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Spider-Man im MCU-Film: 13, 16, 19, 22, 23 und 27


Originaltitel: Spider-Man: Brand New Day
Produktionsland: USA, Vereinigtes Königreich

Darsteller:
Tom Holland: Peter Parker / Spider-Man, Zendaya: MJ, Jon Bernthal: Frank Castle, Jacob Batalon: Ned Leeds, Marisa Tomei: May Parker, Naomi Watts: E.V. (Stimme) u.v.a.

Drehbuch: Chris McKenna & Erik Sommers
Buchvorlage: Steve Ditko & Stan Lee (Marvel Comic Buch)
Regie: Destin Daniel Cretton

Genre: Action, Abenteuer, Sci-Fi
FSK: 12
Länge: 145 Min.

Produktionsfirma:
Columbia Pictures (presents), Marvel Studios (in association with)
Verleiher: Sony Pictures Releasing

Filmstart in den USA: 27. Juli 2026 (Premiere)
Filmstart in Dtl.: 29. Juli 2026


,,Der ‚Brand New Day‘ dieses Films ist nicht der Anfang. Es ist das letzte Bild dieses Films.“

Tom Holland über den Titel des Films in der Disney+-Dokumentation „Generations: The Evolution of Spider-Man“

Peter Parker ist auf sich gestellt. Als Spider-Man sorgt er dafür, dass die Kriminalitätsrate stark zurückgegangen ist. Als maskierter Held ist er auf der Höhe des Geschehens. Doch als Peter Parker fehlen ihm die sozialen Bindungen, was ihn mit der Zeit sehr zu schaffen macht. Dies beeinflusst schon bald sein Dasein als Superheld.

Erfüllung und Schattenseiten der Konsequenz

So zieht er sich häufig in sein Apartment zurück, welches eigentlich als Abstellkammer für die Hauseigentümer diente. Dennoch ist er schon bald mit Technik und Raffinessen ausgestattet, die STARK an seinen einstigen Mentor Tony erinnern. Jedoch näht er seinen Anzug ab sofort selbst. Mit seinem technischen Know-how ist Peter auf einem guten Level, was die Verbrechensbekämpfung sehr erschwinglich für ihn gemacht hat. Damit kommuniziert er mit der künstlichen Intelligenz E.V. (Naomi Watts). Mit Watts stand Holland einst für The Impossible (2012) gemeinsam vor der Kamera. Doch richtig glücklich ist er dennoch nicht, da ihm die direkten und nahen Bezugspersonen fehlen, die sich früher in seiner Mitte befunden haben. Tante May ist verstorben, und M.J. und Ned können sich nicht mehr an sie erinnern, seitdem er Dr. Strange gebeten hat, die Konsequenz zu ziehen, alle Erinnerungen an Peter Parker und Spider-Man rückgängig zu machen.

Wie in den Comics als auch Cartoons. Peter erstellt sein Kosttüm selbst. ©Sony Pictures Releasing GmbH

Die einzige verbindliche Persönlichkeit ist Detective Jean DeWolff, mit der er regelmäßig die Schwere der Verbrechensbekämpfung per Telefon einschätzt. Im weiteren Verlauf gewinnt diese Persönlichkeit mehr Charme und Tiefe. Um doch etwas gedanklich bei May zu sein, besucht er regelmäßig ihr Grab und stellt immer wieder neue Blumen auf, um sie ganz besonders in Ehren zu halten. Zur Verbrechensbekämpfung hat er ein paar lose Kontakte, die ich aber nicht direkt erwähnen möchte. Aber Spider-Man im Pool, um das weitere Vorgehen zu besprechen, hat man so noch nicht gesehen. Ein Beispiel dafür, Humor dezent, aber erinnerungswürdig zu halten.

„Wir beschäftigen uns mit einer Phase in Peter Parkers Leben, mit der ich mich unglaublich gut identifizieren kann – einer Zeit, in der er lernt, in eine Art neue Lebensphase einzutreten. Ihr werdet alle schon sehr bald mehr darüber erfahren.“

Regisseur Destin Daniel Cretton über den neuen Weg für Spider-Man.

