Porträt: Francis Ford Coppola

out1983fertig

Er ist Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Dazu hat er vielen unbekannten Darstellern zu großer Bekanntheit verholfen. Die Rede ist von Francis Ford Coppola, dessen Film The Outsiders (1983) heute vor 35 Jahren seine Premiere in den USA feierte. Zu diesem Anlass startet ein Anniversary Special in mehreren Ausgaben. Dieses Porträt stellt dabei den Start dieser Reihe dar.

Erste Filmerfahrungen bereits als Kind

Francis ist der Sohn von Carmine Coppola und Italia Pennino. Zur Welt kam er in Detroit im US-Bundesstaat Michigan. Die Kreativität schien ihm in die Wiege gelegt worden zu sein. Seine Mutter war italienische Schauspielerin. Sein Vater hingegen Komponist und Musiker. Außerdem hat er zwei Geschwister. Sein älterer Bruder August Floyd Coppola, ist der Vater von Nicolas Gage. Seiner jüngere Schwester Talia Shire (geb. Talia Rose Coppola) spielte in den den ersten fünf Rocky-Filmen mit. Seine ersten Filmerfahrungen machte Francis, als er von seinen Eltern eine Super-8-Kamera geschenkt bekam. Später schrieb er sich in die New York Military Academy ein, in der Erwartung seines Vaters, dort das Spielen einer Tuba zu erlernen.

Stipendium in der Hofstra University

Nach seinem erfolgreichen Abschluss bei der New York Military Academy bekam er ein Stipendium in der Hofstra University. Er belegte unterschiedliche Theaterseminare und inszenierte erste Bühnenauftritte. Inspiration fand er in Sergei Michailowitsch EisensteinZehn Tage, die die Welt erschütterten (1927). Nach dem Studium folgte der Besuch auf eine Filmhochschule namens University of California in Los Angeles. Er hatte das Glück auf unabhängige Autorenfilmer zu treffen. Einer davon war Roger Corman, der Coppola zu seinem Assistent machte. Er half Corman bei einigen Filmproduktionen. Während dieser Zeit nahm er auch Aufgaben als Schriftsteller als auch Tonmeister und des Regisseurs an. So war es ihm möglich in jedem Bereich praktische Erfahrungen zu sammeln. 

George Lucas als wichtiger Weggefährte

Noch während des Studiums setzte setzte er sich erfolgreich als Regisseur durch. Sein Debüt gab er 1961 in dem Western Das gibt es nur im Wilden Westen. 1963 folgte der Horrorfilm Dementia 13. Hier schrieb er das Drehbuch selbst. Der Film erschien in schwarz/weiß. und wurde mit einem Budget von rund 20.000 US-Dollar realisiert. Noch vor seiner Beendigung des Studiums erschien Big Boy – Jetzt wirst du ein Mann (1966). Die Kosten dafür betrugen 800.000 US-Dollar. 1968 endete sein Studium auf der University of California in Los Angeles. Er schloss mit Bestnoten ab und konnte so in eine kreative Zukunft blicken. Umgehend fand er eine Stelle im Drehbuchteam von Warner Bros.-Seven Arts. In dieser Zeit freundete er sich mit George Lucas an und planten gemeinsame Projekte. Liebe niemals einen Fremden (1969) handelt von einer schwangeren Frau, die  ihren Mann verlässt und sich mit einem Tramper auf eine ziellose Reise begibt. Seine Frau Eleanor Coppola hat hier einen kleinen Auftritt. Sie arbeitet selbst als Kamerafrau, Drenbuchautorin und Regisseurin. Sie realisierte u.a. einige Dokumentarfilme. George Lucas fungierte in Liebe niemals einen Fremden als Produktionsmitarbeiter. In seinem Film THX 1138 (1971) fungierte Coppola als ausführender Produzent. Robert Duvall bekleidete eine wichtige Hauptrolle. Der sollte später erneut unter Coppola arbeiten…

Durchbruch als Regisseur

Dann folgten die Arbeiten, die Coppola entgültig bekannt machten und seinen Durchbruch bedeuteten. Der Pate (The Godfather) (1972), nach einem Roman von Mario Puzo brachte viele Preise bei der Oscarverleihung 1973 ein. U.a. für das Beste adaptierte Drehbuch gemeinsam mit Mario Puzo. Auch der Nachfolger Der Pate II (The Godfather II) (1974) wurde zu einem gewaltigen Kassenschlager. erneut gab es den Oscar für das Beste adaptierte Drehbuch. Coppola gewann dazu den Oscar für die Beste Regie und Besten Film. Auch Apocalypse Now (1979) bekam viele Nominierungen bei verschiedenen Preisen. In den frühen 1980er Jahren drehte er erneut Filme, die einer Romanvorlage entsprangen. Mit The Outsiders (1983) und Rumble Fish (1983) verfilmte er gleich zwei Romane von Susan E. Hinton. Zudem machte er viele Jungstars aus diesen Filmumsetzungen bekannt. Auch in den 1990er Jahren orientierte er sich erneut an Romanvorlagen. U.a. ließ er 1997 Der Regenmacher (The Rainmaker) entstehen. Das Buch schrieb der bekannte Autor John Grisham. Die Zeit danach wurde es sehr ruhig um Coppola und drehte nur noch selten Filme. mit Jugend ohne Jugend (Youth Without Youth) (2007) realisierte er einen Film, der von Alter, Tod, Angst, Liebe, Sprache, Frühgeschichte, Traum, Reinkarnation und Atomwaffen handelt. Auch als Produzent war er mehrmals aktiv. U.a. in George Lucas’ American Graffiti (1973) oder Tim BurtonSleepy Hollow (1999). Für den mehrfach ausgezeichneten Film Der große Gatsby (The Great Gatsby) (1974) arbeitete er als Drehbuchautor.

Doch Francis Ford Coppola kann auf eine facettenreiche Karriere zurückblicken und begeisterte nicht nur als Regisseur viele Filmfans. Folgende Aussage machte er in einem Interview für Spiegel Online:

„Ach, ich war schon immer ein kleiner Abenteurer. Ich hatte noch nie Angst davor, etwas zu wagen – im Gegensatz zu den meisten Hollywood-Bossen: Sie hassen nichts mehr, als Risiken einzugehen. Doch ich finde, Filmemachen ohne Risiko funktioniert ebenso wenig wie Kinderkriegen ohne Sex. Es gibt nur eine Sache, die man nicht riskieren sollte: sein Leben zu verschwenden.


 

2 Gedanken zu “Porträt: Francis Ford Coppola

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