden Flugaufnahmen. Kein Wunder! Regisseur Tony Scott hatte während des Drehs Unterstützung von der US-Navy. Die versorgte ihn mit Fachwissen und Fliegern. So entstand eine Authentizität, die über das relativ schwache Drehbuch in der ersten Hälfte des Films hinwegtäuscht. Dennoch bleibt ein Film mit hohen Unterhaltungswert, der schon allein mit dem Cast, Soundtrack und Setting viel richtig macht. Die gut choreographierten Flugszenen tun dabei ihr übriges.


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Quelle des Titelbildes: © Paramount


Streamen auf Joyn


Vielen Dank, dass ihr meinen Artikel gelesen habt. Lasst doch gerne ein Like da, wenn es euch gefallen hat. Ihr habt einen Gedanken zum Text oder Film? Dann postet es mir gerne unten in die Kommentare. Ansonsten ließt man sich im nächsten Artikel. Bis bald…

 

8 Gedanken zu “Top Gun [1986] oder die Eroberung der Lüfte

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