Einigen MCU-Filmen krankt es daran, dass Charaktere keine Unterstützung durch andere Verbündete haben. Hier griff man es clever auf, und setzte dafür Frank Castle alias The Punisher ein, der, je länger der Film dauert, zum echten Sidekick für Spider-Man wird. Man sieht Jon Bernthal in seiner gewohnten Rolle, verleiht ihm aber auch ganz neue Facetten, die man so noch nicht gesehen hat. Auf der intellektuellen Ebene kann Peter Unterstützung gebrauchen. Und kontaktiert dafür Bruce Banner, der mit der fortlaufenden Handlung mehr in die Materie gezogen wird, als ihm vielleicht lieb ist. Aber Mark Ruffalo zeigt ein paar ikonische Gesten, die ihn für diese Rolle so unabdinglich gemacht haben.

Ein besonderer Blickwinkel macht eine gute Szene aus. ©Sony Pictures Releasing GmbH

Doch Peter selbst beginnt sich zu verändern, was seine DNA betrifft. Es geht einher mit seiner Psyche, weil er vieles noch nicht verarbeitet hat. Einen Ausweg daraus zu finden ist schwerer als man denkt. Egal wie man sich entscheidet, es wird für die Identität prägend sein, und eben solche ist gleichbedeutend mit der Balance im Leben. Und bei dieser schwankt Peter noch zu sehr, und muss erst noch seinen Weg finden, für welchen man sich ausreichend Zeit lässt. Dementsprechend hat man selbst genug Zeit mit der Figur Peter Parker als auch Spider-Man mitzufühlen. Visuell ist es sehr auffällig, dass man uns am Nahbarem teilhaben lässt. So sehen wir immer wieder den Ausdruck Peters Augen, und wie sich dabei immer wieder verändern. Die Augen haben an sich ihre ganz eigene Ausdrucksstärke. Darauf im Film zu setzen, ist stillistisch mehr als nachvollziehbar.

Abwechslungsreiches Szenenbild wird dem Protagonisten gerecht

Für das Szenenbild zeigte sich Charles Wood verantwortlich, der diese Arbeit bereits in acht weiteren MCU-Filmen übernommen hatte (u.a. Guardians of the Galaxy oder Doctor Strange in the Multiverse of Madness). Spider-Mans Welt ist nicht nur bunt, sondern der Stimmung entsprechend düster. So sind die Schattierungen sehr markant, wenn Peter entweder das Gleichgewicht verliert, oder mit etwas ganz bewusst hadert. Auch sein Wohnraum ist mit düsterem Zimmerlicht ausgestattet. Er denkt viel nach, findet aber offensichtlich keine richtige Entscheidung. Geht das Schwingen durch die Lüfte los, dann lässt sich eine Inspiration durch Spider-Man: Across the Spider-Verse (2023) feststellen. Comic- als auch Videospielwelt in einem, die man hier spürt. Dieses Gefühl bekommt man, weil die Kameraarbeit wirklich herausragend ist. Als Chefkameramann oder Bildgestalter hatte Brett Pawlak großen Einfluss. Das Aussehen des Films samt des Lichts, der Farben und der Kamera fiel unter seine Verantwortung. Und bei diesen Aspekten kann der Film extrem punkten.

Können sich einst zwei Liebende wieder näher kommen? ©Sony Pictures Releasing GmbH

Der Regisseur Destin Daniel Cretton ist für Marvel Studios ein Hauptgewinn. Bei Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) und Wonder Man (2026) konnte er seine Fähigkeiten bereits unter Beweis stellen. Beziehungen zueinander und damit auch einhergehende Verluste waren zumindest ein zentrales Thema bei Shang-Chi. Doch für Spider-Man brachte er dafür noch mehr Feingefühl auf, weil Spider-Man eine Figur ist, die uns schon lange sehr vertraut ist, und sich einer großen Beliebtheit erfreut. Die Figur Shang-Chi ist in der Hinsicht bis jetzt nicht auf dem Beliebtheitslevel der netten Spinne von nebenan. Dennoch behandelte Cretton beide Figuren mit dem nötigen Respekt, weil er reinen Komikfiguren diese bestimmte Komplexität verliehen hat.

