23. Film des Marvel Cinematic Universe
Zum 22. MCU-Film |


Originaltitel: Spider-Man: Far From Home
Produktionsland: USA

Regie: Jon Watts

Drehbuch:
Steve Ditko (based on the Marvel comic book by)
Stan Lee (based on the Marvel comic book by)
Chris McKenna (screenplay by)
Erik Sommers (screenplay by)

Darsteller:
Tom Holland: Peter Parker / Spider-Man, Samuel L. Jackson: Nick Fury, Jake Gyllenhaal: Quentin Beck / Mysterio, Marisa Tomei: May Parker, Jon Favreau: Happy Hogan

Genre: Action, Abenteuer, Sci-Fi
FSK: 12
Länge: 129 Min.
Produktionsfirma:
Columbia Pictures (presents)
Marvel Studios (in association with)
Pascal Pictures
Verleiher: Sony Pictures Releasing

Filmstart in den USA: 26. Juni 2019
Filmstart in Dtl.: 04. Juli 2019


Nach den Ereignissen in Avengers: Endgame möchte sich Peter Parker (Tom Holland) erst einmal eine Pause gönnen. Da kommt es ihm gerade recht, dass es auf Klassenfahrt nach Europa geht. Aber mit der Entspannung ist es schon bald vorbei. Doch Peter hat noch ganz andere Pläne und muss wieder eine Entscheidung treffen…

Story gibt Einblicke in die Vergangenheit und schafft gleichzeitig etwas neues

Die Geschehnisse in Avengers: Endgame waren dann doch ein wenig zu viel des guten für Peter. Außerdem trägt er die Verantwortung ein Avenger zu sein. Davon möchte er sich endlich befreien und ein wenig Ruhe haben. Doch damit ist es schnell vorbei, als Elementarwesen aus einer anderen Welt wie aus dem nichts auftauchen. Nun sieht er sich gezwungen zu helfen. Dann taucht plötzlich ein Mann namens Mysterio (Jake Gyllenhaal) auf. Es scheint so, als ist er eine große Hilfe und verhindert zunächst das schlimmste. Doch steckt hier mehr dahinter? Far From Home hat einiges zu erzählen. Wie schon in Spider-Man: Homecoming (2017) bezieht man sich auch nun wieder auf den direkten Vorgängerfilm und hat sogar noch was aus früheren MCU-Filmen zu erzählen bzw. erklären, was den Plot noch etwas runder macht und für einige Überraschungen sorgt. Zwar gibt es auch hier wieder das ein oder andere Logikloch, jedoch beeinträchtigt es nicht so sehr die Story, wie es in Endgame noch der Fall war.

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Findet sich auch über den Dächern Europas zurecht. Tom Holland als Spider-Man. ©Sony Pictures Releasing GmbH

Doch die großartigen Darsteller schließen diese Lücke und zeigen erneut, dass sie für ihre Rollen wie geschaffen sind. Allen voran Tom Holland, der als Peter schon einige Verluste hinnehmen musste und nun seiner MJ (Anm.: Es handelt sich nicht um DIE MJ!) seine große Liebe gestehen möchte. Doch MJ (Zendaya) scheint ein wenig Bedenken zu haben. Peter kämpft noch immer gegen seine innere Zerrissenheit und wird gedrängt eine Entscheidung zu treffen. T. Holland spielt diese Rolle perfekt und auch Zendaya hat einiges an Charme zu bieten. Beinahe etwas jugendlicher Leichtsinn, was man beiden Darstellern durchaus abnimmt, obwohl sie schon 23 bzw. 22 Jahre alt sind. Jacob Batalon als Ned Leeds und gleichzeitig Peters bester Kumpel sorgt stets für Lacher und entwickelt auch seinen Charakter weiter. Um so interessanter wird es, wenn Jake Gyllenhaal als Quentin Beck / Mysterio auf den Plan tritt. Man weiß nie, was diese Person im Schilde führt oder auf welche Seite er steht. Gyllenhaal unterstreicht diesen Aspekt mit großartigen Schauspiel und weiß auch mit seiner Mimik zu überzeugen. Dennoch scheint seine Rolle stellenweise etwas undankbar zu sein. In seinen Beweggründen und Motivation wäre deutlich mehr rauszuholen gewesen. Die Antagonisten sind kaum erwähnsenswert, da hier die expliziten Profile fehlen. Alles wirkt etwas oberflächlich, was schon länger ein Problem des MCU ist. Positiv sei zu erwähnen, dass die drei großen Antagonisten im technischen Belangen großartig umgesetzt wurden. Man könnte sogar so weit gehen, dass sie sich von anderen CGI-Antagonisten des MCU abheben.

