Spider-Man: Homecoming [2017]

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Originaltitel: Spider-Man: Homecoming
Produktionsland: USA
Genre: Action, Abenteuer

Darsteller: Tom Holland, Michael Keaton, Robert Downey Jr., Marisa Tomei
Drehbuch: Jonathan Goldstein, John Francis Daley
Regie: Jon Watts

Länge: 133 Min.
FSK: 12
Studio: Marvel Studios
Deutscher Kinostart: 13. Juli 2017

Jugend? Hat da jemand Jugend gesagt? Sowas hat der gute Pete bisher noch nicht erlebt. Tobey Maguire war seiner Zeit schon 27 und Andrew Garfield 29 Jahre alt, als sie zum ersten Mal in die Rolle des Spinnenhelds geschlüpft waren. Tom Holland war beim Dreh zarte 20 Jahre alt und spielt einen 15jährigen Teenager der noch zur Schule geht. Und da wären wir schon beim eigentlichen Plot des Films angekommen. Dennoch beginnt er ganz anders…

Zeitsprung ins Jahr 2008: Nein, dieser Blockbuster beginnt nicht damit, wie Pete seinen Onkel Ben verliert. Haben wir schon zu Genüge in den letzten Spidey-Reihen sehen können. Nicht falsch verstehen. Ich mag die Figur des Ben Parker und seine Tragik und Tiefe sehr, die er mit sich trägt. Definitiv musste nun auch mal was anderes erzählt werden. Die Geschichte beginnt damit, das Adrian Toomes (Michael Keaton) mit seinem Team die Trümmer eines Alien-Angriff auf New York beräumt. Bei den Überresten handelt es sich um außerirdische Technologie. Fortan werden ihm weitere Bergungen von Anne Marie Hoag (Tyne Daly) untersagt. Dennoch schaffte er es, einiges davon zur Seite zu schaffen…

Spider-Man jung und dynamisch

Dieser Weg wurde bewusst eingeschlagen, als Andrew Garfield 2014 nach The Amazing Spider-Man 2″ gefeuert wurde. Danach castete man nach einem neuen, als auch jüngeren Darsteller. Mit Charlie Plummer und Judah Lewis hatte Tom Holland Konkurrenz. Besonders durch seine akrobatischen Fähigkeiten erhielt er den Vorzug gegenüber den anderen beiden Schauspielern. Zu Beginn des Films, als Peter gerade in die Schule geht, sieht man so eine Szene, als er mit angezogenen Beinen über einen Zaun springt. Peter zerrt immer noch am Erlebnis mit und gegen die Avengers gekämpft zu haben. Seine besonderen Momente hielt er mit Handyvideos fest und kriegte sich buchstäblich nicht mehr ein. Dabei ging er nicht selten Happy (Jon Favreau) auf die Nerven. Indes hofft er recht rasch von Tony Stark (Robert Downey Jr.) zu hören, um wieder an einem Einsatz teilnehmen zu können. Das Kostüm durfte er behalten und schwingt damit besonders gern durch die Stadt. Aber dann kommt er einer Bande in die Quere, die gerade einen Geldautomaten aufgesprengt haben. Später entdeckt er die gleiche Gruppe unter einer Brücke, als sie diverse Geräte testen. Dies bleibt nicht unerkannt und schon bald sieht er sich seinem Wiedersacher Vulture gegenüber. Nun scheint seine Chance gekommen zu sein, sich endlich beweisen zu können und ein Avenger zu werden…

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Möchte es sich selbst und Anderen unbedingt beweisen. Außenseiter Peter Parker. (Quelle: Marvel Deutschland)

Auch Helden haben Schwächen und Probleme

In Peters Fall die Schule erfolgreich zu bewältigen und als Spider-Man gute Taten zu vollbringen. Er ist nicht sonderlich beliebt, aber dafür einer der besten Schüler an der High School. Schikaniert wird er ständig von Flash (Tony Revolori), der dazu noch ein großer Angeber zu sein scheint. Und dann ist da noch Liz (Laura Harrier), die für ihn scheinbar unerreichbar ist. Sein einziger Freund ist der korpulente, aber witzige Ned (Jacob Batalon). Tom Holland träumte schon als Kind Spider-Man spielen zu können. Als er es am wenigstens für möglich hielt, bekam er den Zuschlag für die Rolle. Überzeugend ist er nicht nur bei seinen akrobatischen Fähigkeiten, sondern spielt eine Figur mit typischen Teenager-Problemen. Peter Parker a.k.a. Spider-Man ist ihm wie auf dem Leib geschnitten. Einfühlungsvermögen, Humor, Naivität und vielleicht auch Selbstüberschätzung vereint er einfach perfekt in seiner Rolle. Da kommt auch der Traum mit der großen Liebe nicht zu kurz. Wir waren alle selbst mal in dem Alter und können uns gerade bei so einer starken Darbietung super in die Figur reinversetzen. Man fühlt einfach mit ihm. Und dieser Aspekt macht nicht nur den Helden hinter der Maske symphatischer. Er will es einfach allen und besonders seinen Mentor Tony Stark (Robert Downey Jr.) beweisen. Doch der hält ihn nicht ohne Grund klein. Schließlich ist Vulture (Michael Keaton) eine Nummer zu groß für ihn. Besser hätte man einen Bösewicht mit seinen nachvollziehbaren Motiven nicht besetzen können. Dank Keaton erleben wir einen Schurken, der seine Wut gut zum Ausdruck bringen kann dazu auch noch viel Tiefe in die Rolle bringt.