Scorpion ist ein klassischer Feind Spider-Mans

Scorpion in Ausgabe 20 (1964) © Marvel Comics

Als ehemaliger Privatdetektiv trat MacDonald „Mac“ Gargan in Amazing Spider-Man #19 (September 1964) in Erscheinung. Diese mysteriöse Persönlichkeit ist in diesem Heft dabei, Peter Parker zu beobachten. Die Berichte dafür gibt MacDonald an J. Jonah Jameson weiter. Im darauffolgenden Heft überschlagen sich dann die Ereignisse. Jetzt ist Peter auf dem Weg zu seinem Zuhause. Dabei bemerkt er, dass er verfolgt wird. Jedoch kann er nicht lokalisieren, um wen es sich handelt.

Indes entdeckt Jamison vom Daily Bugle einen Artikel, in dem es um einen Wissenschaftler geht. Eben solcher ist in der Lage, künstliche Mutationen bei Tieren zu erzeugen. Jonah möchte dies verwenden, um Spider-Man endlich loszuwerden. Schließlich finden sich Jameson und Gargan bei Dr. Farley Stillwell im Labor ein. Ersterer bietet dem Arzt 10.000 Dollar an, um Gargan stärker als die Spinne zu machen. Gargan bekommt von dem Arzt ein Scorpion-Outfit verpasst, welches über einen tödlichen Schwanz verfügt. Mit der Zeit wird dieser durch den Anzug immer unberechenbarer und böser.

Wissenswertes gibt es hier an richtiger Stelle natürlich auch. Der Titel „Brand New Day“ ist eine direkte Referenz zum Comic The Amazing Spider-Man #546 (März 2008). Die Verkäufe des Heftes gehen auf eBay inzwischen wie heiße Semmeln weg. Ferner widmet der Film ein Andenken für Gerry Conway (1952–2026), der ein Mitschöpfer von „The Punisher“ gewesen ist. Eben solcher trat erstmals in The Amazing Spider-Man # 129 (Februar 1974) auf.


Fazit: Wir erleben einen Peter Parker, der fortan alleine seinen Weg bestreiten muss. Dabei ist er bodenständiger denn je. Aber natürlich erleben wir hier auch, dass er Sehnsüchte hat, die noch nicht so ganz erfüllt werden. Auch die Veränderungen seines Körpers, bedingt durch seine Superkräfte, lassen ihn leiden. Alle Unterstützungen, die er hat, fügen sich nahtlos in das Geschehen ein. Dabei erleben wir auch dosierten Witz und eine gehörige Portion Charme. Auch die Antagonisten haben nachvollziehbare Beweggründe, und besitzen mehr Profil und Tiefe, als einige Figuren aus früheren MCU-Filmen.

Der Hyppe zu Spider-Man allgemein ist ungebrochen. Deshalb ging auch meine Fußballmannschaft des Herzens, der FC Energie Cottbus, geschlossen in Spider-Man-Kostümen ins Kino. Allerdings war es nach meinem Geschmack das falsche Kino (Foto). Aber trotzdem geile Aktion, Jungs. Zum anderen applaudierte der gesamte Saal, als die letzte Szene vor dem Abspann zu Ende war. Und das macht sowohl Kino als auch Spider-Man selbst aus. Kinder lieben ihn, weil er mit Lockerheit und Witz an seine Fälle geht. Auch im Kostüm so bescheiden wie als Peter. Erwachsene lieben ihn wohl, weil er mit vielen realen Problemen zu kämpfen hat, und trotz Superkräften ein ganz normaler Mensch geblieben ist. Auch Stan Lee hatte zu Lebzeiten seine Theorie dazu.

„Ich denke, die Menschen konnten sich von Anfang an so leicht mit ihm identifizieren. Er war einfach ein Teenager, der nicht der beliebteste Junge der Schule war und viele Probleme hatte. Jeder Jugendliche konnte das lesen und sich darin wiederfinden.“


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Bildquelle: ©Sony Pictures Releasing GmbH
Quellen der Zitate: planetkey.de, instagram, forbes.com


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Ein Gedanke zu “Spider-Man: Brand New Day [2026] oder der Wunsch nach Vollkommenheit

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