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Kann man ihm trauen? Jake Gyllenhaal als Mysterio. ©Sony Pictures Releasing GmbH

Marvel erneut im gewohnten Prozedere

Nun, ob dies nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich alleine herausfinden. Fakt ist, auch dieses Mal stimmen die CGI-Effekte wieder. Die Farben sind prächtig und das Ausmaß riesig. Für die Augen zu riesig. Was einem da teilweise um die Ohren geballert wird, erinnert schon ein wenig an Avengers: Age of Ultron (2015), wo es auch teilweise mächtig zu Sache ging. Auch dort war der Handlungsort u.a. in Europa angesiedelt. Sicher, Schlachten gehören in Comicverfilmungen dazu. Aber etwas weniger wäre hier mehr gewesen. Mitunter wirkte es wie ein Videospiel und nicht wie ein Kinofilm. Nichtsdestotrotz bekommt man schöne Schauwerte wie Dtl. (Berlin), Tschechien (Prag) oder Italien (Venedig) zu sehen. Und dann wäre da noch ein Land, was ich hier nicht verraten möchte, aber garantiert für Lacher sorgen wird. Für Unterhaltung sorgt auch Samuel L. Jackson als Nick Fury, der nicht nur Peter Parker auf Trab hält sondern auch selbst einiges zum Dialogwitz hinzufügt. Es war ein großartiger Schachtzug ihn auch dieses Mal wieder in den Plot einzubauen. Was ist schon ein MCU-Film ohne Nick Fury? Es ist wie Thor ohne Hammer oder Steve Rogers ohne Schild. Es sind einfach Dinge, die gehören zusammen. Und damit lag man sehr richtig. Genau wie Jon Favreau als Happy, der auch selbst was zu erzählen hat und seinen Charakter weiterentwickelt. Wo großartige Darsteller und eine etwas holprige Handlung sind, darf nicht der Score für die entscheidenen Momente fehlen. Michael Giacchino erhielt natürlich nach Homecoming erneut das Vertrauen und sorgt entsprechend für die entsprechenden Klänge zum richtigen Zeitpunkt. Egal ob actiongeladene Szenen oder Ruhephasen, der Komponist fängt stets die richtige Stimmung ein. Ein ganz großer Pluspunkt für das Gesamtbild.

Comicfilm, Teeniekomödie und Coming-of-Age zugleich

Diesen Spakat vollzog Regisseur Tom Watts schon in Spider-Man: Homecoming und setzte auch dieses Mal wieder auf altbewährtes. Ein junger Superheld, der auch mit den Tücken des Alltags und der großen Liebe als auch Verantwortung zu kämpfen hat. Doch der Aspekt Klassenfahrt rückt ein wenig zu viel in den Vordergrund, so dass man in der ersten Hälfte sich mit einigen Klischees konfrontiert sieht. Dank der großartigen Darsteller lässt sich auch darüber hinwegsehen, da der Aspekt Coming-of-Age genau den richtigen Nerv trifft.

Fazit: Spider-Man: Far From Home beendet die dritte Phase des MCU und schafft gleichzeitig etwas neues, was besonders in den Post-Credits-Scenes deutlich wird. Davor gibt es reichlich Action mit allerhand CGI-Effekten, die aber zum Teil wie ein PC-Game wirken, weil es in der Summe einfach etwas zu viel ist. Die Story ist etwas holprig, gibt aber dank des Finales ein rundes Bild ab und macht gleichzeitig Lust auf mehr. Nichts zu bemängeln gibt es beim gesamten Cast, der einfach einen wunderbaren Charme versprüht und ein paar Schmunzler bereithält. Das ganze wurde mit Michael Giacchinos Score unterlegt, der erneut für einen großen Wiedererkennungsmerkmal sorgt. Der Film ist mal wieder ein typischer Marvel- und Comicfilm. Sein großes Plus besteht darin, dass er sich was traut und dies erst ganz zum Schluss deutlich werden lässt.


Bildquelle: ©Sony Pictures Releasing GmbH


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