Auch die Nebenrollen sind bis ins Detail durchdacht und erfüllen ihre Aufgabe bravourös. Besonders positiv gefällt mir dabei Jacob Batalon, der Peters Kumpel und Mitschüler Ned spielt. Der kann manchmal ganz schön nerven. Hat aber auch ein großes Herz und steht Peter so gut er kann zur Seite. Da ist es auch nicht so schlimm, wenn Ned seinen großen Mund nicht halten kann und Peter in die ein oder andere Verlegenheit bringt. Gerade das Zusammenspiel zwischen Holland und Batalon löst viele Schmunzler aus. Man merkt einfach wie gut sie das Schauspiel in ihrem Alter verstehen. Robert Downey Jr. ist zwar bedeutend älter, hat aber zur Überraschung aller recht wenig Szenen. Die nutzt er aber sehr gut aus und ist auch in der Lage seinem Schützling eine Lektion zu erteilen. Tante May (Marisa Tomei) ist nicht gerade die beste Köchin und führt ihren Neffen zum Essen auch mal aus. Dabei versäumt sie es nicht, sich liebevoll um ihren Schützling zu kümmern. Eine sympathische Darbietung seitens Tomei, die hier leider viel zu wenig Story bekommt. Vielleicht wird dies ja noch in folgenden Filmen ausgebaut. Besonders witzig kommt Jon Favreau als Happy Hogan daher. Wir durften ihn schon in Iron Man und dessen zwei Fortsetzungen erleben, wo er doch recht wenig Szenen hatte. Um so schöner ist es, ihn nun häufiger erleben zu können. Happy wurde beauftragt auf Peter aufzupassen, der nur Unsinn im Kopf hat. Hogan ist wenig begeistert und wird auch schon mal wütend. Wie Favreau seiner leicht cholerischen Figur auch den nötigen Humor verpasst, ist schön anzuschauen. Es macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Wie man es schon gewohnt ist, hat natürlich Stan Lee seinen Cameo-Auftritt. Wie und wann der stattfindet verrate ich an dieser Stelle nicht. Nur so viel, es wird ordentlich was zu lachen geben. Auch der kurze Auftritt zweier sehr bekannten Protagonisten des MCU wird für Lacher als Diskussionen sorgen.

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Auch visuell ansprechend. Spider-Man am Washington Monument. (Quelle: Marvel Deutschland)

Kamera, Schnitt und Musik punkten ebenfalls

Selbst bei der Kamera ist es schwer explizite Beispiele zu nennen. Aber ich versuche es anhand eines Beispiel dennoch darzulegen. Man befindet sich ca. in der Mitte des Films, wo Spider-Man auf dem Washington Monument hinaufkrabbelt. Mit 169,3 Meter ist es sehr hoch gebaut worden und Spidey muss eine gewaltige Strecke zurücklegen, bis er überhaupt oben ist. Und besonders hier bekommt man sehr schöne Kameraeinstellung aus vielen Winkeln zu sehen. Selbst spektakuläre Aufnahmen wirken nie hektisch und die Szenen entfalten sich so wunderbar und haben den gewissen visuellen Touch. Auch in vielen anderen Bereichen des Films. Dafür ist auch die gute Schnitttechnik verantwortlich. Da haben Debbie Berman und Dan Lebental ganze Arbeit geleistet. Kein Wunder. Letzterer arbeitete auch am Schnitt bei „Iron Man“, „Iron Man 2“, „Thor – The Darkdom“ und „Ant-Man“ mit. Da ist das Vertrauen natürlich sehr groß. Weitere Arbeiten im MCU sind also nicht ausgeschlossen.

Besonders hervorzuheben ist der Score von Michael Giacchino, der auch für die Musik bei „Doctor Strange“ verantwortlich war. Schon in dem Moment, als die „Marvel Opening Sequence“ gespielt wird, wird es dem Zuschauer dämmern. Ist das nicht das Theme von Spider-Man (1967)? Richtig! Und mit der Animation aus MCU Filmen gibt das ein wunderschönes Bild ab. Im weiteren Verlauf der Handlung sorgt Giacchino für bombastische Atmosphäre. Dabei ist es unerheblich, ob es gerade krachende Action, Gute-Laune-Szenen oder Alltagsszenen gibt. In allen Bereichen wurde der richtige Ton gefunden. Mit einem Wort ist dies leicht zu beschreiben: ,,Mitreißend!“

Fazit: Einfach ein toller Film! Der Humor und lockere Dialoge wurden gezielt an den richtigen Stellen eingesetzt. Von daher wirkt es nie übertrieben und das Publikum wird auch bei emotionalen Szenen mitgezogen. Dafür sorgt auch der tolle Cast samt Nebenrollen. Auf die Vorgeschichte Peter Parkers wird nicht mehr eingegangen, was sich als guter Schachtzug herausstellt. Die Handlung wird so schneller vorangetrieben und wirkt alles andere als langatmig. Action, Humor und Feingefühl sind hier in einem Film vereint worden. Quasi wurde das Genre Comic-Action mit Coming of Age verschmolzen. So wird jede Altersspanne seine wahre Freude haben.

 



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11 Gedanken zu “Spider-Man: Homecoming [2017]

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